Impfwoche gestartet

Heute Pressegespräch - 77 Prozent mehr Keuchhusten-Fälle im Landkreis

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Der Schutz des Neugeborenen durch eine „durchgeimpfte Umgebung“ – dieses Thema steht in diesem Jahr im Fokus der Bayerischen Impfwoche. Auch das Rosenheimer Gesundheitsamt hat sich dem angeschlossen. Der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Wolfgang Hierl und der Chefarzt der Kinderklinik des RoMed Klinikums Rosenheim, Dr. Torsten Uhlig (unser Foto), informierten am heutigen Dienstag bei einem Pressegespräch ausführlich über das Thema.

Wie Uhlig sagte, sei der Begriff Kinderkrankheiten oft „irreführend und verharmlosend“. Mittlerweile erkranken vermehrt Erwachsene an vermeintlichen Kinderkrankheiten wie Masern oder Keuchhusten. Im Bereich des Gesundheitsamtes Rosenheim wurden 2018 bislang 548 Grippefälle, 148 Windpocken- und 70 Keuchhusten-Erkrankungen gemeldet. Allein die Zahl der Keuchhusten-Erkrankungen stieg seit der Einführung der Meldepflicht 2013 zwischen 2014 und 2017 um 77 Prozent an.  

Damit stellen erkrankte Angehörige eine potenzielle Gefahr für das noch nicht geimpfte Neugeborene dar. Der Schutz des Neugeborenen könnte nur durch eine vollständig geimpfte Umgebung gewährleistet werden, sagte Dr. Wolfgang Hierl. Vor diesem Hintergrund appellierte er an die Eltern, ihre Kinder impfen zu lassen und auch den eigenen Impfschutz nicht zu überprüfen.

„Masern und Keuchhusten sind keine harmlosen Kinderkrankheiten. Sie sind hochansteckend und können einen schweren Verlauf mit bleibenden Schäden nehmen. Gerade Neugeborene und Säuglinge haben bei Keuchhusten ein hohes Risiko für schwerwiegende Komplikationen, nicht selten kommt es zu lebensgefährlichen Atemstillständen. Impfungen sind der wirksamste Schutz. Die Impfstoffe sind sicher und in der Regel auch gut verträglich“, so Hierl.

Stadt und Landkreis Rosenheim liegen bei der Durchimpfungsrate von Masern und Keuchhusten bei den Schulanfängern in Bayern auf den letzten Plätzen (wir berichteten).

Bei Masern lag die Quote für das Schuljahr 2015/16 bei 89,6 Prozent, in Bayern bei 96,1 Prozent. Bei Keuchhusten ist die Region Schlusslicht mit 90,0 Prozent, in Bayern lag die Quote bei 95,5 Prozent. Das hat die aktuelle Auswertung des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gezeigt. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent.

Warum Stadt und Landkreis Rosenheim beim Impfen so hinterherhinken, konnten Uhlig und Hierl nicht klar beantworten. Wie Uhlig sagte, stelle er in der Praxis aber fest, dass viele Eltern verunsichert wären. Grund dafür sei die Flut und die oft unterschiedlichen Informationen, die sie aus dem Internet hätten. „Das schürt Angst und Unsicherheit“, so Uhlig.

Die Rosenheimer Impfwoche läuft noch bis zum kommenden Sonntag, 29. April. Dazu gab es heute auch einen Infostand des Rosenheimer Gesundheitsamtes am Max Josefs Platz in Rosenheim.

Darüber hinaus können sich interessierte Bürger während der Impfwoche zu den regulären Öffnungszeiten beim Rosenheimer Gesundheitsamt in der Prinzregentenstraße 19 informieren.

Geöffnet hat das Gesundheitsamt täglich von 8 bis 12 Uhr sowie am Montag und Mittwoch von 13.30 bis 15.45 Uhr und am Donnerstag von 13.30 bis 17 Uhr.   

Foto: RoMed-Klinik

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