Inzell: Weber, Zorn und Simon gefeiert

Alle drei schaffen Halbfinaleinzug bei der Eisspeedway-WM

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Inzell erlebte ein Eisspeedway-Fest der Extraklasse bei der vierten Weltmeisterschafts-Runde vor nahezu ausverkauftem Haus (wir berichteten). Auch am Sonntag konnte Weltmeister Dmitry Koltakov im Finale als Erster die Ziellinie kreuzen und damit den Doppelsieg in der Max Aicher-Arena einfahren. In der Weltmeisterschaft stehen nur noch die beiden Rennen in Herenveen aus, mit einem Vorsprung von 33 Punkten, bei nur noch 42 zu vergebenen Zählern, ist ihm der Titel kaum noch zu nehmen.

Es ging hart zur Sache im Endlauf der vier Tagesbesten, bei dem im ersten Anlauf die schwedische Rookie-Sensation Martin Haarahiltunen in der Streckenbegrenzung landete. Im Re-Run zog Koltakov auf und davon und gewann vor Dmitry Khomitsevich und Dinar Valeev.

Überraschend nicht im Endlauf dabei war Daniil Ivanov, der in der WM-Wertung auf dem zweiten Platz vor Khomitsevich liegt. Im Semifinale hatte er einen Beinahe-Highsider, musste dadurch Valeev ziehen lassen und im Endlauf als Zuschauer beobachten, wie Khomitsevich seinen Rückstand auf nur noch zwei Punkte verkürzte.

Beste Stimmung herrschte bei den GP-Läufen auf den Rängen, als Hans Weber vom Ge-Racing-Team aus Wasserburg seinen ersten Laufsieg holte und sich die Semifinal-Teilnahme sicherte, kochte die Arena und das Hallendach drohte auf die umliegenden Berggipfel davon zu fliegen.

Beflügelt durch seinen erfolgreichen Heiratsantrag am Samstagabend vor 5400 Zuschauer, holte er zehn Punkte aus den Vorläufen und konnte damit sein bestes Saisonergebnis feiern. Im Halbfinale war für ihn dann jedoch Endstation eines insgesamt erfolgreichen Wochenendes.

Wie bereits am Vortag kam Franz Zorn wieder ins Halbfinale, holte wieder starke zehn Punkte aus den Vorläufen. Im Halbfinale ging es dicht an dicht zur Sache, am Ende musste er jedoch Haarahiltunen den Vortritt lassen und schied als Dritter im Semifinale aus.

Im letzten Vorlauf des Tages ging es für Harald Simon im direkten Aufeinandertreffen gegen Jimmy Olsen um Alles oder Nichts. Den Zuschauern stockte der Atmen, der Lauf musste insgesamt drei Mal gestartet werden, Ellenbogen an Ellenbogen rasten die beiden Widersacher die Geraden runter, als Olsen die Streckenbegrenzung auf die Bahn riss und damit disqualifiziert wurde. Der Waldviertler Simon blieb quasi als Letzter auf dem Bike sitzen, wurde damit als Erster gewertet und hatte so die zweite Semifinal-Teilnahme an dem Wochenende in der Tasche.

Besonders bitter lief es für Günther Bauer, der nach seiner Verletzungspause wieder in den Ring stieg und sich gleich im ersten Lauf, wie von Mike Tyson ausgeknockt fühlte. An zweiter Stelle liegend, brach ihm das Hinterrad aus, wodurch er mit seinem Brustkorb auf den Lenker knallte und über die Geraden rutschend im Innenfeld zum liegen kam. Mit schwerer Atemnot und einer Schnittwunde am Oberschenkel, nachdem sein Motorrad ihn überrollte, musste er schweren Herzens einpacken und sich in ärztliche Untersuchung begeben. Er hatte Glück, dass nicht noch mehr bei dem Sturz passiert war.

Für Bauer kamen die beiden Reservisten Max Niedermaier aus Edling und Franz Mayerbüchler im Wechsel zum Einsatz. Beim deutschen Meister Niedermaier endete das Rennen auch mit einem Sturz, bei dem er allerdings unverletzt blieb. Ihm platzte der Reifen.

In drei Wochen finden die beiden abschließenden Läufe zur Eisspeedway-WM in Herenveen statt. Text und Foto: Jan Sievers

Ergebnis Eisspeedway-Grand-Prix 8, Inzell:
1. Dmitry Koltakov (RUS), 21 WM-Punkte
2. Dmitry Khomitsevich (RUS) 19
3. Dinar Valeev (RUS) 13
4. Martin Haarahiltunen (FIN) 13
5. Daniil Ivanov (RUS) 14
6. Franz Zorn (A) 11
7. Hans Weber (D) 10
8. Harald Simon (A) 8
9. Ove Ledström (S) 5
10. Jimmy Olsen (S) 5
11. Jasper Iwema (NL) 4
12. Stefan Svensson (S) 4
13. Niclas Svensson (S) 3
14. Jan Klatovsky (CZ) 3
15. Stefan Pletschacher (D) 1
16. Max Niedermaier (D) 1
17. Franz Mayerbüchler (D) 0
18. Günther Bauer (D) 0

WM-Stand nach 8 von 10 Rennen:
1. Koltakov, 163 Punkte. 2. Ivanov, 130. 3. Khomitsevich, 128. 4. Haarahiltunen, 91. 5. Sergej Karachintsev (RUS), 68. 6. Valeev, 66. 7. Simon, 65. 8. Zorn 59. 9. Olsen, 44. 10. N. Svensson, 43. 11. Klatovsky, 39. 12. Ledström, 36. 13. Weber, 36. 14. S. Svensson, 24. 15. Igor Kononov (RUS), 22. 16. Iwema, 18. 17. Andrey Shishegov (RUS), 17. 18. Bauer, 15. 19. Niedermaier, 10. 20. Charly Ebner (A), 10.

weitere Infos: www.eisspeedway-inzell.de

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