Immundefekte unter der Lupe

Große Resonanz auf dsai-Ärztefortbildung in München - Jahreshauptversammlung

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Die Patientenorganisation für angeborene Immundefekte, dsai, mit Sitz in Schnaitsee hatte kürzlich ihre Mitglieder zur jährlichen Hauptversammlung nach München eingeladen. Dabei stand als Fachthema das Reisen mit angeborenem Immundefekt im Vordergrund. Am selben Tag bot die dsai in Kooperation mit dem Dr. von Haunerschen Kinderspital eine Ärztefortbildung an. Ärzte aus Wasserburg, Traunstein und Rosenheim waren mit dabei.

Ihr Thema: „Angeborene Immundefekte – eine Disziplin entwächst den Kinderschuhen“. Dazu kamen rund 100 Mediziner aus ganz Bayern nach München.

„Wir haben uns sehr über die gute Resonanz auf die ärztliche Fortbildung gefreut“, stellt Gabriele Gründl fest, Bundesvorsitzende der dsai. „Das bestätigt uns darin, wie wichtig Fortbildungen auf diesem Gebiet sind. Bei der Krankheit des angeborenen Immundefekts besteht nach wie vor ein hoher Aufklärungs- und Schulungsbedarf.“ Von der seltenen Krankheit sind bundesweit geschätzt rund 100.000 Menschen betroffen, diagnostiziert sind aber lediglich zirka 4.500 Betroffene.

Insgesamt lobten die Teilnehmer der Fortbildung den hohen Praxisbezug der Vorträge. So sprach Prof. Dr. Simon Rothenfußer von der Immundefekt-Ambulanz für Erwachsene der Medizinischen Klinik und Poliklinik IV des Universitätsklinikums München über primäre Antikörpermangelsyndrome bei Erwachsenen. Aus Berlin angereist war Prof. Dr. Horst von Bernuth von der Immundefektambulanz für Kinder in der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie an der Charité; er referierte über Impfungen bei Immundefekten. Dr. Anita Rack-Hoch von der Immundefekt-Ambulanz am Dr. von Haunerschen Kinderspital stellte eine neue Versorgungsform für Patienten mit seltenen Erkrankungen vor, das Projekt Translate NAMSE des Nationalen Aktionsbündnisses Seltene Erkrankungen. Auf den Bereich der autoinflammatorischen Erkrankungen ging Prof. Dr. Min Ae Lee-Kirsch ein, sie kam von der Pädiatrischen Immunologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden.

Die Jahreshauptversammlung der dsai schloss sich an die Ärztefortbildung an. Zahlreiche Mitglieder nutzten die Gelegenheit, die Fortbildungsveranstaltung ebenfalls zu besuchen. Zu regem Informationsaustausch, Erfahrungsberichten und Ratschlägen kam es bei der Austausch- und Fragerunde. Hier thematisierte Fridolin Strauss, Patient mit einem variablen Immundefektsyndrom, vor allem das Reisen mit einem angeborenen Immundefekt. Zur Sprache kamen hier unter anderem Aspekte wie die physische Belastung, die Medikamentenversorgung, die Klärung der ärztlichen Infrastruktur vor Ort, Verhaltensweisen und mögliche Hilfestellung im Notfall sowie die Vermeidung von Infektionserkrankungen und prophylaktische Maßnahmen.

 

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