Knappe Entscheidung für Erweiterung

Bauausschuss berät erneut über Fachmarkt an der Bernd-Motzkus-Straße

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Das Fachmarkt-Center an der Bernd-Motzkus-Straße in Wasserburg war gestern erneut Thema im Bauausschuss. „Fressnapf“ und „Dänisches Bettenlager“ sollen zur Schmerbeckstraße hin (Foto) ausgebaut, der Ladenkomplex umgestaltet werden.  Der Bauwerber hatte eine überarbeitete Planung eingereicht, die gestern mit knapper Mehrheit auch befürwortet wurde. 

Wie Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann eingangs der Beratung erklärte, gehe es jetzt vorrangig um die Fällung von vier kleinen Eschen (auf dem Bild ganz vorne). „Der Bauwerber ist bereit, für eine Ersatzpflanzung zu sorgen. Die Bäume werden also quasi nur etwas verschoben, die großen Alleebäume sind davon nicht betroffen“, so Herrmann. Durch die geplante Maßnahme erhöhe sich die Verkaufsfläche beim „Dänischen Bettenlager“ um 127 auf 847 Quadratmeter, beim „Fressnapf“ um 86 auf 502 Quadratmeter.

„Beide Märkte sind für ihr Sortiment ohnehin sehr klein und die geplante Maßnahme hat mit einer wirklichen Vergrößerung nichts zu tun“, ergänzte Bürgermeister Michael Kölbl. Man habe ein Gutachten erstellen lassen, das die Erweiterung als für die Stadt unbedenklich einstufe. 1000 bis 1200 Quadratmeter seien schädlich. „Wir liegen bei 800 nach der Erweiterung.“ Außerdem gebe man die Zustimmung nur, wenn sich der Betreiber an das vorgeschriebene Sortiment halte.

Christian Stadler von den Grünen sagte, die Lösung mit der Ersatzpflanzung sei für ihn nachvollziehbar. Auch handle es sich um eine Mehrung der Verkaufsfläche, ohne, dass das Geschäft tatsächlich größer wird. „Andererseits müssen auch die Geschäftsleute in der Altstadt mit ihren oft begrenzten Flächen zurecht kommen und dies sollte dann auch für die Geschäfte auf der grünen Wiese möglich sein.“

Dr. Hermann Budenhofer (Freie Wähler Reitmehring) bestätigte, dass bei beiden Geschäften dringend Handlungsbedarf sei. „Da ist es wirklich eng, da stolpert man übers Sortiment. Ich hätte gegen eine Erweiterung in diesem Umfang nichts.“

Ganz anders sah das Andi Ass (CSU): „Mir ist der Schutz des Einzelhandels wichtig. Alle halbe Jahre kommt von irgendeinem Filialisten ein neuer Antrag auf Erweiterung. Das ist die reinste Salami-Taktik. Hier 80 Quadratmeter mehr, da 80 dazu, das muss jetzt mal reichen. Meiner Meinung nach betrifft dieses Vorgehen den Einzelhandel in der Altstadt direkt – wir sollten auch mal nein sagen.“ Und Wolfgang Schmid (CSU) ergänzte: „Wenn man mit offenen Augen durch den einen oder anderen Fachmarkt geht, fragt man sich ohnehin, was das für ein seltsames Sortiment ist. Der Baumarkt beim Singer oben schaut mehr aus wie ein Spielwaren- oder Haushaltswarengeschäft. Wenn ich aber eine Bohrmaschine suche, find‘ ich sie nicht.“

Friederike Kayser-Büker sieht das ähnlich: „Ich frage mich, wie wir das Sortiment überprüfen sollen. Ich kann es nicht kontrollieren. Und was tun wir, wenn’s nicht eingehalten wird.“

Die abschließende Abstimmung ging denkbar knapp aus. Der Bauausschuss genehmigte unter verschiedenen Auflagen die Erweiterung der Fachmärkte mit vier gegen drei Stimmen. 

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6 Gedanken zu „Knappe Entscheidung für Erweiterung

  1. Das Verhalten unseres Bürgermeisters zieht sich wie ein roter Faden durch seine Amtszeit: kein eigenes Konzept, (bezahlte) Berater und safty first und keine eigene Verantwortung. Die GRÜNEN (in Persona H. Stadler) sind immer eifrig einzelne Bürger und Geschäftsteibende zu reglementieren, bei überregionalen „Spielern“ zeigen sie sich dann doch häufig generös und diplomatisch.
    Fressnapf ist ein klassische Franchiser, für den ein Paar qm mehr Verkaufsfläche in heutigen Zeiten nicht mehr von grosser Bedeutung sind, weil das Sortiment im WebShop umfangreich verfügbar ist. Das gilt für das Dän. Bettenlager auch. Und wenn man die vorhandene Verkaufsfläche schöner und aufgeräumter präsentieren würde, könnte man schon heute viel mehr draus machen.
    Ich würde mir wünschen, dass bei solchen Sitzungen auch die Eigentümer des Innkaufhauses eingeladen werden, um mit ihrer Expertise
    mitsprechen zu dürfen; lokal ansässig, mit zukunftsweisenden Einzelhandelskonzepten „experimentierend“ und nicht zuletzt, persönlich haftend!
    Ausdrücklich sollte auch die Meinung von Andi Ass gehört werden. Ihm würde sicher, ein durchaus lokal ausgerichteter WebShop mit eigenem Lieferservice auch nicht schaden, aber es ist sein Geschäft und somit seine Entscheidung.
    Die radikalen Veränderungen im Einzelhandel lassen sich sicher nicht mehr aufhalten.
    Die Aufgabe der Stadtverwaltung ist es deshalb, den lokalen Geschäftsleuten, mehr als positiv gewillt, Standortvorteile einzuräumen; nicht zuletzt wegen der Gewerbesteuer Einnahmen,.
    Sie sind es, die mit ihrem eigenen Kapital, ihrer Arbeit und ihrem Risiko, die Stadt lebendig halten.
    Dabei geht es nicht nur um die Hofstatt, oder das gastronomische Vergnügen zwischen 1 und 5 Uhr morgens.

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    1. Christian Stadler

      Wo hätte ich mich ihrer Meinung nach bei den überregionalen Spielern generös und diplomatisch gezeigt? Waren Sie selbst anwesend oder ziehen sie Ihre Erkenntnisse aus dem nicht ganz richtigen Zitat im obigen Artikel? Das Ergebnis von 3:4 Stimmen kam übrigens zustande, weil in dem Fall ich als Grüner Vertreter mit den beiden CSU-Vertretern Ass und Schmid gegen die für die Erweiterung notwendigen Befreiungen vom Bebauungsplan gestimmt habe.

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      1. Herr Stadler,
        richtig, ich war nicht persönlich in dieser Sitzung. Nebenbei bemerkt, führt das ja nicht immer zu neuen Erkenntnissen, wenn man sich persönlich aufmacht. (Thema Hofstatt: Bei 2 von 2 Terminen hat man zu Sitzungsbeginn festgestellt: Ups, die Fachleute sind ja gar nicht da. Siehe Artikel WS: Hofstatt-Sperrung: Thema vertagt :“Die drei Zuhörerinnen, die eigens wegen des Tagesordnungspunktes gekommen waren, verließen unverrichteter Dinge wieder den kleinen Sitzungssaal“)
        Ja, ich bezog mich auf den Artikel in der WS. Und wenn Sie da falsch zitiert wurden und ich sie falsch interpretiert habe, dann haben wir das ja hiermit geklärt!
        Ich wünsche ihnen weiter gute Motivation im Sinne zukunftsweisender Konzepte für die lokalen Geschäftsleute.
        ….und wie sagt man bei der SPÖ nach so einem „kleinen“ Missverständnis: Freundschaft!
        In diesem Sinne

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  2. Wohnungsbau: warum wird bei Erweiterungen im „ruhigen Gewerbe“ nicht darüber diskutiert gleich obenauf Wohnungen zu bauen?
    Wäre doch eine wirksame Maßnahme für günstigen Wohnungsbau und dadurch den Landverbrauch zu reduzieren …..

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    1. Super Idee!!!
      doch wie lange dauert es dann, bis sich die Mieter dieser Wohnungen, über die Öffnungszeiten (20:00 Uhr) bzw. den „Lärm“ der an- und abfahrenden Autos beschweren? Wie kann man das verhindern? Ist doch immer gleich, zuerst zieht man auf das Land, und dann prozessiert man wegen der Lärmbelästigung. (Krähender Hahn, Kuh- bzw Kirchenglocken und, und……)

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      1. Hallo ,
        auch in der Altstadt ist Verkehr nach 20:00 und noch Gastro…..;-)

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