Kaniber statt Söder

SPD-Chaos gestern mit Auswirkungen bis ins Rotter Bierzelt - Dank an Landwirte

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Bis in die letzten Reihen gefüllt war am gestrigen Sonntagabend das Rotter Festzelt, denn zum traditionellen, politischen Abend war der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder angekündigt. Dass er in seiner Funktion als CSU-Parteichef gestern kurzfristig nach Berlin reisen musste, erfuhren die meisten Besucher dann durch den örtlichen CSU-Vorsitzenden Florian Lemmrich. Grund war die überraschende Ankündigung von Andrea Nahles, sich von ihren Ämtern als Partei- und Fraktionschefin der SPD zurückzuziehen – und somit die für den Fortbestand der Großen Koalition nötigen Gespräche. Dass die zahlreichen Besucher dennoch nicht enttäuscht wurden, lag vor allem am Einsatz der örtlichen Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner und Otto Lederer.

Diese konnten wenige Stunden vor Beginn der Veranstaltung noch die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (unser Foto) als Festrednerin gewinnen. 

Im Fokus ihrer Rede lagen vor allem die Themen Landwirtschaft und Umweltschutz. Sie plädierte für einen rationalen Weg zu besserem Klima- und Umweltschutz und mahnte unter anderem an, dass jede Maßnahme auch kritisch beleuchtet werden dürfe und müsse.

So sei die Umweltbilanz eines Elektroautos nicht zwingend besser, wenn man die CO2-Bilanz in der Herstellung mit berücksichtige. Wörtlich sagte sie: „Noch nie wurden Probleme durch Hysterie und Panikmache gelöst. Bei allen Entscheidungen müssen wir einen wichtigen Dreiklang berücksichtigen: Ökologie, Ökonomie und Soziales.“

Sie betonte die Vorreiterrolle Bayerns beim Umweltschutz, forderte zugleich jedoch weitere Anstrengungen. Unabdingbar sei unter anderem die Einhaltung der Ziele der internationalen Klimaabkommen.
Mehrfach unterstrich Michaela Kaniber die Bedeutung der kleinteiligen Landwirtschaft, wie sie in unserer Rosenheimer Region vorherrsche und sie dankte den Bauern ausdrücklich für ihre Arbeit.

Sie versprach, dass sie sich auch weiterhin für die Belange der Landwirte einsetzen werde.

Die Staatsregierung sei bemüht, die Auswirkungen des Volksbegehrens möglichst verträglich zu halten und arbeite mit Hochdruck an entsprechenden Maßnahmen. Denn, so Kaniber: „Unsere Landwirte sind keine billigen Landschaftspfleger. Sie sind vielmehr die Hersteller von bayerischen Premium-Produkten“.

Den größten Applaus erhielt sie dann auch mit der Forderung, dass die Verbraucher zukünftig bereit sein müssten, für hochwertige Produkte auch einen angemessenen Preis zu bezahlen.
Nach dem großen Schlussapplaus und dem gemeinsamen Singen der Bayernhymne blieb noch Zeit für viele persönliche Gespräche mit der Ministerin.

me

Foto: hs

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