Kein Anstieg von häuslicher Gewalt

Dass es im Zusammenhang mit der Corona-Krise vermehrt zu Fällen von häuslicher Gewalt kommt, kann Stefan Sonntag von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim nicht bestätigen. „Im Gegenteil, die Zahlen sind sogar eher zurückgegangen“, so Sonntag auf Anfrage der Wasserburger Stimme. Diese Tatsache sei allerdings mit einem großen „Aber“ versehen.

„Wir sehen nur scheinbar keinen Handlungsbedarf“, sagt der Polizeisprecher, bei dem alle Vorfälle der rund 50 Dienststellen auf dem Tisch landen, „wir gehen aber sehr wohl davon aus, dass häusliche Gewalt ein Thema ist.“

 

Ein Grund, warum es zu keinen Anzeigen kommt, sei der Umstand, dass wegen der Ausgangsbeschränkung Täter und Geschädigte ständig voneinander umgeben seien und so die Opfer sich schlicht nicht trauen würden, um Hilfe zu bitten.

 

„Haben Sie dennoch keine Scheu, die Polizei zu verständigen“, appelliert Stefan Sonntag an die Personen, die etwa von ihrem Ehepartner geschlagen würden. Jede Dienststelle kann angerufen oder auch unter dem Notruf 110 die Polizei alarmiert werden. Nur so könnten notwendige Maßnahmen ergriffen werden, wie beispielsweise der Verweis des Täters aus der gemeinschaftlichen Wohnung.

CF