Lage weiter angespannt

„Der Blick auf den Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Rosenheim zeigt, dass die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat unverändert geblieben ist. Die Arbeitslosenquote liegt in der Corona-Zeit weiterhin im Gesamtbezirk bei 3,5 Prozent (Juni 2019: 2,1) und sogar die Arbeitslosenzahl ist gegenüber dem Vormonat mit 10.666 gleichgeblieben“, sagt Michael Schankweiler, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rosenheim. „Diese Zahlen vermitteln in Zeiten der Corona-Pandemie auf den ersten Blick ein positives Signal, doch muss der Wert in Relation gesetzt werden …

… während die Arbeitslosenzahl im Agenturbezirk Rosenheim im Vorjahreszeitraum von Mai auf Juni – wie um diese Jahreszeit üblich – um 180 (-2,7 Prozent) auf 6.510 Betroffene gesunken ist, ist sie in diesem Jahr unverändert geblieben. Dies unterstreicht die anhaltend angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt.“

Im Landkreis Rosenheim errechnet sich mit 4733 eine Arbeitslosenquote von 3,3 Prozent (0,1 Prozentpunkte mehr als im Vormonat und 1,3 Prozentpunkte mehr als im Juni des Vorjahres).

3.323 der Arbeitslosen sind bei der Hauptagentur in Rosenheim gemeldet, 33 mehr als im Vormonat. Darüber hinaus kümmert sich das Jobcenter Landkreis Rosenheim um 1.410 arbeitslose SGB II-Kunden*innen, 19 mehr als im Mai. Insgesamt betreut das Jobcenter 3.599 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2.863 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

 

Der Rosenheimer Agenturchef führt weiter aus, dass sich die Arbeitslosigkeit in den einzelnen Landkreisen des Agenturbezirks unterschiedlich entwickelt habe: „Im stark vom Bereich Tourismus und Gastronomie geprägten Landkreis Miesbach ist die Arbeitslosenzahl im aktuellen Berichtsmonat im Vergleich zum Vormonat um 120 zurückgegangen. In den anderen Regionen des Agenturbezirks, dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen (+20) sowie der Stadt (+50) und dem Landkreis Rosenheim (+50), hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt dagegen leider nicht entspannt“, sagt Schankweiler.

Und weiter: „Zwar gab es im Juni einen Rückgang der Arbeitslosenzahl in den stark von der Corona-Pandemie betroffenen Bereichen wie dem Tourismus und der Gastronomie (-130) sowie der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung (-70), insgesamt hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt jedoch nicht entspannt.

In den Wirtschaftszweigen Metallerzeugung, -bearbeitung, Metallbau oder Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufe (jeweils +30) ist die Arbeitslosenzahl beispielsweise weiter gestiegen. Insgesamt liegt der Wert in allen Bereichen deutlich über dem Vorjahreswert: Im Juni waren 4.160 Personen oder knapp 64 Prozent mehr arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr.“

Der Agenturleiter führt weiter aus, dass sich die Unsicherheiten der Unternehmen auch in den weiterhin leicht ansteigenden Anzeigen für Kurzarbeit niederschlagen: „Im vergangenen Monat (Stichtag: 25. Juni) gingen bei der Arbeitsagentur Rosenheim weitere 140 Anzeigen für Kurzarbeit ein. Seit Anfang März sind damit 6.630 Anzeigen eingegangen, die insgesamt 64.890 Mitarbeiter*innen umfassen“, erklärt Schankweiler. „Wir begrüßen es, dass viele Betriebe das Instrument der Kurzarbeit nutzen, um an ihrem Personal festzuhalten. Wie viele Unternehmen die Kurzarbeit tatsächlich in Anspruch genommen haben, wird sich jedoch erst in den kommenden Monaten zeigen, denn Kurzarbeit kann bis zu drei Monate nachdem diese angefallen ist abgerechnet werden.“

Der Agenturchef spricht explizit die Personengruppe der 15- bis unter 25-Jährigen an, die in den letzten Monaten mit am stärksten von der verschlechterten Situation am Arbeitsmarkt betroffen war und sagt: „Die Arbeitslosenzahl ist bei dieser Personengruppe im vergangenen Monat um 10 auf 1.220 zurückgegangen. Dabei konnten wir vereinzelte Abmeldungen in Arbeit in unterschiedliche Bereiche wie dem Hotel- und Gaststätten- oder Friseurgewerbe, dem Verkauf oder der Pflege verzeichnen. Die Arbeitslosenzahl liegt jedoch noch um 630 Personen über dem Vergleichswert des Vorjahres“, erklärt der Agenturleiter.

„Die weitere Entwicklung der Arbeitslosigkeit bei den 15- bis unter 25-Jährigen wird nun davon abhängen, wie viele junge Menschen, die in den kommenden Wochen ihre Lehre abschließen, von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen werden und wie viele den Besuch einer weiterführenden Schule oder einer Hochschule anstreben. “

Mit Blick auf den Stellenmarkt sagt der Agenturleiter: „Die Nachfrage nach Arbeitskräften bewegt sich weiter auf einem niedrigen Niveau. Die Betriebe im Agenturbezirk haben dem Arbeitgeberservice im Juni 850 zu besetzende Arbeitsstellen neu gemeldet. Das sind zwar 280 mehr als im Vormonat, aber 160 weniger als vor einem Jahr. Der Stellenbestand verschlechterte sich damit im Jahresvergleich weiter und lag im Juni mit 3.480 gemeldeten Stellen um 33 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Ein Blick auf den Ausbildungsmarkt:

Zum Stichtag am 15. Juni standen im Agenturbezirk Rosenheim 1.050 Bewerber (50 mehr als vor einem Jahr), die noch nach einem Ausbildungsplatz mit Starttermin im Herbst suchen, 1.510 unbesetzten Stellen gegenüber (60 mehr als vor einem Jahr). Schankweiler sagt an die Betriebe gewandt: „Wir freuen uns, dass fast alle Unternehmen an ihrer Ausbildungsbereitschaft festhalten und möchten alles tun, damit dies so bleibt. Der Fachkräftebedarf wird auch nach dieser Zeit weiterbestehen und die im Konjunkturpaket enthaltene Ausbildungsprämie ist ein guter Anreiz, um die Ausbildungsbereitschaft aufrecht zu erhalten. Unternehmen, die sich wegen Unterstützungsmöglichkeiten informieren wollen, können sich gerne unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 20 an den Arbeitgeberservice wenden.“ Der Agenturchef appelliert an die Jugendlichen, die noch nach einem Ausbildungsplatz mit Starttermin im Herbst suchen, sich am besten gleich unter der Rufnummer 08031 / 202-222 (Montag – Donnerstag 8-12 Uhr; 13-16 Uhr; Freitag 8-12 Uhr) bei der Berufsberatung zu melden. „Die Kollegen*innen halten viele Ausbildungsstellen bereit und stehen durch den Arbeitgeberservice häufig in direktem Kontakt zu den Unternehmen. Außerdem geben sie wichtige Tipps zu Bewerbungsunterlagen und Vorstellungsgesprächen. Ruft am besten gleich an“, sagt Schankweiler.

Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • Die Stadt Rosenheim weist im Juni eine Arbeitslosenquote von 5,7 Prozent auf (0,1 Prozentpunkte mehr als im Vormonat und 2,1 Prozentpunkte mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres). Derzeit sind insgesamt 2071 Bürgerinnen und Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden*innen, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, stieg die Anzahl der Arbeitslosen um 53 auf 1.166 Personen. Für 905 arbeitslose SGB II-Kunden*innen, eine*r mehr als im Vormonat, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.308 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.788 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

 

  •  Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im Juni eine Arbeitslosenquote von 3,0 Prozent aus (entspricht dem Niveau des Vormonats und liegt um 1,1 Prozentpunkte über dem Vergleichsmonat des Vorjahres). Die Zahl der Arbeitslosen liegt für den Landkreis insgesamt bei 2.121. Davon sind 1.544 Männer und Frauen, 10 weniger als vor einem Monat, in den Geschäftsstellen der Arbeitsagentur in Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 577 Personen (28 mehr als im Mai) sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen als arbeitslos registriert. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.094 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.651 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

 

  • Im Landkreis Miesbach gibt es derzeit 1741 Arbeitslose. Es errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent (0,3 Prozentpunkte weniger als vor einem Monat und 1,2 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr). Von den Arbeitslosen sind 1.270 bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 118 weniger als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger*innen nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als “zugelassener kommunaler Träger” (optierende Kommune) zuständig. Bei diesem Jobcenter sind 471 Arbeitslose, 6 weniger als im Mai, gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.256 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 998 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.