Konditormeisterin übernimmt Schranne

Barbara Hinterberger aus Soyen schließt ab August das Wasserburger Traditionscafé wieder auf

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Das Aus der Schranne im Rathaus am Ostermontag sorgte für gastronomische Schockwellen (wir berichteten). 14 Jahre lang galt das Café als feste Größe bei den Wasserburgern. Die Wiedereröffnung stand zunächst in den Sternen. Das Warten hat ein Ende: Bei der Suche nach einem neuen Betreiber ist die Stadt jetzt fündig geworden.

Es waren sicher nicht nur die Hinterberger-Törtchen und das Eis, welche Stadtrat und Bürgermeister Michael Kölbl überzeugten. Sondern die Mischung aus durchdachtem Konzept, Berufserfahrung und besten Zeugnissen, die den Ausschlag gaben: Barbara Hinterberger (30) aus Soyen wird ab August die neue Wirtin der Schranne.

Die Konditormeisterin führt derzeit das Café Altensee, das sie womöglich noch weiter betreiben wird. „Vielleicht mache ich dort mit den Fremdenzimmern weiter“, sagt sie, „ich werde sehen.“

Denn ihr Hauptaugenmerk gilt nun der Schranne. Derzeit laufen detaillierte Planungen. Bereits jetzt steht fest, dass die Gaststätte als Tagescafé laufen wird. „Die Öffnungszeiten sind noch nicht sicher“, meint die 30-Jährige, „ aber wir werden wohl um 7 Uhr öffnen und wahrscheinlich um 18 Uhr schließen.“ Schon in der Früh werden Snacks, Brezn und Kaffee zum Mitnehmen („natürlich in wieder verwendbaren Bechern!“) angeboten, es gibt Frühstück und eine „kleine, aber feine“ Mittagskarte. Nachmittags läuft dann der Cafébetrieb.

 

Ein Teil des Personals steht schon bereit, weitere Mitarbeiter werden noch gesucht. „Ich plane mit zehn bis 20 Beschäftigten“, sagt Hinterberger, die vorwiegend die Konditorei übernehmen wird, aber sich auch in der Küche blicken lassen will. „Auch an der Theke wird man mich sehen“, sagt sie, denn aus Erfahrung weiß sie, dass es die Gäste schätzen, wenn auch mal der Chef bedient.

Großen Wert legt Hinterberger auf Regionalität. So kommen sämtliche Zutaten aus dem Wasserburger Umland, die Milch und der Käse gar vom Bio-Bauernhof ihrer Eltern in Kirchreit und die Eier von Hühnern aus Freilandhaltung.

 

Trotz ihrer jungen Jahre bringt Barbara Hinterberger gründliche Erfahrung für ihren Posten mit. Ihre Ausbildung begann die gebürtige Wasserburgerin, wo sie auch die Mittelschule besuchte, mit 15 Jahren im Café Heider in Prien. Berufspraxis sammelte die Meisterin in Betrieben in Aschau im Chiemgau sowie wieder in Prien, bevor sie dann im beinahe schon legendären Hotel Sacher in Salzburg anderthalb Jahre arbeitete. Ihre Begeisterung für das renommierte Haus wurde anschließend noch übertroffen von ihrer Zeit bei Dallmayr in München, wo sie eine Kochlehre absolvierte. Hinterberger: „Da passt einfach alles.“ Beim Dallmayr wechselte sie alle zwei Monat die Stationen, um Einblicke in die verschiedensten Bereiche zu erhalten: Von der Patisserie, über kalte und Partyküche bis zur warmen Küche und Fleischvorbereitung.  Auch beim Kuffler Weinzelt auf der Wiesn war Hinterberger in der Patisserie im Einsatz.

 

Dass ihr Markenzeichen, die Hinterberger-Torte, genauso heißt wie sie, ist übrigens Zufall. „Ich habe mich von einer gleichnamigen Wirtschaft bei Erding inspirieren lassen“, sagt sie. Bei der Spezialität, die eine große Kunstfertigkeit voraussetzt, handelt es sich ähnlich wie bei der Prinzregententorte um eine Schichtorte, die aber mit Sahne zwischen den Schichten anstelle von Creme bestrichen wird.

Für sie zählt zu den größten Herausforderungen als Konditorin die Herstellung von Pralinen und Baumkuchen, der auch im Logo des Deutschen Konditorenbundes zu sehen ist.

Und die berühmte Sachertorte? „Kein Problem“, sagt Barbara Hinterberger und lächelt selbstbewusst…

CF

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10 Kommentare zu “Konditormeisterin übernimmt Schranne

  1. Des is a pfundige Sach!
    Schee mutig in dera holprigen Zeit.
    Vui Erfoig

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  2. Margitta Winkler

    Ich wünsche viel Erfolg und gutes Gelingen 👍🍀💚🍀

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  3. Wir sind jetzt schon gerne Kunden bei Dir und freuen uns auf Dein neues Herzstück in Wasserburg 🙂
    Viel Erfolg

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  4. Eine sehr gute Entscheidung vom Wasserburger Stadtrat.

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  5. Ein herzliches Willkommen und die besten Wünsche für eine erfolgreiche Zukunft … Eine Meisterin ihres Handwerks darf in ihrem Geburtsort und ihrer Heimat wirken, schöner und regionaler geht´s nicht …

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  6. Dank an des Mädl. De draut se wos !!!Dank an de Stodvorderen fia de Entscheidung.

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  7. Wahnsinn! Mia gfrein uns liebe Barbara! Für dich und vor allem natürlich auch für uns selbst 😉 Ganz viel Glück und Erfolg!

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  8. Ich wünsche Euch einen guten erfolgreiche Start und alles Gute.
    Gerne werde ich mich mal in Eueren Caffee verwöhnen lassen.

    Ich bin noch auf der Suche um einen kleine Raum wo ich meine Reikiseminare geben kann wäre das bei Euch möglich?

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  9. Ich bin Tortenfan, liebe das historische Gebäude in Wasserburg und freue mich darauf dort bald wieder einen Zwischenstopp zum Schlemmen einlegen zu können.
    Ich wünsche Frau Hinterberger einen guten Start und viele begeisterte Kundinnen und Kunden.
    Herzliche Grüße
    Gudrun Bonn
    Gemüsefee-Bio-Obst-und Gemüse-Heimlieferservice aus Rott am Inn und Soyen

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  10. Wunderbar, ich wünsche Dir alle Gute! Endlich kommt wieder leben in die Schranne. Und auf de Kucha frei i mi unbandig 🙂

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