Kuh attackiert Almerin

Dramatischer Unfall gestern Mittag am Heuberg im Landkreis: 47-Jährige schwerst verletzt

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Eine Kuh hat am gestrigen Mittag eine Almerin (47) am Heuberg attackiert. Die Frau wurde dabei schwerst verletzt. Das meldet das Polizeipräsidium am heutigen Samstagmorgen. Gegen 12.10 Uhr kam es zu dem dramatischen Unfall nahe der Lagler-Hütte im Raum Nußdorf. Ein 63-jähriger Wanderer aus Schechen war auf eine kälbernde Kuh aufmerksam geworden, die gerade verzweifelt versuchte, ihr Kalb zu gebären. Deshalb teilte dies der Wanderer einer 47-jährigen Almerin aus Samerberg mit. Diese hielt sich in einer nahenliegenden Alm auf. Beide gingen daraufhin zur Kuh.

Die sehr tiererfahrene Almerin näherte sich ruhig und frontal der Kuh um dieser zu helfen. Die Kuh jedoch griff die 47-Jährige in der besonderen Situation trotzdem an.

Der 63-Jährige wollte der Frau noch zu Hilfe eilen, wurde aber der scheinbar werdenden Mutter nicht her und selbst attackiert. Durch einen weiteren Beteiligten wurde der verantwortliche Bauer, ein 68-jähriger Samerberger, hinzugeholt. Diesem gelang nur unter erheblicher Gegenwehr, die Kuh von der schwer verletzten Almerin fortjagen zu können. Die Frau wäre sonst vermutlich totgetrampelt worden, so die Polizei.

Auch er selbst wurde von der Kuh attackiert, konnte sich aber mit gezielten Stockhieben zur Wehr setzen. Erst als das Kalb von den Beteiligten davongezogen wurde, gab auch die Kuh nach. Bedauerlicherweise war der Einsatz der kälbernden Kuh zwecklos, da das Kalb eine Frühgeburt und sehr wahrscheinlich schon während des Geburtsprozess tot war.

Einsatzkräfte der Bergwacht Brannenburg kümmerten sich um die 47-Jährige die schwerste Kopf- und Oberkörperverletzungen davontrug. Zudem hatte sie massive Verletzungen an den Beinen. Sie musste mit einem Rettungshubschrauber in ein umliegendes Klinikum geflogen werden.

Die Polizei: Gerade dieser Vorfall zeigt, dass selbst erfahrene Personen Opfer von Kuh-Attacken werden können. Hier beschützte die Mutterkuh ihr Kalb. Deshalb reagierten die Wanderer vorbildlich. Sie übergaben die Angelegenheit erfahrenen Personen und näherten sich nicht selbst dem Tier.

Dass es zu diesem traurigen Unfall kam, beruht nicht auf einem Fehlverhalten eines Einzelnen. Dennoch sollte dieser Schicksalsschlag jedem Wanderer erneut in Erinnerung rufen, dass es sich bei Kühen um keine Haustiere handelt. Selbst für erfahrene Tierhalter bleiben diese unberechenbar.

Deshalb der eindringliche Appell der Polizei:

Nähern Sie sich diesen Tieren nur mit Bedacht, gehen Sie ihnen konsequent aus dem Weg und bestaunen Sie sie mit entsprechendem Abstand.

Nur so können derartige Unfälle vermieden werden.

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