Kostenplan passt, Zeitplan nicht

Umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Eiselfinger Pfarrkirche - Der aktuelle Stand

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Der im Vorfeld kalkulierte Kostenrahmen für die umfangreichen Sanierungsarbeiten an der Eiselfinger Pfarrkirche (unser Foto) kann eingehalten werden, der ursprüngliche Zeitplan jedoch nicht. Diese Informationen und ein Zwischenbericht zum aktuellen Fortschritt der Maßnahmen beschäftigten die Besucher der jüngsten Pfarrversammlung.

„Mit dem zur Verfügung stehenden Budget liegen wir weiterhin im grünen Bereich“, freute sich der zuständige Architekt Sven Grossmann. Nicht zuletzt dem guten Zusammenhalt der kirchlichen Gremien vor Ort mit dem Eigenanteil der Pfarrkirchenstiftung sei es zu verdanken, dass Eiselfing in den Genuss eines vergleichsweise großzügigen Sanierungsprogramms der Erzdiözese komme.

Angesichts des notwendigen Erhalts von jahrhundertealtem Holz oder auch der erforderlichen sachgerechten Arbeit durch Fachfirmen ist die Finanzspritze dringend erforderlich. „Doch diesen Preis an den Denkmalschutz – zum Erhalt des Kirchenbaus auch für künftige Generationen – bezahlt man in diesem Fall sicherlich gerne.“

So zeichnet sich die urkundlich erstmals für das Ende des 9. Jahrhunderts erwähnte heutige Pfarrkirche Sankt Rupertus durch einige bauliche Besonderheiten aus. Das versetzte Deckengewölbe im Kirchenschiff stellt nun während der Sanierungsmaßnahmen am Dachstuhl eine Herausforderung für die Statik dar.

Historische Gemälde aus dem 13. und 14. Jahrhundert in geöffneten Hohlräumen zwischen der Kircheninnenwand und der Außenmauer wurden kartiert und erhalten (unser Foto).

„Wir wissen sicher, dass die Kirche früher mehrere romanische Rundbogenfenster und eine andere Dachform hatte, das Gebäude war einstmals breiter als heute“, erklärte Sven Grossmann.

Das Schließen zahlreicher Risse in der Außenfassade, verfaulte Holzbalken im Dach, die einzeln ausgetauscht werden mussten, sowie mit Hilfe eines Autokrans im Dachgeschoss montierte Stahlträger zur Verbesserung der Gebäudestatik seien zentrale Bestandteile des Sanierungsprojekts.

Aber auch Kuriositäten, wie beispielsweise eine bis heute existierende 600 Jahre alte Holzdachrinne unter dem Dachstuhl der nachträglich angebauten Sakristei seien im Zuge der Reparaturarbeiten zu berücksichtigen.

„Wir können also nicht wie bei einem klassischen Wohnhaus einfach ganz geradlinig arbeiten, sondern müssen immer wieder auf neue Gegebenheiten reagieren“, so Grossmann.

Dementsprechend befinde man sich aktuell leicht hinter dem Zeitplan.

Bis Weihnachten solle das Dach zwar vollständig geschlossen sein. „Temperaturbedingt gehen die Maßnahmen an der Außenfassade dann nach einer Winterruhe aber voraussichtlich erst wieder ab März weiter.“

Aufgrund des bislang gut eingehaltenen Kostenrahmens plane man derzeit zusätzlich noch die Sanierung der Dirnecker-Kapelle gegenüber dem Haupteingang.

Die Entscheidung, ob schließlich auch der obere, weniger beschädigte Teil des Kirchturms noch mit aufgenommen werden könne, treffen laut Sven Grossmann am Ende die Verantwortlichen der Diözese.

GR

 

 

 

 

 

 

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