Kein Fußball bei uns vor dem 1. September

Aber die laufende Saison soll dann fortgesetzt werden - Vereine können bis Sonntag dem zustimmen

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Jetzt müssen die Aktiven und auch die Fans stark sein: Es wird kein Fußballspiel mehr vor dem 1. September bei uns geben! In einem digitalen Pressegespräch am heutigen Freitagmittag hat der Bayerische Fußballverband über das weitere Vorgehen informiert. Demnach soll die laufende Saison – nach Abstimmung mit den Vereinen – ab 1. September 2020 fortgesetzt werden! Das heißt bis dahin wird es im Freistaat keinen unterklassigen Fußball ab Regionalliga geben! Das ist das bevorzugte Modell der Verbandsspitze um Präsident Dr. Rainer Koch und Geschäftsführer Jürgen Igelspacher.

Wieso der 1. September?

Zum einen sei dann die Ferienzeit zu Ende, zum anderen habe der 1. August wenig Sinn gemacht. Man brauche Vorlaufzeit und es sei nicht vorstellbar, dass im Juli schon wieder Kontaktsport möglich sei, so Dr. Koch.

Entscheidung gilt nur für Erwachsenen-Spielbetrieb

Das Modell gilt derzeit nur für die Herren- und Damen-Bayernligen und abwärts! In der Regionalliga Bayern werde zwar auch nicht vor dem 1. September wieder gespielt, diese ist aber auch von den Entscheidungen des DFB im Bezug auf die 3. Liga abhängig.

Der Jugendfußball wird auch vor dem 1. September nicht gespielt, das genaue Prozedere sei aber ein Thema, das in den nächsten Wochen diskutiert werde.

Was ist mit Vereinswechseln?

Veträge haben normalerweise eine Laufzeit bis zum 30. Juni. Das stellt nun natürlich ein Problem dar. Das einfachste sei, dass sich Verein und Spieler einigen. Diese Bereitschaft gebe es in den meisten Fällen, sagt BFV-Geschäftsführer Igelspacher. Das gelte aber nur für Wechsel innerhalb Bayerns. Der BFV werde nach einem Wechsel nur ein Spielrecht erteilen, wenn die Saison beendet sei.

Vereine bekommen einen Link zur Abstimmung

Das BFV versendet den Klubs eine Nachricht ins Vereinspostfach. Darin ist der Link zur Online-Abstimmung enthalten.

Was ist, wenn die Vereine widersprechen?

Bis Sonntag, 18 Uhr, wird den Vereinen die Möglichkeit geben, dem Vorschlag zuzustimmen. Sollte keine Mehrheit gefunden werden, müsste ein Verbandstag einberufen werden. Das würde die Unsicherheit aber längere Zeit aufrecht erhalten. Eine BFV-Vorstandssitzung ist für den 22. April angesetzt.

Der Vorstand des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) wird in insgesamt acht Webinaren von diesem Freitag an bis zum Sonntagabend allen Vereinen in ganz Bayern ein Modell für die Fortführung des aktuell aufgrund der Covid-19-Pandemie ausgesetzten Spielbetriebs vorstellen, das dem Wunsch nach Planungssicherheit gerecht wird, gleichzeitig aber auch größtmögliche Flexibilität für den Verband gewährleistet, rechtliche Sicherheit in Bezug auf Haftungsfragen bietet und einem fairen Wettbewerb Rechnung trägt.

Der Vorschlag des BFV-Vorstandes sieht vor, den kompletten Spielbetrieb bei Frauen und Männern, Juniorinnen und Junioren im Freistaat generell bis zum 31. August 2020 weiter auszusetzen, die Saison 2019/20 danach fortzusetzen und in jedem Fall regulär zu beenden. Was die Fortsetzung im Nachwuchsbereich angeht, müsse man differenzierter vorgehen, so BFV-Präsident Koch. Bis Sonntagabend (18 Uhr) können die Vereine online über das vorgeschlagene Modell abstimmen und zu einem Meinungsbild beitragen.

In den vergangenen Wochen hatte der BFV mehr als 5100 Vereinsfunktionäre im gesamten Freistaat persönlich kontaktiert, in über 70 Videokonferenzen die bisherigen Entscheidungen transparent dargelegt und gleichzeitig Meinungsbilder zur Lage an der Basis eingeholt. Zudem hat der BFV in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut SLC eine für die bayerische Amateurfußballbasis repräsentative Umfrage durchgeführt.

Dabei hatte sich deutlich gezeigt, dass die BFV-Mitgliedsvereine eine mittelfristige Planungssicherheit hinsichtlich der aktuell bis auf weiteres unterbrochenen Spielzeit für unabdingbar erachten. Dieser Forderung trage der BFV mit dem vorgeschlagenen Modell Rechnung.

„Wir wollen keine Geisterspiele, wir wollen keine juristischen Streitigkeiten, wir wollen den fairen Wettbewerb und Entscheidungen auf dem Platz – nicht am grünen Tisch! Da aktuell aber niemand mit Gewissheit sagen kann, ob tatsächlich ab dem 1. September 2020 wieder gespielt werden kann, brauchen wir aber gleichzeitig eine Lösung mit größtmöglicher Flexibilität. Für den BFV gibt es genau aus diesem Grund auch keine Alternative zum Vorschlag, die aktuelle Saison in jedem Fall zu Ende zu spielen, sobald das wieder möglich ist“, sagte BFV-Präsident Rainer Koch bei dem Mediengespräch, bei dem er auch ausführlich auf die Gründe einging, die aus Sicht des BFV gegen den Abbruch und die Annullierung der Saison 2019/20 sprechen.

„Mit unserem im Vorstand erarbeiteten Vorschlag hätten die Vereine die zurecht eingeforderte Planungssicherheit, außerdem gehen wir so gezielt heiklen Haftungsfragen aus dem Weg. Wer jetzt abbricht, zerschießt sich die laufende Saison und hat gleichzeitig auch keinerlei Garantie für die Spielzeit 2020/21, was Startzeitpunkt, Mannschaftsstärke pro Liga und Anzahl der Auf- und Absteiger anbelangt.“

Zuletzt war der Amateur-Spielbetrieb in England und Österreich abgebrochen worden, was zur Folge hat, dass Vereine bereits rechtliche Schritte gegen die Entscheidung angekündigt haben. Klagen sowohl hinsichtlich der sportlichen Wertung, aber auch wegen finanzieller Schäden, weil sich mit Sponsoren geschlossene Verträge nicht erfüllen lassen.

„Genau das würde auch uns bei einem Saisonabbruch drohen. Denken wir an den Vereinsheimpächter, dem bei einem Saisonabbruch erhebliche Einnahmeeinbußen drohen. Da ist klar, wen er in Regress nehmen wird: Uns als Verband, der den Abbruch verfügt hat. Das ist keine Option“, nannte Koch ein Beispiel: „Noch viel weitreichender wäre aber wohl die Frage, wie im Falle eines Abbruches die sportliche Wertung vorzunehmen ist. Hierfür gibt es keine rechtlich einwandfreie und schon gar nicht sportlich faire Lösung. Das wird zudem auch Klagen nach sich ziehen. Niemand kann einem Tabellenzweiten nachweisen, dass er selbst einen rein theoretischen Rückstand nicht noch aufgeholt hätte. Das haben wir im Fußball alles schon tausende Male erlebt. Gleiches gilt für die Abstiegsfrage.“

Aller Voraussicht nach wird der BFV-Vorstand am kommenden Mittwoch tagen und auch vor dem Hintergrund der Ergebnisse zum Meinungsbild der Vereine eine Entscheidung treffen. Für den Fall, so Koch, dass der Vorschlag des BFV-Vorstands keine Mehrheit erhält, würde das sehr wahrscheinlich einen Außerordentlichen Verbandstag zur Konsequenz haben.

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3 Kommentare zu “Kein Fußball bei uns vor dem 1. September

  1. Was soll dieser Blödsinn ,die Runde ab September fertigspielen ,ohne Trainingsvorbereitung.
    Die Spitzenmannschaften aufsteigen lassen,keine Absteiger und fertig.
    Es gibt je zu viele Gruppen. Die B- und C-Klassen sind ja nur Reservemannschaften.

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  2. Da sieht man, wie schlecht manche informiert sind:
    B- bzw. C-Klasse sind nur 2. Mannschaften …
    Ich finde diese Lösung super.

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  3. Fußballregional

    Is klar, wenn man im Niemandsland oder sogar im Abstiegskampf steckt, dass ein Abbruch gerade zu perfekt wäre.

    Aber die Mannschaften, die vorne mitspielen, würden durch einen Abbruch gestraft. Bin auch der Meinung, man sollte die Saison, wann auch immer es wieder weiter geht, zu Ende zu spielen.
    Und zum Thema aktuelle Tabellen: Einfach werten wird nicht funktionieren, da viele Mannschaften nicht alle Spiele gespielt haben.

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