Kölbl: „Bitte Vielfalt statt der Einfalt”

Kommunalpolitischer Aschermittwoch des SPD-Kreisverbandes in Wasserburg

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Ganz im Zeichen der bevorstehenden Kommunalwahlen stand natürlich auch der Aschermittwoch in den Paulaner-Stuben in Wasserburg bei der Landkreis-SPD. Landratskandidatin Alexandra Burgmaier appellierte an die Wähler, an der Demokratie aktiv teilzunehmen und ihre Wahlentscheidung bewusst zu treffen. Die Hauptprobleme im Landkreis seien bezahlbarer Wohnraum und der drohende Verkehrsinfarkt. Beides könne aber von den Kommunen im Alleingang nicht gelöst werden, sondern nur im Zusammenspiel mit dem Landkreis, betonte sie.

Unser Foto zeigt Landratskandidatin Alexandra Burgmaier (3. v.l.) mit den SPD-Bürgermeisterkandidaten Franz-Josef Sammer, Petra Keitz-Dimpflmeier, Michael Kölbl, Uwe Klützmann-Hoffmann, Peter Kloo, Wolfgang Kirner.

Die SPD werde hier weiter auf die Stärkung des kommunalen Wohnungsbaus und die Umsetzung eines landkreisweiten, nachhaltigen Mobilitätskonzepts setzen. Die Aufgabe von Landrat und Kreistag sei, diese Prozesse zusammen mit den Kommunen auf Augenhöhe zu moderieren und unterstützend zu begleiten. „Dabei können wir keine Gruppierungen brauchen, die unsere Demokratie auch auf Landkreisebene verachten und sich selbst gar nicht erst bemühen, Lösungsvorschläge zu präsentieren”, betonte sie. Die Kommunalwahl sei eine gute Gelegenheit, den Faschismus-Virus wirksam zu bekämpfen.

Michael Kölbl, 1. Bürgermeister von Wasserburg, nannte Wasserburg als Beispiel, dass ein gesellschaftliches Miteinander unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen funktionieren könne und eine Bereicherung für alle sei. Voraussetzung sei aber, dass die Politik ihrer Aufgaben gerecht werde und attraktive Lebensbedingungen für alle Bürger schaffe.

Dazu gehöre ein wohnortnahes Angebot an Schulen, Arbeitsplätzen, Gesundheitsversorgung sowie eine nicht gewinnorientierte Infrastruktur in öffentlicher Hand. Das Wichtigste sei aber die Verfügbarkeit von Wohnraum – Wasserburg werde weiterhin entschieden in den kommunalen Wohnungsbau investieren. Auf Kreisebene geschehe dies noch zu wenig, deshalb wolle er sich im Kreistag für eine weitere Stärkung der landkreiseigenen Wohnungsbaugesellschaft und eine entsprechende Unterstützung für kleinere Kommunen stark machen. „Unser Ziel ist eine Gesellschaft der Vielfalt statt der Einfalt”, warnte auch Kölbl vor den Gruppierungen, die weit zurück ins letzte Jahrhundert wollten.

Auch der Kolbermoorer 1. Bürgermeister Peter Kloo konnte zahlreiche Projekte erwähnen, mit der die Stadt konkret die Lebensbedingungen der Menschen verbessert habe. Sie trügen erkennbar die Handschrift der SPD, und die Wähler wüssten auch, was sie von der SPD erwarten könnten im Gegensatz zu vielen parteifreien, aber eben auch „farblosen” Bewerbern. „Gerade vor Ort zeigt sich die Stärke der SPD-Grundwerte: Ein solidarisches Miteinander unter gleichberechtigten Bürgern zu organisieren”, darauf könnten sich die Menschen bei der SPD verlassen.

„Einheit in Vielfalt” war auch das Motto bei der anschließenden Vorstellung der übrigen SPD-Bürgermeisterkandidaten im Landkreis: unterschiedliche Kommunen mit unterschiedlichen Persönlichkeiten, aber einem einheitlichen Kompass bei den Hauptthemen Soziales, Verkehr und Wohnen.

Alle machten deutlich, dass bei der Zusammenarbeit mit dem Landkreis ein neues Kapitel aufgeschlagen werden müsse. Der Landrat dürfe nicht von oben herab regieren, sondern müsse sich als Moderator und Brückenbauer verstehen. Im Kreistag müssten neue Formate der Zusammenarbeit und des Austausches mit den Stadt- und Gemeinderäten entwickelt werden, so die SPD.

 

 

 

 

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4 Kommentare zu “Kölbl: „Bitte Vielfalt statt der Einfalt”

  1. “Die Hauptprobleme im Landkreis seien bezahlbarer Wohnraum und der drohende Verkehrsinfarkt.” Tja, also selbstverständlich ist es an der Zeit, dass der Landkreis endlich deutlich mehr in den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs investiert. Aber verstopfte Innenstädte und Staus werden nun einmal hauptsächlich von den Bürgern selbst verursacht, die oftmals alleine im Fahrzeug sitzen anstatt z.B. Fahrgemeinschaften oder Carsharing zu nutzen. Hier sind wir alle gefragt, endlich unser Verhalten zu überdenken – ein Landkreis oder eine Gemeinde kann das nicht vorschreiben!

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    1. Vorschreiben kann eine Gemeinde oder ein Landkreis nichts, das ist schon richtig. Sehr wohl kann die Gemeinde/der Landkreis aber Anreize schaffen, indem die Infrastrukturen für Fußgänger und Fahrräder sowie der ÖPNV (inklusive Bahn) deutlich gestärkt werden. Und gemessen daran, wie sich im Kommunalwahlkampf nun plötzlich alle Gruppierungen mit ihren diesbezüglichen Ideen und Forderungen zu überbieten versuchen, darf man sich schon wundern, warum dann in der Vergangenheit so wenig passiert ist, bzw. fast nur Anreize zum Autofahren geschaffen wurden. Auch der Bürgermeister Kölbl hat sich z.B. lange Jahre vehement für kostenlose Parkhäuser und so gut wie gar nicht für mehr Radwege oder mehr Radlständer eingesetzt.

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  2. Wenn ich Busse und Bahnen so ansehe, sollte man langsam aber sicher akzeptieren, dass die Mehrheit der Bürger gar nicht interessiert ist mit diesen Verkehrsmitteln in großer Anzahl zu fahren (ausgenommen Ballungszentren, Schulbusse etc.).

    Man wird niemals eine ökonomisch sinnvolle Auslastung erreichen, schon gar nicht durch einen massiven Ausbau. Für unsere ländlichen Regionen braucht man wenn dann vernünftige, alternative Konzepte und keine Kostenexplosion durch unüberlegte Maßnahmen, vor allem vor dem Hintergrund, dass wir in absehbarer Zeit durch das autonome Fahren und Selbstfahrertaxis diese Probleme komplett anders und sinnvoller lösen können.

    Die Investition in Fahrradwege und der dazugehörigen Infrastruktur ist auch aus meiner Sicht wichtig und zukunftsorientiert.

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    1. Also sowohl der Wasserburger Stadtbus als auch die Züge richtung München haben gefühlt in den letzten Jahren einen regelrechten Fahrgastboom zu verzeichnen. Wenn ich mir dagegen die Auslastung der allermeisten Pkw so ansehe, dann macht es überhaupt gar keinen Sinn für deren Infrastruktur auch nur noch einen Cent auszugeben.

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