Kaputtes gemeinsam reparieren

Unser Video übers „Repair Cafè" - Nächster Termin nach der Sommerpause

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Einmal im Monat organisiert das Team der Arbeiterwohlfahrt Wasserburg um Anne von Loewenfeld ein „Repair Cafè”. Die Idee: Dinge, die zu schade sind zum Wegschmeißen und zu wenig wertvoll für eine teure Reparatur von ehrenamtlichen Experten begutachten lassen. Wenn man’s richten kann, dann wird das zusammen gemacht, quasi „learning by doing” und Kaffee und Kuchen gibt’s auch dazu. Unser Video:

Das nächste Repair-Cafè ist nach der Sommerpause am 14. September von 14 bis 17 Uhr im Willi-Ernst-Ring 27.

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11 Kommentare zu “Kaputtes gemeinsam reparieren

  1. I verstehs ned...

    An sich ist die Idee so eines Repair Cafè´s nicht schlecht. Gesellschaftlich find ich sowas aber eine Katastrophe und den vorprogrammierten Untergang jeglicher Fachbetriebe bzw. dem Fach- und Einzelhandel.
    Man bewegt sich hier in einem rechtsfreien Raum. Es ist keine Schwarzarbeit, weil kein Geld dafür verlangt wird. Man muß keine Unfallverhütungsvorschriften einhalten, für was auch? Zu guter Letzt lässt man einen waghalsigen Haftungsausschluß unterschreiben, damit mal nicht mal eine VDE 0701 Prüfung durchführen braucht.

    All diese Dinge hat aber der Fachmann zu leisten. Dann wirds aber zu teuer. Der Markt ist durch all die China-Ware eh komplett kaputt. Deutsche Hersteller sind durch die “Geiz ist Geil”-Mentalität in die Insolvenz getrieben worden.
    Und jetzt kommen die Gutmenschen, helfen denen, die durch den Kauf billigster Produkte eh noch nie Respekt vor der Technik hatten und treiben damit die letzten verbliebenen Radio-und Fernsehtechniker in den Ruin.
    Mit was geht’s weiter?

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  2. das ist nur eine Sicht der Dinge. Es gibt genug Kleinreparaturarbeitenen, die kein Fachhandel mehr durchführt! Die raten dann eher zu einem neuen Gerät, das noch gar nicht notwendig wäre. So gesehen finde ich diese Kaffees völlig in Ordnung und hilfreich.

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  3. Ja, da is scho wos droh!
    Ohne VDE Prüfung finde I des a sehr gefährliches Spiel. Der Grundgedanke is scho guad, aber bei der Elektrotechnik fatal und rechtlich a ned wasserdicht. Die Verantwortlichen sollten sich da mal lieber über die Vorgaben des Gesetzgeber erkundigen.
    Es bringt auch keiner sein Auto hin und lässt von irgendjemanden die bremsen reparieren.
    Ich möchte aber nicht an der Kompetenz der helfenden zweifeln. Ich kenne sie ja nicht.

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  4. Ich kann sowohl real, wie auch in Ihren Ausführungen, keinen rechtsfreien Raum erkennen!

    Außerdem denke ich, daß der billige Fernost-Schrott eher freundlich abgelehnt würde, bzw. deren Besitzer damit schon gar nicht antanzen. Diese Klientel ist am Samstag eh schon wieder beim Shoppen. Vielleicht sogar in einem ehemaligen Radio-Fernsehtechniker-Laden, wovon nur noch der Name übrig ist, weil er längst selbst….

    Es gibt unzählige gut konstruierte Geräte, die leider doch mal kaputt gehen und eine Reparatur sinnvoll wäre. Eine gute Reparaturwerkstatt dafür zu finden, kann sehr schnell sehr frustrierend werden. Warum wohl? Weil es keiner machen will bzw. nur noch wenige können. Mit anfallenden Reparaturkosten hat das dann wenig zu tun.

    Unstrittig, es wird unglaublich viel Schrott gekauft. Die Märkte auf der grünen Wiese bringen andauernd neue Technik unter die Leute. Technik deren Nutzungsdauer und Haltbarkeit meist mieserabel ist. Manchmal ist sogar der vorgesehene Zweck total sinnfrei. Was sich an vielen weggeworfenen Dingen zeigt, die nicht mal kaputt sind.

    Treffen wir uns doch mal beim nächsten hiesigen Repair-Cafe und reden weiter darüber. Ich war noch nie dort.

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  5. I verstehs ned…
    Ich verstehe es nicht, dass sich ausgerechnet jetzt Fachbetriebe darüber aufregen, dass einige umweltbewusste Fachleute versuchen denen zu helfen, die nicht bereit sind, sich billige Fernost-Produkte zu kaufen. Es gibt gottseidank noch viele Menschen die an ihren, einmal für viel Geld erworbenen “Antiquitäten” hängen. Wir stammen noch aus einer Generation die gute Qualität geschätzt hat und dafür auch bereit war, mehr zu bezahlen.
    In der heutigen Zeit haben es leider auch viele Fachbetriebe versäumt sich rechtzeitig anzupassen. Wir werden den Online-Handel nicht aufhalten können, doch es gibt immer noch sehr viele Kunden, die eine persönliche Beratung zu schätzen wissen und auch heute noch bereit sind, dafür etwas mehr zu bezahlen. Ich selbst erlebe es leider sehr oft, dass sogenannte “Fachverkäufer” keine Ahnung haben und von ihren Chefs nur angehalten sind Umsatz zu generieren und Geräte zu verkaufen welche die optimale Gewinnmarge enthält.
    Also bitte keinen Neid aufkommen lassen! Sind wir doch froh, dass es noch einige ehrenamtliche und umweltbewusste Menschen gibt, die sich um die Sachen kümmern an denen Erinnerungen oder einfach “das Herz” daran hängt.
    Sich in diesem Zusammenhang Gedanken um Unfallverhütung, Haftungsausschluss und VDE-Vorschriften zu machen sind einfach lächerlich, denn es gibt in unserer heutigen Arbeitswelt genug Beispiele, wo dies alles unterlaufen wird.
    In unsrem Repaircafe in Wasserburg arbeiten nur Fachleute, die auch eine Ausbildung z.B. zum Meister- oder Ingenieur haben und viel Erfahrung mitbringen, die auch noch den Ehrgeiz haben das umsetzen was sie gelernt haben einschl. aller Vorschriften.
    Nichts für Ungut, sind wir froh, dass wir noch so viele “Ehrenamtliche” haben!

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  6. Wir von der Ökoligisch Demokratischen Partei, kurz ÖDP begrüßen diese Einrichtung. Denn wir können nicht weiter unseren Planeten ausbeuten und immer mehr wollen. “Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.” ist das berühmte Zitat von Mahatma Gandhi. Daher können wir nicht weiter so wirtschaften, dass weiter Rohstoffe in dem Maße verbraucht werden, wie das momentan weltweit geschieht. Sonst treiben wir unsere Erde weiter in einen Ruin, siehe Klimawandel, Plastikvermüllung, usw.. So kann jeder einen guten Beitrag leisten und dies ist für Wasserburg am Inn ein toller Ansatz. Auch wird dadurch die Bevölkerung aufgerufen, nachzudenken und verantwortungsvoll zu handeln gegenüber unserer Umwelt. Solche Cafés sollte es in jeder Gemeinde geben und ich denke weiter: Reparaturwerkstätten dieser Art sollten staatlich subventioniert werden und sich zu einer neuen Branche entwickeln.

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  7. I verstehs ned...

    Alle haben Recht in Ihren Ausführungen. Man sollte ökolisch und nachhaltig denken. Und doch erlebe ich genau das Gegenteil. Seit 18 Jahren betreibe ich im Altlandkreis so einen Meisterbetrieb. Viele Werkstätten gibt es noch, aber keine Kunden. Nicht, weils zu teuer ist, sondern weil die Kunden nicht mehr kommen oder auf die Idee kommen nur anzufragen.

    Einerseits Jammern, weil alle Reparaturwerkstätten so teuer sind und es angeblich alle versäumt haben, andererseits habt Ihr aber noch nie was reparieren lassen.

    Und JA, das war mal eine Branche. Reparieren stand immer im Vordergrund. Umso erstaunlicher ist es, warum jetzt auf einmal so viele ehrenamtliche aus der Versenkung kommen und den Berufsstand des Radio- und Fernsehtechnikers durch Ihre Tätigkeit ganz in die Versenkung treiben. Und dann gleichzeitig die Wörter “ökologisch und nachhaltig” in den Mund nehmen. Was soll aus euren Kindern und Kindeskindern mal werden?

    Und LEIDER, Reparaturwerkstätten dieser Art werden bereits staatlich subventioniert. Es findet ja nicht in Euren Privaträumen statt.

    Ich denke die AWO hätte genug Themenbereiche, wo sie Ihr Engagement zielgerichter einsetzen könnte. Was hilft es mir, wenn mein Schwarzweißfernseher noch geht, mich im Alter aber keiner pflegt?

    Wahrscheinlich sinds die selben, die sich über schließende Geschäfte in der Altstadt aufregen, aber dort nie einkauften. Und wenn dann alles zu hat gibts einen ehrenamtlich von Gutmenschen geführten Dorfladen in der Stadt. Und schon hat man das Rad neu erfunden.

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  8. @i verstehst ned
    wie wär es, wenn Sie einfach mal vorbeischauen würden, um sich einen Eindruck zu verschaffen? Dann würden Sie sehen, dass hier zumeist Geräte wie der 10 Jahre alte Stabmixer oder der 20 Jahre alte Radiowecker gebracht werden.
    Würden Sie das in Ihrem Laden reparieren und was würde das bitte kosten? Die Kunden haben sich jahrelang anhören müssen “gibt keine Ersatzteile mehr, neues ist billiger”. Ins Repaircafe bringt normalerweise keiner seinen Fernseher oder die Stereoanlage, sondern meist Kleingeräte. Oft wollen die Leute auch nur hören, dass man etwas beruhigt wegwerfen kann. Repaircafes sind Reaktion auf ein Problem, nicht Ursache. Haben Sie eine bessere Idee, anstatt in diese unsägliche Rethorik gegen vermeintliche Gutmenschenrethorik einzufallen? (Wer soll Sie denn mal pflegen, Gutmenschen oder Bösmenchen?) Ins Repaircafe kommen die, die sich Gedanken machen und nicht einfach wegwerfen und etwas neu kaufen wollen oder sich das auch gar nicht leisten können.

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  9. @i verstehs ned
    Wir wollten unsere Waschmaschine reparieren lassen, die Trommel war locker und lief nicht mehr rund. KEIN Gerät aus Fernost, sondern ein Markengerät einer Deutschen Firma.
    Fachmann beauftragt, sich das mal an zu sehen und die Maschine zu reparieren.
    O-ton Fachmann: “… die ist 10 Jahre alt, die kann man nicht mehr reparieren, lohnt sich nicht, ich empfehle Ihnen eine neue …”
    Fachmann hätte uns gerne eine neue Waschmaschine für 900 Euro verkauft. Wir haben auf Reparatur BESTANDEN (fluchender Fachmann im Keller), haben 200 Euro bezahlt und die Maschine läuft heute noch.
    Sogenannte Fachleute haben leider oft keine Lust mehr auf Reparaturen, da die daran weniger verdienen, als an einem neuen Gerät.
    Klingt komisch ist aber so und wir werden auch weiterhin alles raparieren lassen so lange es geht.

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  10. I verstehs ned...

    Und Sie glauben jetzt im Ernstfall, daß man ihnen die Waschmaschine im Repair-Café kostenlos repariert hätte? Wohl kaum.
    Eine 10 Jahre alte Maschine eines deutschen Herstellers repariert ihnen jeder vernünftige Fachhandwerker.
    Warum?
    Eine einfache Rechnung:
    Ich fahre zum Kunden -> stelle Fehlerursache fest -> erstelle Kostenvoranschlag für Reparatur -> zu teuer -> Kunde kommt zu mir in den Laden -> Beratung -> Ich liefere die Maschine -> inkl. Anschluß und Einweisung -> Ich entsorge das Altgerät.
    Ca. 4h Arbeit und das alles für den UVP des Neugeräts. Da kommen aber die Kunden schon vorher daher mit einem Angebot aus dem Internet und wollen noch Rabatt!
    Wenn ich jetzt die Maschine repariere, erspare ich mir den ganzen Aufwand und verdiene am Ende nicht weniger.

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  11. @I verstehs ned:
    Wahrscheinlich glaubt Andreas das nicht, denn wie man den bisherigen Beiträgen entnehmen kann, nimmt das Repaircafe nur Kleingeräte an. Andreas hat seine persönliche Erfahrung geschildert, wie es ihm mit einem Großgerät (deutsche Marke) ergangen ist. Man kann sich denken, wie es ihm beim 10 Jahre alten Küchenquirl ergangen wäre.
    Aber ich finde es prima, dass Sie nach dem Prinzip Reparatur vor Neukauf verfahren. Vielleicht ist es auf den Konkurrenzdruck aus dem Online-Handel zurückzuführen, dass sich mehr und mehr Fachhändler wieder auf Ihre Stärken berufen, denn fachkundig beraten und reparieren klappt vor Ort besser als im Internet. Das würde mich für Sie und Ihre Kollegen sehr freuen.

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