Johannes ist ein „Mutmacher“

Die Agentur für Arbeit, die Werkstätten für Menschen mit Behinderung und soziale Einrichtungen arbeiten eng zusammen

image_pdfimage_print

Zum Start in die Sommerferien – am heutigen Donnerstag schon haben viele Schüler im Altlandkreis bereits ihr Jahreszeugnis erhalten, die anderen bekommen es morgen – freuen wir uns, einen Text über einen jungen Mann veröffentlichen zu können, der es geschafft hat. Geschafft, einen Arbeitsplatz zu finden, an dem er sich sehr wohl fühlt. Mit Unterstützung der Diakonie Rosenheim ist es gelungen, einen Außenarbeitsplatz für Johannes zu finden. Der junge Mann ist ein „Mutmacher“ für andere Menschen mit Einschränkungen …

  Mit Unterstützung der Diakonie ist es gelungen, dass Johannes einen Außenarbeitsplatz bei der „x-root Software GmbH“ in Rosenheim bekommen hat – das Foto zeigt das Team der Rosenheimer Firma, das Johannes herzlichst willkommen hieß.

„Leider hat sich aufgrund der Corona-Pandemie auch auf dem regionalen Arbeitsmarkt die Lage in den vergangenen Monaten verschlechtert. Es sind mehr Arbeitslose und weniger offene Stellen gemeldet“, sagt Michael Schankweiler, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rosenheim. „Es ist uns auch in dieser besonderen Situation sehr wichtig, dass niemand auf der Strecke bleibt.

Deshalb liegt neben der schnellen Zahlung finanzieller Leistungen – Arbeitslosen- und Kurzarbeitergeld – ein besonderes Augenmerk unserer Arbeit weiterhin darauf, jede Person, die auf der Suche nach einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz ist, individuell gut zu unterstützen.“

Der Agenturleiter geht insbesondere auf die Unterstützung von Menschen mit Behinderung ein und sagt: „Wir betrachten es als große Aufgabe die Menschen mit körperlichen und psychischen Einschränkungen – gerade die zweite Gruppe wird immer größer – bestmöglich zu unterstützen. Gemeinsam mit Ansprechpartnern wie den Wendelstein Werkstätten, der Stiftung Attl oder den Oberland Werkstätten, die Arbeitsplätze in Behindertenwerkstätten anbieten und sozialen Trägern wie der Diakonie Rosenheim begleiten wir die Betreffenden bei der Arbeitsaufnahme. Ein besonderes Angebot sind dabei sogenannte Außenarbeitsplätze, wie sie die oben genannten Einrichtungen anbieten.”

An einem solchen Platz arbeitet jetzt Johannes, der viele Jahre als Kunde bei der Agentur für Arbeit Rosenheim gemeldet war.

Thorsten Liebold, der bei der Agentur für Arbeit Rosenheim Reha-Berater ist und Johannes betreut hat: „Der junge Mann hat schon immer ein besonderes Interesse am Bereich IT gezeigt. Da er autistische Züge hat, war auch schnell klar, dass er ein Arbeitsumfeld in einem besonderen geschützten Rahmen benötigt. Mit Unterstützung der Diakonie ist es gelungen, dass er einen Außenarbeitsplatz bei der „x-root Software GmbH“ in Rosenheim bekommt.“

Michael Jahn, der bei der Diakonie Rosenheim den Bereich „Kompetenzzentrum für berufliche Teilhabe und Anderer Leistungsanbieter“ leitet, spricht darüber, wie Johannes seinen Arbeitsplatz gefunden hat: „Menschen mit besonderen Bedürfnissen benötigen einen Arbeitsplatz, der individuell auf sie abgestimmt ist und wir haben es uns als anderer Leistungsanbieter zur Aufgabe gemacht, solange zu suchen, bis wir die richtige Nische für Johannes gefunden haben.

Um Menschen mit Beeinträchtigung bessere Chancen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen, ist es besonders wichtig zu wissen, welche Stärken und Wünsche die Teilnehmenden haben. Auch aufgrund des intensiven Austauschs mit der Agentur für Arbeit Rosenheim war klar, dass Johannes im IT-Bereich arbeiten möchte.

Aufgrund unserer Verbindungen konnte der Kontakt zum Unternehmen „x-root Software GmbH“ hergestellt werden, wo Johannes sich wohlfühlt und ihm die Arbeit Spaß macht. Die anfangs anstrengende Umstellung hat er mittlerweile sehr gut verkraftet und wird nun schrittweise an die Grundlagen von HTML, JavaScript und anderen Programmiersprachen mit Hilfe von Tutorials herangeführt und arbeitet sich selbständig und in Zusammenarbeit mit seinen neuen Kollegen*innen ein.

Johannes hat Anschluss gefunden und verbrachte schon vor der Corona-Pandemie – aktuell arbeitet er im Home-Office – die Mittagspause gerne mit seinen Kollegen*innen“, erzählt Jahn und fügt glücklich hinzu: „Auch privat hat sich einiges sehr positiv entwickelt: So trifft er sich mittlerweile auch mit Gleichaltrigen aus der Nachbarschaft, was er zuvor schon lange nicht mehr gemacht hatte. Und Johannes hat jetzt sogar den Mut gefunden, seinen Führerschein zu machen.“

Dem Geschäftsführer der „x-root Software GmbH“, Jörg Naujoks, ist es
wichtig, dass Johannes in seinem eigenen Tempo arbeitet und lernt. Er sagt über seinen neuen Arbeitnehmer: „Organisatorisch lief alles bestens. Unsere Ansprechpartnerin bei der Diakonie hat uns optimal begleitet und Johannes, der hat sich prima entwickelt! Es ist uns eine besondere Freude zu sehen, wie er regelrecht ‚aufblüht‘ und sich stets einbringt. Nicht wir haben ihn integriert, er hat sich bei uns integriert.“

Paul, sein Ansprechpartner bei der „x-root Software GmbH“, sagt dazu: „Ob Johannes zu uns in die x-root kommt, war für uns keine Frage! Es waren alle sofort begeistert von der Idee. Nach dem ersten Kennenlernen habe ich mich gleich dafür entschieden, Johannes´ Ansprechpartner bei der x-root zu werden. Denn: Johannes ist klasse! Er hängt sich total rein, ist sehr interessiert und er versteht sich hervorragend mit seinen Kolleginnen und Kollegen. Johannes ist jetzt ein „waschechter x-root´ler“ und wir freuen uns alle, einen neuen Codeautor mehr bei uns zu haben.“

Michael Schankweiler freut sich über „Mutmacher“ für andere Menschen mit Einschränkungen wie Johannes und sagt: „Eine solche Beschäftigung ist – wie bei Johannes – häufig für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen eine Win-Win-Situation“.

Thorsten Liebold und seine Kollegen*innen arbeiten bei der Agentur für Arbeit Rosenheim in einem speziellen Team, das Menschen mit Behinderung und Rehabilitanden unterstützt.

Informationen stehen im Internet unter www.arbeitsagentur.de/menschen-mit-behinderungen.

Interessierte Bewerber*innen und Unternehmen können sich gerne unter der Rufnummer 08031 / 202-271 bei der Agentur für Arbeit Rosenheim melden und bezüglich Unterstützungsmöglichkeiten informieren.

Foto: x-root Software GmbH

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren