Jugendliche machen Politik

Sich für seine Interessen stark machen: #myvision18 im Landkreis unterwegs

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Die Kommunale Jugendarbeit organisiert im Auftrag von Landrat Wolfgang Berthaler das Jugendbeteiligungsformat „#myvision“ seit nunmehr vier Jahren. Auch heuer wieder haben Jugendliche in der Region die Möglichkeit, Wünsche und Anliegen für ihre Heimatgemeinde direkt mit ihren Bürgermeistern oder deren Stellvertretern zu besprechen. Jetzt war „#myvision“ auch wieder im Raum Wasserburg …

Unter der Moderation von Erik Flügge von der „S&N-Kommunalberatung“ beschäftigten sich die Jugendlichen zunächst mit der Fragestellung:

Wofür ist meine Kommune zuständig?

Anschließend wurden in Gruppen Wünsche und Anregungen auf die unmittelbare Heimat bezogen ausgearbeitet. Dabei stellten die Jugendlichen ihre Fragestellung heraus, boten Lösungsvorschläge und konkrete Hilfen an. Am Mittag kamen die Bürgermeister dazu und traten mit den Jugendlichen in den direkten Dialog.

Zweite Station war dann die Region Inntal. In der Gemeindehalle Raubling diskutierten rund 200 Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren über ihren Blick auf die Zukunft der Kommunen Kiefersfelden, Oberaudorf, Flintsbach, Nußdorf, Brannenburg, Raubling, Samerberg, Rohrdorf, Neubeuern und Bad Feilnbach.

Ein großes Anliegen vieler Jugendlicher ist hier freies WLAN in ihren Gemeinden. Das machten sie auf zahlreichen, selbst gestalteten Plakaten deutlich.

Hier versprachen alle vertretenen Politiker, sich des Themas anzunehmen. Brannenburgs Bürgermeister Matthias Jokisch sagte, es werde bald freies WLAN am Rathaus und der Wendelsteinhalle geben. Aktuell überlege man, es auch auf das Jugendcafé auszuweiten.

Auch Oberaudorfs Bürgermeister Hubert Wildgruber gab an, dass aktuell geprüft werde, welche Möglichkeiten es gebe, freies WLAN auf den kompletten Ort auszuweiten. Auch dem Wunsch die Öffnungszeiten für den Jugendtreff auszuweiten, wolle man nachgehen, versprach Wildgruber.

Große Freude gab es bei den radsportbegeisterten Jugendlichen aus Au bei Bad Feilnbach. Sie wünschen sich seit Längerem einen „Dirtpark“. Laut Bürgermeister Anton Wallner laufen die Planungen dafür bereits. Wenn alles gut gehe, könnten sie den Platz mit ihren Rädern ab dem kommenden Jahr nutzen, so Wallner.

In Raubling besteht offenbar der Wunsch nach einem Naturpark Freizeitgelände. Bürgermeister Olaf Kalsperger versprach, man werde sich hier demnächst zusammensetzen. Beim Thema Jugendtreff sicherte er zu, dass die Gemeinde den Jugendlichen das Material für die Innengestaltung zur Verfügung stellen werde, um diesen wieder attraktiver zu machen. Auch das Thema Mobilität in ihren Gemeinden war für viele Jugendliche ein Kritikpunkt. Viele wünschen sich gerade am Abend bessere Verbindungen in die Stadt und wieder nach Hause.

Das Thema Brennerbasistunnel beschäftigte vor allem die Jugendlichen in Brannenburg und Flintsbach. Wie beide Bürgermeister betonten, werde dies nicht auf kommunaler Ebene entschieden. Sie versprachen, die Jugendlichen zu unterstützen, sollten diese mehr Informationen benötigen. Bürgermeister Lederwascher betonte aber auch: „Nur zu sagen, will ich nicht, reicht nicht. Wir brauchen hier Lösungen.“

Die stellvertretende Landrätin Alexandra Burgmaier wandte sich zum Abschluss mit Worten des Lobes an die Jugendlichen: „Das, was ihr heute hier gemacht habt, das ist Politik, und die lebt davon, sich einzubringen und sich für seine Interessen stark zu machen. Das habt ihr heute vorbildlich getan.“

Genau diese Haltung zu fördern, ist laut des Leiters des Kreisjugendamtes Johannes Fischer auch das Ziel der landkreisweiten Jugendbeteiligung.

Die zuständige Leiterin Sabine Stelzmann betont: „Nach so vielen Jahren Jugendbeteiligung können wir guten Gewissens sagen: Jugendliche, die die Chance erhalten, sich hier einzubringen, engagieren sich auch anschließend noch weiter. Das wollten wir erreichen. Das haben wir erreicht.“

 

 

Organisatorin Karola Kellner von der Kommunalen Jugendarbeit im Landkreis Rosenheim freut sich über den großen Erfolg und die hohe Beteiligung von Jugendlichen. Die kommunalpolitisch Verantwortlichen bemühen sich sehr, die Anregungen der Jugendlichen in ihre Planungen zu integrieren. Manche Anliegen seien dabei schnell und problemlos umzusetzen, andere benötigen je nach Komplexität einen längeren Prozess zur Umsetzung.

 

Der Leiter des Bayerischen Landesjugendamtes, Hans Reinfelder, zeigte sich angetan von der großen Anzahl von rund 500 jungen Menschen, die sich in diesem Jahr am deutschlandweit einzigartigen Projekt „#myvision“ beteiligen.

 

Die Jugendbeteiligungstage dauern jeweils von 8 Uhr bis 13 Uhr. „#myvision18″ macht in diesem Jahr in den vier Regionen des Landkreises Station. Am Montag trafen sich Jugendliche und Politiker im Mangfalltal, am Dienstag im Inntal, am Mittwoch im Großraum Wasserburg und am Donnerstag im Chiemgau. Mehr Informationen zum Format gibt es im Internet unter www.jugendbeteiligung-myvision.de.

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