Kiebitze stören – das kann teuer werden

Hundehalterin wollte Naturschutzwächtern nicht Folge leisten - Wasserburger Polizei rückte an

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Der Kiebitz gehört zu den bedrohten Vogelarten. Seit 2015 ist er auf der Internationalen Roten Liste gefährdeter Arten zu finden. Er brütet von März bis Juni – vor allem in Feuchtwiesen. Und dort wird er immer wieder von freilaufenden Hunden gestört, was den Hundehaltern allerdings teuer zu stehen kommen kann. Bis zu 10.000 Euro Bußgeld ist möglich, wie das Landratsamt zu einem aktuellen Fall in der Gemeinde Albaching mitteilt. Dort hatte eine Hundehalterin …

… ihren Vierbeiner frei auf Wiesen und Feldern laufen lassen. Ein Naturschutzwächter beobachtete den Hund dabei, wie er Kiebitze aus ihren Nestern aufscheuchte. Der Naturschutzwächter sprach die Halterin daraufhin an. Die zeigte sich zunächst einsichtig.

Wenige Tage später wurde die Person mit ihrem frei laufenden Hund erneut in der Nähe der Brutplätze angetroffen. Diesmal bat der Naturschutzwächter die Wasserburger Polizei um Amtshilfe, die die Personalien der Frau feststellte.

„Im aktuellen Fall sind zwar keine Nester zerstört worden, die Kiebitzfamilie wurde aber gestört”, so eine Sprecherin des Landratsamtes. Damit sei der „besondere Artenschutz“ verletzt worden.

„Aktuell läuft hier eine Anhörung wegen einer vorsätzlichen Ordnungswidrigkeit. Nach dem Bußgeldkatalog sind Bußgelder in Höhe von bis zu 10.000 Euro möglich. In diesem Zusammenhang möchten wir noch einmal an Hundehalter appellieren, ihre Tiere an die Leine zu nehmen, um wildlebende Tiere nicht zu gefährden”, so die Sprecherin.

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14 Kommentare zu “Kiebitze stören – das kann teuer werden

  1. Das Problem mit freilaufenden Hunden gibt es in der gesamten Region. Wenige rücksichtslose Hundehalter stören dadurch immer wieder die Tier- und Pflanzenwelt – und werfen damit auch gleich noch ein allgemein schlechtes Bild auf alle Hundehalter.

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  2. Und wo – bitte – darf ein Hund laufen? Ein Hund braucht auch Auslauf – nicht nur an der Leine – und Spielpartner und Platz zum Toben. Auch er ist Teil der Schöpfung.

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    1. xy……stimmt, doch wenn sie den Artikel genauer durchgelesen hätten, dann hätten Sie festgestellt, dass diese Person zum 2. mal in der Nähe der Brutstätte gewesen ist.
      Somit ensteht der Eindruck, dass diese Person scheinbar unbelehrbar ist….

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    2. Landwirt aus Leidenschaft

      Dafür gibt es Hundeschulen, da darf Ihr Hund laufen und spielen – da greift er keine Tiere, Menschen und Kinder an.

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      1. @Landwirt aus Leidenenschaft, Frage glauben Sie das was sie da geschrieben haben wirklich. Wenn ja wundert mich nichts mehr.
        Sie verurteilen alle Hunde, das sie Menschen, Kinder (sind für den Bauern ja keine Menschen, deshalb extra aufgeführt) und Tiere angreifen.
        @LorenzHuber besitzen Sie einen Hund?, diese können in Wohnungen gehalten werden, es muss halt dann dem entsprechend für Auslauf gesorgt werde.
        Ich stimme ihnen aber zu das es Hundehalter gibt den das völlig egal ist. Leider schon selber erlebt beim Gassi gehen. Hundebesitzerin schmeißt den Ball für den Hund in die Wiese mit den Nestern, stand neben dem Schild mit der Bitte darauf zu achten das die Hunde nicht in die Wiese sollen. Hab mir erlaubt sie darauf an zu sprechen und wurde gleich freundlich beleidigt.

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  3. Ganz klar braucht ein Hund seinen Auslauf. Und genau so klar ist auch die Tatsache, daß viele Hundehalter ein Riesenvieh zuhause halten, aber selber keinen Garten haben. Der Hund an sich ist auch nicht das Problem, sondern der oft ohne Sachkunde ausgestattete Hundeführer. Wenn man das nötige Umweltbewusstsein mitbringt, seinen Hund mit ein paar wenigen Kommandos führen kann, dann steht dem nichts im Weg. Aber viele der Hunde werden nicht Artgerecht gehalten, so zum Beispiel in zu kleinen Wohnungen ohne soziale Anbindung tagsüber und wenn sie Abends dann losgelassen werden, muss die Kraft ja irgendwie raus. Genauso wie der Moderne Zeitgenosse gerne die Artgerechte Nutztierhaltung beansprucht und anprangert, ich machs jetzt mal umgekehrt. Ein Hund ist richtigerweise auch ein Teil der Schöpfung.

    Lorenz Huber

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    1. Volle Zustimmung, Herr Huber!

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  4. Und wenn der Hund es nicht geschafft hat dann kommt der Bauer und fährt alles zusammen …..

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    1. Aufmerksamer Leser

      Hätten Sie sich mit dem Thema befasst, dann wüssten Sie, dass gerade im Altlandkreis Wasserburg in vielen Gemeinden die Landwirte aktiv beim Schutz mitarbeiten und bekannte Kiebitz-Brutstätten in den Feldern jedes Jahr aufs Neue markieren und bewahren. Bei aller berechtigter Kritik an der Intensiv-Landwirtschaft in anderen Bereichen ist sie beim Thema Kiebitz fehl am Platz!

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  5. Das ist erfreulich für bestimmte Bereiche.
    Leider gibt es in einigen Gemeinden keinerlei Achtsamkeit für den Schutz von Tieren und Vögeln.
    Habe schon erlebt wie ein Landwirt mit seinem Traktor auf Hunde losgefahren ist …..grundlos!

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  6. @Roland-A.
    Ja, seit 25 Jahren ständig.
    Sonst würde ich nicht so kommentieren.

    Lorenz Huber

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  7. Daß die Kiebitze vom Aussterben bedroht sind, haben wir sicher nicht den Hunden zu verdanken, sondern den Hundehaltern. Schließlich haben sie (Achtung Ironie) der modernen Landwirtschaft viel zu lange erlaubt den Kiebitz fast auszurotten. Liebe Landwirte, ich weiß dass ihr auch nur, wie wir alle mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel Geld verdienen wollt und müsst. Aber machen wir uns ehrlich, das ganz Problem bedingen nicht ein paar freilaufende Hunde, sondern wir Menschen mit unserer rücksichtslosen Wachstumsmanie.

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  8. ichliebebesserwisser

    @Landwirt aus Leidenschaft.
    Hauptsache schön alle verallgemeinern nicht wahr?
    Naja verständlich, denn Hunde bringen ja keinen Ertrag, hab ich recht Lieber Landwirt?
    Hoffentlich haben Ihre gehaltenen Tiere Auslauf und müssen nicht ein Leben lang im Dreck stehen.

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  9. In anderen Bundesländern wird wenigstens durchgegriffen! Ich habe dieses Jahr Sandregenpfeifer betreut und hatte ebenfalls massiv Probleme mit rücksichtslosen Hundehaltern, die z.b. trotz Schildern direkt am Brutplatz mit Bällen warfen und ihre unangeleinten Köter dort laufen ließen.

    Obwohl ich auch die Polizei einmal holte, der Hund befand sich schon im gesperrten Brutbereich und die Halterin ließ sich provokativ direkt daneben nieder – trotz Hundeverbot am Strand dort, tat die Polizei nichts – außer Verfahren einleiten.

    Ich hab mich dieses Jahr zum 1. Mal engagiert und musste feststellen, Hundehalter sind die rücksichtslosesten und besonders egoistischen Leute in der Natur!

    Es sind auch keine Tierfreunde oftmals, sie sehen nur ihren Hund, andere Tiere sind ihnen egal.
    Natur wird von ihnen nur benutzt als Hundeklo, aber Naturfreunde sind es oft nicht.

    Artenschutz wird durch die Massen an freilaufenden Hunden und immer mehr Hundehaltern massiv erschwert.
    Bei uns ist ein Hundeverbot an den meisten Stränden und auch dort, wo die Sandis brüteten, aber überall werden Hunde einfach frei laufen gelassen, auch eine Frechheit! Die Gemeinde tut nichts.

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