Jede Schule nun einzeln im Fokus!

Erste Schule im Altlandkreis geht auf Homeschooling zurück: Die FOS/BOS Wasserburg - Die Bilanz des gestrigen Schulgipfels

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Wie kann der Schulalltag mit Corona verbessert werden? Um das zu klären, hatte die bayerische Staatskanzlei am gestrigen Mittwochnachmittag zu einem Schulgipfel in den Ferien geladen (wir berichteten). Ein Ergebnis: Künftig sollen die örtlichen Gesundheitsämter entscheiden, ob je nach Situation an der einzelnen Schule Präsenzunterricht stattfinden kann – nicht Inzidenzwerte sollen allgemein entscheiden. Laut Kultusminister Piazolo soll demnach also ab sofort dann auf Unterricht in der Schule verzichtet werden, wenn ein Infektionsgeschehen an der Schule stattfindet. Also NICHT für einen ganzen Landkreis oder eine ganze Stadt gesehen. Es gibt bereits einen ersten Fall im Altlandkreis …

Der Unterricht an der FOS/BOS Wasserburg wird – mit Ausnahme der Migrationsklassen – ab dem kommenden Montag für alle Klassen vorerst zwei Wochen lang bis zum 20. November nur noch im Distanzunterricht erteilt.

Wie aus der FOS/BOS gegenüber der Wasserburger Stimme heute Vormittag bestätigt wurde, gebe es zwar bislang ‘nur’ einen Corona-Fall eines Schülers (wir berichteten). Aber als Kontaktpersonen I seien derart viele Lehrer betroffen, dass ein Präsenzunterricht der ganzen Schule gar nicht mehr möglich sei.

Der ausschließliche Digitalunterricht betreffe in Wasserburg nun etwa 350 Schüler im Alter ab etwa 15 Jahren …

Über zweieinhalb Stunden haben Vertreter von Schülern, Eltern, Lehrern und Direktoren gestern vor dem Bildschirm gesessen und ihre Forderungen bei dem bayerischen Schulgipfel vorgetragen – etwa weniger Noten-Erhebungen, mehr Luftfilteranlagen oder mehr Schulbusse (wir berichteten mehrfach) waren und sind die Forderungen für nach den Ferien.

Ministerpräsident Markus Söder, Gesundheitsministerin Melanie Huml und Kultusminister Michael Piazolo hörten vor allem zu. Zum Beispiel Michael Schwägerl, dem Chef des Bayerischen Philologenverbands. Dieser hatte sich am Ende etwas mehr erhofft, etwas Konkreteres, für den Moment müsse man sich zufrieden geben, dass weiterhin Gespräche stattfinden sollen, wird er vom Bayerischen Rundfunk zitiert.

Zumindest in einem Punkt waren sich die Teilnehmer einig: Die Schulen in Bayern sollen möglichst lange offen bleiben!

Der bisherige Drei-Stufen Plan der Staatsregierung für Bayerns Schulen ist praktisch ad acta gelegt. Laut diesem sollten eigentlich ab einem Inzidenzwert von 50 Klassen in der Regel geteilt werden. Schon in den vergangenen Wochen war diese Vorgabe allerdings praktisch nicht umgesetzt worden.

Nun sollen also die örtlichen Gesundheitsämter entscheiden dürfen, ob die jeweilige, betroffene Schule geöffnet bleibt oder nicht ...

Breiter Konsens in der Runde war nach Teilnehmerangaben, dass dies kein normales Schuljahr sein könne und der Lehrplan entsprechend angepasst werden müsse. Auch müsse der Leistungsdruck durch Notenerhebungen abgefedert werden.

Zu viele Probleme für einen kurzen Schulgipfel

Die Staatsregierung hatte zuvor die Erwartungen an den Gipfel gesenkt. Kultusminister Piazolo nannte das digitale Treffen ein Arbeitsgespräch in einem größeren Kreis, zietiert ihn der Bayerische Rundfunk. Es gehe um ein Update und die Frage: Wo drückt der Schuh?

Der Schuh drückt offensichtlich an ganz vielen Stellen.

Schüler- und Elternvertreter hatten das noch vor dem Schulgipfel in offenen Briefen an Piazolo deutlich gemacht (wir berichteten ausführlich) …

Quelle Bayerischer Rundfunk

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Ein Kommentar zu “Jede Schule nun einzeln im Fokus!

  1. Entscheidet dann auch das Gesundheitsamt welche Schule (Klasse) welche Abschlussprüfung bekommt? 🤔
    Das ist mir im Moment noch alles zu schwammig.

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