Kein schöner Mittwoch

Ungläubiges Staunen: Wasserburger Lesereihe und der christliche Glauben

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Neuer Tag, neue Zeit: Aber nein, die Zeiten ändern sich nicht wirklich. Denn, obwohl früher alles besser war, war – als früher noch alles besser war – früher alles wie immer. Und wenn es tatsächlich „kein schöner Land in dieser Zeit, als hier das unsre“ gäbe, wo wären dann unsere Sehnsuchtsorte? Das Theater Wasserburg lädt unter der Leitung von Nik Mayr kommenden Mittwoch, 20. Dezember, wieder zur beliebten, monatlichen Lesereihe ein – seit kurzem neu unter dem Titel „Kein schöner Mittwoch“. Was geschieht, wenn einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller, der selbst ein Muslim ist, sich in die christliche Bildwelt versenkt? Darum geht es diesmal …

Das Ensemble am Theater Wasserburg begibt sich auf die Suche, staunt und schaudert und wundert sich über unsere Sehnsuchtsorte zu Hause und auch anderswo anhand unbequemer, politischer und utopischer Texte, Erzählungen und Manifeste.

Abseits der gewohnten Bühnenliteratur spielzeitbegleitend bei Schreibtischlampe und Bierchen. Zwanglos, aber interessiert, für zwangsfrei Interessierte!

Am Mittwoch geht es um 20 Uhr das Werk ‚Ungläubiges Staunen über das Christentum‘  von Navid Kermani.

Deutschlands bekanntester Orientalist nähert sich neugierig in autobiographisch geprägten Essays dem christlichen Glauben. Schuld, Erlösung, Leid, Sünde, Opfer, die Begriffe sind im Alltag noch da, aber sie sind religiös entkernt. Kermani füllt sie in diesem Buch wieder auf.

Mit einer geradezu kindlichen Neugier steht Navid Kermani vor den großen und vor unbekannten Werken der christlichen Kunst. Er hadert mit dem Kreuz, verliebt sich in den Blick der Maria, erlebt die orthodoxe Messe und ermisst die Größe des heiligen Franziskus.

Er lehrt uns, in den Bildern alter Meister wie Botticelli, Caravaggio oder Rembrandt auch die Fragen unserer heutigen Existenz zu erkennen – mit klarem Blick für die wesentlichen Details und die untergründigen Bezüge auch zu entfernt scheinenden Welten, zur deutschen Literatur, zum mystischen Islam und selbst zur modernen Heilgymnastik.

Also fühlen Sie sich nicht gezwungen, aber geladen, einen Blick hinter genannte Phrase „Kein schöner Land” zu werfen. Und sollte es mal kein so schöner Mittwoch werden: Geteiltes Leid ist halbes Leid.

 

 

 

 

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