Kulturkreis unter neuer Führung

Jahresbilanz und Neuwahlen: Dr. Markus Brezina löst Christian Huber ab

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jhv_ak68_16_1-600x600„Wir wollen die kulturellen und kulturpolitischen Themen vorgeben und uns nicht von Dritten treiben lassen.“ Dr. Markus Brezina (Foto) zeigte sich gestern bei der Jahreshauptversammlung des Kulturkreises Wasserburg zuversichtlich und kämpferisch. Der Dachverband der Kunst- und Kulturschaffenden hatte sich vor drei Jahren als Interessensgruppe gegründet und veranstaltet unter anderem alle Jahre die Wasserburger Nächte am Inndamm – die natürlich bei der Versammlung auch Thema waren.

Brezina löst Christian Huber ab, der dem Kulturkreis seit seiner Gründung vor drei Jahren vorstand. Huber: „Es ist Zeit für einen frischen Wind. Markus Brezina ist als ehemaliger Vorsitzender des AK68 genau der richtige Mann, um das Thema Kultur in der Stadt auf eine neue Ebene zu heben.“ Es dürfe nicht sein, dass man alle Jahre in der Veranstaltungsschiene verharre. „Wir müssen zusammen wieder mehr über Kultur reden“, so Huber.

Er werde deshalb Dr. Brezina unterstützen, „wo es nur geht. Ich glaube an den Gedanken, dass die Kulturschaffenden mehr bewirken können, wenn sie an einem Strang ziehen. Deshalb stelle ich mich auch für die Vorstandschaft weiter zur Verfügung und arbeite nach besten Kräften mit.“

Huber hatte eingangs der Versammlung die Aktivitäten des Vereins Revue passieren lassen – von der Flüchtlingsaktion beim Christkindlmarkt 2015 über die Beteiligung am Stadtentwicklungskonzept bis zur Vorbereitung und Durchführung der Wasserburger Nächte. „Gerade mit unserem Projekt ,Asyl und Flucht‘ haben wir gezeigt, was wir in kürzester Zeit auf die Beine Stellen können, wenn wir zusammenarbeiten.“

Dr. Brezina stellte anschließend sein Konzept für die kommende Amtszeit vor. Er wünsche sich beispielsweise einen funktionierenden Kulturkalender, damit es nicht mehr zu Überschneidungen komme, wie dies jüngst schon mal der Fall mit dem Heimatverein gewesen sei. Letzterer wurde bei der Hauptversammlung des Kulturkreises durch den Vorsitzenden Peter Rink vertreten, der diese Idee goutierte.

Wenig erfreut zeigte sich der neue Vorsitzende über die Entwicklung im ehemaligen Imaginären Museum, wo jetzt die Sammlung „Wasserburg in fünf Jahrhunderten“ untergebracht ist. „Obwohl uns das von der Stadt zugesagt war, ist das Gebäude am Brucktor jetzt faktisch für uns nicht mehr zugänglich.“ Was Monika Merlau bestätigte. „Wir wollten im dortigen Herrensaal ein klassisches Konzert veranstalten. Dafür hätten wir eine Garantie abgeben müssen, dass den ausgestellten Werken nichts passiert. Wie sollen wir denn das bewerkstelligen. Das ist unmöglich.“

Im Rahmen der Diskussion über das ehemalige Imaginäre Museum entspann sich eine heiße Debatte über fehlende Räumlichkeiten in der Stadt, in denen man kleiner oder mittlere kulturelle Veranstaltungen anbieten kann. „Wenn ich einen musikalischen Abend mit Lesung veranstalten will, weiß ich echt nicht mehr, wo wir das durchführen könnten“, so Merlau. Dr. Brezina versprach, sich dieser Thematik anzunehmen und zeitnah eine eigens dafür einberufene Versammlung des Kulturkreises zu veranstalten.

Heiß diskutiert wurde auch das Thema „Innbühne“. Uwe Bertram vom Theater Wasserburg und Jörg Herwegh vertreten die Auffassung, dass man mit der kleinen Lösung wie heuer auf dem richtigen Weg sei. „Eine Vermischung von professioneller Veranstaltungsschiene und dem ehrenamtlichen Engagement der letzten Jahre halte ich für falsch“, so Bertram. Jörg Herwegh blies ins gleiche Horn. Man solle sich endlich entscheiden, was man dort unten am Inndamm eigentlich will. Es fehle ein roter Faden.

Mit Christian Wimmer vom Kulturladen in Ramsau hatte man zu diesem Thema bei der Versammlung nicht nur ein neues Mitglied begrüßen können, sondern auch einen Veranstalter, der sich vorstellen kann, sich um die Innbühne zu kümmern. Wie diese Zusammenarbeit aussehen könnte, darüber waren sich die Mitglieder des Kulturkreises an diesem Abend aber nicht einig.

Es wird jetzt einen eigenen Termin geben, bei dem ein Konzept erarbeitet werden soll. Dr. Brezina: „Eines ist klar, wir wollen die Innbühne nicht sterben lassen. Allen, die dabei waren, hat es heuer unglaublich viel Spaß gemacht, wenn auch der eine oder andere an die Grenze seiner ehrenamtlichen Leistungsfähigkeit gestoßen sei.“ Er dankte in diesem Zusammenhang dem scheidenden Zweiten Vorsitzenden des Kulturkreises, Sepp Christandl, der sich für die Vorbereitung der Wasserburger Nächte sogar eine Woche Urlaub genommen hatte.

Die Regularien waren bei der Hauptversammlung schnell abgehakt worden. Die alte Vorstandschaft wurde einstimmig entlastet. Und auch die Neuwahlen gingen reibungslos über die Bühne.

Dem Kulturkreis stehen neben Dr. Brezina als 1. Vorsitzender jetzt Christian Huber als dessen Stellvertreter und Regina Paris als Schatzmeisterin vor. Alle drei wurden einstimmig von den Mitgliedern gewählt.

 

 

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