Jetzt nimmt auch die „Linke” Stellung

Offener Brief zur Eisbahn und zum Klimanotstand in Wasserburg

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Nach der CSU und dem Bürgerforum (wir berichteten) hat jetzt auch die Wasserburger „Linke” in einem offenen Brief Stellung zur jüngsten Sitzung des Stadtrates sowie zur Diskussion über den Klimanotstand und die Eisbahn Stellung bezogen. Die Stadträtin der „Linken”, Sophia Jokisch, hatte bei der Sitzung eine sofortige Einstellung des Betriebs der Eisbahn gefordert. Hier nun der aktuelle Brief der „Linken” im Wortlaut:

„Leuchtende Kinderaugen in Wasserburg, Tränen in den Augen bei fridays for future. Eisbahn, Klimanotstand und Verbot der Heizpilze, kommt da zusammen was zusammengehört? Die Linke Liste Wasserburg fragt, brauchts das?

Dass der Bürgermeister versucht, die Eisbahn als verkehrslenkende Maßnahme auf Initiative des WFV schönzureden, ist ein Schlag ins Gesicht für all jene, die sich über die Diskussion für eine verkehrsberuhigte Altstadt gefreut haben. Eine sperrige Eisbahn ist kein umklappbarer Pfosten, welcher durch den WFV selbst blockiert wurde. 

Wegfallende Parkplätze waren immer ein Politikum, ausser es kann damit Geld gemacht werden.

Noch vor dem Beschluss des Klimanotstandes hat sich die Stadt Wasserburg 2008 zur Reduzierung des CO2-Ausstoß um 40% bis 2020, und 80% bis 2050 verpflichtet. Hohe Stromverbräuche die bei dem Betrieb einer Eisbahn anfallen sind auch dadurch nicht ungeschehen zu machen, wenn man Ökostrom bezieht.

Die Verwirklichung der Konsequenzen aus dem beschlossenen Klimanotstand ist im Gegensatz zu der Verwirklichung einer Eisbahn komplex und daher schwer zu vergleichen. Die Sinnhaftigkeit einzelner Entscheidungen wirft aber für Aussenstehende viele Fragen auf. 

In der Stadt Wasserburg kochen diesbezüglich die Emotionen hoch.

Die Linke Liste Wasserburg befürwortet die Steigerung der Attraktivität der Stadt und die Förderung zukünftiger Projekte.

Beschlüsse wie die Genehmigung der Eisbahn und der Klimanotstand, die im demokratischen Prozess denselben Stellenwert genießen müssen, sind in Zukunft allerdings bedachter in Einklang zu bringen. 

Die Debatte um Klimaschutz ist ein öffentliches Bedürfnis, die bei künftigen politischen Entscheidungen mit einzubeziehen ist. 

Die Linke Liste Wasserburg schlägt vor, bei den zahlreichen Stadtfesten und deren Optimierung als Stadt Wasserburg die Projektbetreibenden sowie eingebunden Privatunternehmer dazu anzuhalten, bei hohem Stromverbrauch für Transparenz zu sorgen und als Ausgleich in klimafreundliche Projekte, wie Baumpflanzung zu investieren. 

Zielführend ist, dass alle Beteiligten sich in einem positiven Kompromiss zusammenfinden.”

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11 Kommentare zu “Jetzt nimmt auch die „Linke” Stellung

  1. Und wieder merkt man deutlich …
    nächstes Jahr sind Wahlen. Auch die Linke ist auf Stimmenfang bei den „Neuen Klima-Aktivisten“.
    Immer das Gleiche … aber die Weihnachtsgeschenke bei“Amaz…“ bestellen statt die lokalen Händler zu unterstützen. Hier ist wohl Klimaschutz egal?
    Ich finde die Eisbahn sensationell und hoffe, auch die Kinder der Eisbahn-Gegner haben Spaß beim Eislaufen
    Schöne Adventszeit
    und Augen auf beim Geschenkekauf

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    1. Jetzt kommt schon wieder einer damit, dass Onlinepakete moralisch schlimmer wären als Einzelkäufe in Geschäften.
      Beim Pendeln in die Arbeit sagen noch alle, wir sollen Bus und Bahn nutzen, damit der Individualverkehr zurückgeht. Die Pakete sollen aber alle einzeln abgeholt werden und der Lieferdienst (=Bus) sei auf einmal schlecht.
      Das ist, als würde jemand behaupten ein E-Auto mit Batterien, dessen Inhaltsstoffe mit schwerem Energieaufwand und unfassbar großer Zerstörungskraft aus der Erde geholt, von Kinderhand verarbeitet und von weit her an die Produktionsstätten zum Nachteil regionaler Zulieferer gebracht wird und hinterher zu Sondermüll wird, sei besser als ein ausgereiftes und optimiertes Dieselauto… Das glaubt doch auch keiner, der einmal kurz darüber nachdenkt.

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  2. Ich freue mich schon auf die Wahlen und hoffe, die ein oder andere immer wieder quertreibende Partei wird so richtig abgestraft.
    Es ist schon bemerkenswert, wenn man Personen sieht, die bei einer “Friday for Future”-Bewegungen mitmachen und dann doch die Eisfläche mit ihren Kindern nutzen!Oder wenn beteiligte Personen bei einer Bewegung alles filmen und auf Instagram hochladen, bei der sie auch ihre Reisen festhalten. Dreimal im Urlaub, jedes Wochenende in einer anderen Stadt zu sein und schön seine Bilder hochladen und dann bei solch einer Bewegung mit machen? Für mich fehlt es da an Selbsteinschätzung!! Für mich darf wirklich jeder bei solch einer Bewegung mit machen, aber man sollte sich bewusst sein, welchen CO2-Abdruck man doch selber hinterlässt!!
    Meiner wird sicher auch nicht einwandfrei sein aber ich meckere auch nicht ständig!!!
    Die Stadt macht hier was richtig Schönes und das sollte man auch mal akzeptieren, auch wenn es vielleicht nicht gerade umweltfreundlich ist. Die Leute wollen es scheinbar doch, das sieht man am Andrang! Nachbarorte machen sich schon lustig über uns, was unsere Räte da bisweilen veranstalten…

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  3. @da Maier
    Eine Eislaufbahn an sich ist weniger das Problem, es geht hier eher um das wie.
    Mitten in der Stadt eine offene Eislaufbahn ist einfach nicht zeitgemäß, da der energieverlust zu groß und der gewählte Platz selten dähmlich ist. Aber klar, erst mal austeilen.

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    1. I verstehs ned...

      Uiuiui… Da redet einer von austeilen: Wer dämlich, ziemlich, nämlich mit „h“ schreibt, ist …

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      1. Wer blos auf Rechtschreibfehler anderer zoagt, is vielleicht ned zwingend dämlich, aber mei, supergscheid is a ned 😉

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  4. Eigentlich typisch für diese Gesinnungsgenossen. Eigentlich wissen die nach diesem Statemaent selber nicht was sie eigentlich wollen, außer gegen etwas zu sein. Und das ist unverständlich dargestellt.

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  5. Nur mal am Rande, die “Linke Liste” ist nicht automatisch die Partei “die Linke”.

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  6. Was die kritische Einstellung zur Eisbahn betrifft, da kann ich sogar zustimmen. Ebenso bei vielem, was im offenen Brief der Linken formuliert ist. Aber die Forderung nach einer sofortigen Einstellung des Betriebes, wie von der LLW im Stadtrat gefordert: da muss man schon mal fragen, wie viele Leute sich vor so einer Forderung wie lange ernsthafte Gedanken gemacht haben. Wer hätte dem Betreiber den sicher durchaus beträchtlichen Schaden ersetzt? Und könnte sich dann künftig kein Veranstalter mehr sicher sein, dass ihm nicht trotz vorliegender Sondernutzungserlaubnis diese mittendrin einfach entzogen wird? Um es mit den leicht abgewandelten Worten vom Korbinian Weyh zu formulieren: gegen die Eisbahn zu sein ist hier noch weniger das Problem, es geht hier eher um das wie.

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  7. Dass die Eislaufbahn vorzeitig geschlossen werden soll, ist eine polemische Zuspitzung meiner Position. Allerdings sehe ich dieses Projekt symbolisch für unsere Lage, die Beliebigkeit der Umweltbeschlüsse und verstehe darin den Kern, weshalb sich die Gemüter an ihr so scheiden.

    Nachdem die Klimakrise international anerkannt ist und weil jede Instanz die Zuständigkeit zu deren Eindämmung von sich schiebt, gibt es immer mehr Unzufriedenheit mit dem politischen Vorgehen.

    Obwohl von vornherein klar war, dass wir donnernd an unseren bereits 2008 getroffen Co2-Zielen für 2020 vorbeirasen, hat dieser Aspekt der Eisbahn im Vorfeld kaum jemanden tangiert. Meine Befürchtung ist, dass sich der Fokus bei künftigen Entscheidungen trotz des nun europaweit ausgerufenen Klimanotstands auch nicht auf die Emissionen richtet.
    Eislaufbahn hin oder her. Es geht darum geplantes einzuhalten und Entscheidungen zu überdenken, wenn sich die Faktenlage ändert. Auch wenn es zukünftig bei Projekten wie der Eislaufbahn, welche einen durchaus hohen Fun-Faktor an den Tag legt, weh tun könnte.

    Das , was derzeit betrieben wird, ist zweigleisiges Fahren.

    Anmerkung der Redaktion: Die Forderung nach der sofortigen Schließung der Eisbahn ist bei der betreffenden Stadtratssitzung wörtlich und öffentlich so gefallen.

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    1. Frau Jokisch, arbeiten Sie auch in der freien Marktwirtschaft?
      Kommt mir nicht so rüber, denn dann wüssten Sie das Ziele immer höher gesteckt werden und so gut wie nie erreicht werden…
      Wenn man solche Ziele einhalten will, muss man ganz genau und realistisch überlegen was möglich ist!!!
      Der Große Knackpunkt ist die steigende Weltbevölkerung, solange die wächst werden wir mit den Zielen immer hinterher hinken!! Das ganze ist ein rießengroßer Rattenschwanz, angefangen von Nahrung, immer mehr Wohnungen/ Häuser müssen gebaut werden (die müssen alle geheizt und mit Strom versorgt werden, macht übrigens irgendwas von ca. 40% der CO2 Emissionen Weltweit aus) dem hingegen schrumpfen täglich Wälder die den CO2 aufschlucken!!
      Eigentlich könnte man hiervon einen Vortrag halten wenn man sich mal ordentlich rein liest, das machen wohl die wenigsten und verbreiten mit Ihrem Halbwissen!! irgend einen Müll!!
      Noch ein Paar Fakten (Zahlen aus 2016 und 2017):
      Anteil CO2 der Länder: China ca. 27%; USA 14,5%; Indien 6,82 %; Russland: 4,6%; Japan 3,3% und dann kommt Deutschland mit 2,2 %
      Verteilung der CO2 Emissionen: ca 42% Elektrizität- und Wärmeerzeugung; 24% Transporte; 19 % Industrie …

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