„Kinder springen aus Angst in die Wiese“

Viehhausener Mutter beklagt sich bei Bürgerfragestunde über gefährlichen Schulweg

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Theresa Wurzer gibt nicht auf! Seit zehn Jahren kämpft sie für mehr Sicherheit auf dem Schulweg zwischen Viehhausen und Reitmehring. Der ist ihrer Meinung nach morgens zu dunkel, „es gibt keinen Gehweg und viele Autofahrer sind zu schnell unterwegs“. Was fehlt: „Eine Bushaltestelle. Unser Kinder sind da echt gefährdet und es tut sich einfach nichts. Ich bin der Verzweiflung nahe“, so Wurzer bei der jüngsten Bürgerfragestunde im Wasserburger Rathaus. Der Verzweiflung nahe ist auch Bürgermeister Michael Kölbl in dieser Sache: „Ich wäre wirklich froh, wenn wir das endlich abhaken könnten.“

„Derzeit ist ein halbes Dutzend Kinder betroffen, die bei Dunkelheit und ohne Gehweg zu Fuß oder mit dem Rad auf dem Weg zur Schule unterwegs sind. Das kann doch nicht sein“, so Wurzer in der Fragestunde. Es gebe zwar einen Bus, der von Edling über Viehhausen nach Reitmehring fahre, der aber halte in Viehhausen nicht.

Selbst dann, wenn die Kinder Warnwesten trügen, bringe das nicht wirklich etwas, so die besorgte Mutter weiter. „Wenn sich auf der Straße zwei schnell fahrende Autos begegnen, blenden die sich gegenseitig und die Kinder werden nicht mehr gesehen. Da hilft dann oft nur ein Sprung in die Wiese.“

Der Bürgermeister zeigte Verständnis für den Ärger der Viehhausener Mutter. „Es gibt in Relation zur Einwohnerzahl keinen Stadtsteil, in dem ich öfter vor Ort bin, als in Viehhausen. Wir haben wirklich alles unternommen, um dort einen Gehweg bauen zu können“, so Kölbl. Man habe alle Anlieger, denen an der Straße ein Grundstück gehört, angeschrieben. Nur von einem einzigen sei überhaupt eine Antwort gekommen. „Wir können nichts bauen, wenn wir keinen Grund dafür haben.“

Leider hätte in Sachen Geschwindigkeitsmessung die Polizei ihr Veto eingelegt. Das sei an dieser Stelle  nicht möglich, weil die Geschwindigkeitsbegrenzung offenbar rechtswidrig sei.

Er, so Kölbl, könne da jetzt leider nicht viel Hoffnung machen, dass sich die Situation kurzfristig bessere. Er versprach aber: „Wir bleiben dran.“

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10 Gedanken zu „„Kinder springen aus Angst in die Wiese“

  1. Es ist nichts Neues…..
    Wenn es um Reitmehring geht,
    gibt es keinen Grund etwas zu
    unternehmen oder es ist kein
    Geld da……

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  2. Fahre_die_Stecke_auch

    Leider ist es in Deutschland meistens so, dass erst was getan wird, wenn etwas passiert ist.
    Bitte kämpfen Sie weiter bevor es so weit kommt, was wirklich niemand hofft.
    Die Stadt Wasserburg sollte sich lieber für den Gehweg Zeit für die Planung und Überzeugung der Grundstücksbesitzer nehmen,
    statt einen Hindernisparcours in Viehausen aufzubauen um ihn nach zwei Wochen wieder abbauen zu können..
    Selten dämliche Arbeitsbeschaffung, die der Steuerzahler bezahlt.

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    1. Die Stadt sollte mal eine angemessene Summe für den Grund zahlen… dann bekommen sie wahrsch. auch einen….

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      1. Vielleicht hat auch einer der Grundstückseigentümer irgendwann Kinder die hier lang gehen…….

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  3. In Viehhausen zähle ich 5 Parzellen auf der einen Straßenseite von Reitmehring bis zum Bahnübergang. Kann da nicht der Bürgermeister mit jedem ein persönliches Gespräch führen bzgl. Gehweg? Wäre doch besser als einen Brief zu schreiben der schnell mal im Papierkorb landet.

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  4. Da muss man halt mehr tun. Hingehen, mit den Eigentümern sprechen …
    Aber es betrifft halt nur die Sicherheit von Kindern, da meint man wohl, ein Anschreiben reicht.
    Wenn jedoch Gewerbe oder ein sonstiges lukratives Anliegen dahinter stehen würde, würden wohl andere Maßnahmen getroffen werden!.
    Das ist schon sehr traurig.
    (…)

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    1. Bezeichnend finde ich leider, dass gleich wieder so viele Bescheid wissen, was „man“ (also in dem Fall die Stadt) zu tun hätte und die Schuld daran, dass immer noch nichts passiert ist, natürlich wieder bei der Stadt zu suchen ist. Schimpft sich halt doch immer sehr schön auf „die da oben“. Dass hier offensichtlich Anwohner auf stur schalten oder versuchen, für sich den maximalen Erlös rauszupressen, obwohl es um die Sicherheit der eigenen Kinder bzw. der Kinder von unmittelbaren Nachbarn geht, finde ich ehrlich gesagt noch viel trauriger. Das Engagement und Durchhaltevermögen von der Frau Wurzer ist überragend, aber was die Sturheit ihrer eigenen Nachbarn angeht, weiß sie wohl mittlerweile auch nicht mehr weiter.

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      1. Eben! Das ist nämlich der springende Punkt, der bei solchen Sachen (und allgemein bei dem aktuellen Schimpfen auf „die da oben“) immer und immer wieder übersehen wird! Die Stadt ist nicht allmächtig und muss auch Gesetze beachten, man kann auch die Grundstückseigner nicht einfach enteignen (Also – könnte man schon, aber dann können wir auch gleich wieder die Mauer aufbauen und das betreffende Gebiet zur DDR machen).
        Ganz davon abgesehen, dass man die Kids auch mal ordentlich anziehen könnte und z.B. mit Licht ausstatten muss/kann und die Kids darauf hinweisen, dass sie Vorsichtig sein müssen. Wenn ich dran denke, dass wir das vor 20 Jahren auch gemacht haben und auch überlebt haben, versteh ich das Problem auch nicht. Gleich nach Verboten, Gesetzen oder kompletten Umbaumaßnahmen schreien ist auch so ein Unding, was sich Gefühlt die letzten 5 Jahre erschreckend und massiv entwickelt hat.

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  5. VOr 20 Jahren gab es doch noch kein so großes Verkehrsaufkommen wie heute. Da wundert es mich nicht dass nicht so viel passiert ist auf dem Schulweg.

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  6. Vor 20 Jahren war die Straße aber um ein Vielfaches weniger befahren als heute. Dementsprechend ist es gefährlicher für die Schulkinder geworden!

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