Im Namen des Bibers …

Vom „Sympathieträger“ zum „Schädling“: Ein Ruf, der den Tieren nicht gerecht wird, so das Landratsamt heute

Im Landkreis Rosenheim leben nach aktuellen Schätzungen etwa 750 Biber. Obwohl sich in den meisten Revieren die Konflikte in Grenzen halten, führen einige Problemfälle dazu, dass der Biber in der öffentlichen Meinung vom „Sympathieträger“ zum „Schädling“ wurde. Ein Ruf, der den Tieren nicht gerecht werde, heißt es am heutigen Montagnachmittag in einer Pressemitteilung des Landratsamtes. Wenn Biber und Mensch sich zu nahe kommen, kann es zu Schäden kommen. Damit Geschädigte nicht auf einem Schaden sitzen bleiben, gibt es Möglichkeiten für Ausgleichszahlungen. Welche es gibt, wie der Weg dorthin ist und woran sich die Summen der Ausgleichszahlungen bemessen lassen …

Der Biber genießt im Naturschutz in Bayern, Deutschland und der EU einen sehr hohen Schutzstatus. Die Tiere gelten als eine „Schlüsselart“ in Feuchtgebieten, von der die Natur und der Mensch profitieren. Vom Biber angelegte Lebensräume sind dynamische und artenreiche Biotope für viele Tiere, die auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten stehen, wie zum Beispiel Fledermäuse, Amphibien, Libellen und viele Vögel.

Für den Menschen schafft er Retentionsräume – das sind Flächen, die bei Hochwasser überschwemmt werden und den Flüssen den nötigen Raum zum Ausufern geben.

Bis vor wenigen Jahrzehnten galt der Biber als nahezu ausgerottet. Aktuell wird die Zahl der in Stadt und Landkreis Rosenheim lebenden Tiere auf rund 750 geschätzt.

Damit Geschädigte nicht auf einem Schaden sitzen bleiben, gibt es zwei Möglichkeiten für Ausgleichszahlungen:

Für Schäden in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft hat das Bayerische Umweltministerium einen Biberschadensfond eingerichtet, in dem jährlich Gelder in Höhe von insgesamt 550.000 Euro zur Verfügung stehen.

Gibt es einen Schaden zum Beispiel durch Biberfraß oder Vernässung, muss dieser zunächst an die untere Naturschutzbehörde im Landratsamt gemeldet werden. Anschließend schaut sich ein vom Landkreis Rosenheim ernannter Biberberater den Schaden vor Ort an und dokumentiert ihn, bevor er zur weiteren Bearbeitung zurück an die untere Naturschutzbehörde geht.

Wichtig ist, dass vor dem zeitnahen Besichtigungstermin geschädigte Gehölze nicht gefällt oder entfernt werden dürfen. Ausnahme ist, wenn der beschädigte Baum eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit darstellt.

Wie viel Geld der Geschädigte für seinen vom Biber verursachten Schaden im Wald bekommt, steht im „Leitfaden Biberschäden“ der Bayerischen Landesanstalt für Forstwirtschaft.

Hier werden nach Baumarten gegliedert Fraßschäden an Kulturen und Bäumen erfasst. Berechnungen für Schäden in landwirtschaftlichen Nutzflächen orientieren sich an den „Schätzungsrichtlinien“, die jährlich vom Bayerischen Bauernverband und dem Bayerischen Landesamt für Landwirtschaft herausgegeben werden.

Im vergangenen Jahr wurden dem Landratsamt 42 Schäden gemeldet und über 26.000 Euro aus dem Biberschadensfonds ausbezahlt.

Da Privatpersonen nicht auf diesen Fonds zugreifen können, bietet der Landkreis hier zusätzliche Hilfe an:

Der Landkreis zahlt auf freiwilliger Basis bis zu 50 Euro, um zum Beispiel einen im Garten umgebissenen Obstbaum zu ersetzen. Im vergangenen Jahr wurden 350 Euro ausgezahlt.

Um Biberschäden zu vermeiden, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Prävention. Metallgitter, Wildverbiss-Streichmittel oder auch Elektrozäune können Biber davon abhalten, an Bäume oder Feldfrüchten zu gehen.

Welches Mittel im Einzelfall geeignet ist, darüber können sich betroffene Grundstückseigentümer oder Pächter kostenlos von den meist ehrenamtlichen Biberberatern sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der unteren Naturschutzbehörde beraten lassen.

Erst wenn alle Präventionsmaßnahmen erfolglos geblieben sind, es keine zumutbaren Alternativen gibt zur Vermeidung erheblicher land-, forst- oder fischereiwirtschaftlicher Schäden und aus Gründen der öffentlichen Sicherheit, kann ein Biber aus seinem Revier entnommen werden.

Aufgabe der unteren Naturschutzbehörde ist es, jeden Einzelfall vorher sehr genau zu prüfen.

Eine Form der finanziellen Entschädigung, verbunden mit einem Höchstmaß an Natur- und Artenschutz stellt das Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) für Biberlebensräume dar, dass es auch für den Wald gibt.

Nähere Informationen bekommen Interessierte bei der unteren Naturschutzbehörde.

Aus dem Landratsamt heißt es abschließend:

Auch wenn ein entstandener Schaden durch einen Biber sicherlich ärgerlich ist, so sorgen die Tiere doch dafür, dass seltene und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten wieder eine Zukunft haben und sich ansiedeln können. Ein Mehrwert für die Natur und den Menschen.  

 

.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren

28 Kommentare zu “Im Namen des Bibers …

  1. dieser Schädling zerstört die letzten Lebensräume für Tiere die sauberes kaltes Wasser benötigen in stinkende warme Brühe –
    von den unzähligen zerstörten Bäumen ganz zu schweigen
    (…)

    Antworten
    1. Oje – da schreibt wieder jemand, der so gar keine Ahnung hat. Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen die zeigen, dass gerade Fische enorm von den durch Bibern gestalteten Gewässern profitieren.
      Und mit ihnen fischfressende Vögel wie Eisvogel und Rohrdommel. Nebenbei sind gestaute Gewässer oft auch neue Lebensräume für Amphibien und Reptilien. Durch seine Tätigkeit sorgt der Biber dafür, dass dabgebissenen en Weiden und Erlen ihre Wurzeln tief ins Wasser treiben und zu dessen Klärung beitragen. Leider gibt es aber kaum noch Gewässer mit einem naturnahmen Ufersaum aus Weiden und Erlen, sondern oft werden Fichten bis direkt ans Gewässer angebaut oder die Felder und Wiesen werden bis zum Ufer bewirtschaftet und häufig auch völlig überdüngt. Und dann hat man eben die inzwischen leider so typische braune Brühe im Bach…

      Antworten
    2. Wissen Sie schon, von was Sie schreiben? Wissen Sie dass Biber, Weiden, Erlen, Pappeln und andere “Wassergehölze” zu den Phytosanierpflanzen gehören, die zusammen mit zahlreichen Wasser- und Sumpfpflanzen seit Äonen von Jahren die Gewässer reinigen und klären. Phytosanierung ist auch als Pflanzenkläung bekannt. Wissen Sie das diese Pflanzen den Biber benötigen? Für was? Zur Verjüngung und zur schadstoffarmen Beseitgung der oft toxischen Biomasse? Wissen Sie dass z.B. zwischen Tier (Biber) und Weidenarten eine Art von Sprache besteht? Wissen Sie warum am Inn völlig überalterte Weiden umfallen un/oder von den Tieren gefällt werden? Wissen Sie wie man die Beziehung zwischen Biber und Weide nennt? Man nennt deren uralte ökologische Beziehung KOEVOLUTION. Wissen Sie wie die Weide mit dem Biber kommuniziert? Mit speziellen Enzymen, die den Bibern “zeigen” welches Astwerk zur Verjüngung ansteht? Wissen Sie wie ein richtig bibergepflegter Weidenbaum aussieht? Wie eine Hecke, also gärtnergepflegt. Wissen Sie warum speziell am Inn, die gefällten Altweiden gar so schlecht nachwachsen. Weiden würden am richtigen Standort förmlich wuchern? Denken Sie mal darüber nach, was diese inntypische Gletschermilch macht. Sie dichtet den Inn fast hermetisch ab. Und was passiert denn dann? Es gibt anaerobe Verhältnisse. Deshalb wurde ja schon 1989/90 damit begonnen Altwasser zu renaturieren. Im Sinn der EU-WRRL. Wissen Sie wo man deutlich sieht, wie sauber das Innaltwasser geworden ist. Über viele Kilometer verockerter (verroster) Altwasser hinweg! Dank der Koevolution. Als Fischer müssten Sie doch wissen, wo die meisten Fische sind. Unter Biberburgen, Bibernahrungsflößen und Biberdämmen. Warum wohl?

      Antworten
  2. 1. und wie immer gibt es offiziell nur einen Biberschädenfond für Landwirte. Der Fond des Landkreises ist gut, aber einen Rechtsanspruch wird es sicherlich nicht geben.
    2. ein Biber hat in unserer dicht besiedelten Gegend einfach keinen Platz mehr. Bäume bieten Lebensraum für viele kleine Tiere. Ein einziger Biber zerstört deren Welten in kürzester Zeit. Nur schreit da niemand auf. Die Zeiten für Biber, Fischotter, Wölfe und Co. sind definitiv vorbei. Ich habe absolut kein Verständnis für diese Form des Idealismus.

    Antworten
    1. Heinz, Ihre Argumentation bzgl. Fischotter, Biber und Wolf lässt sich übrigens ohne weiteres auch auf den Menschen übertragen. Womöglich teilt uns die Natur gerade jetzt mit, dass auch sie keinen Bock mehr hat auf Idealismus… Verdient hätten wir’s!

      Antworten
    2. Wenn es danach ginge, welche Lebewesen einen Platz auf dieser Erde haben sollten, dann würde der Mensch auf keinen Fall dazu gehören.
      Wir Menschen haben diese Erde an den Punkt gebracht, an dem sie jetzt steht. Wir Menschen zerstören nach und nach alles!

      Antworten
  3. Um Feuchtbiotop zu erhalten sollte viel eher diese unsägliche Trockenlegung selbiger zur Ackergewinnung unverzüglich verboten werden – und der ausufernde Strassen- und Gewerbegebietsbau am besten gleich mit.

    Antworten
  4. Von der Staustufe Feldkirchen und Ausee bis kurz nach Attel sind hunderte von Bäumen nur die Rinde abgenagt . Wenn das kein Schädling ist ??

    Antworten
  5. Viele Menschen empfinden es als Reichtum, dass es Tiere wie Biber, Fischotter und Wölfe noch/wieder gibt. Sie dem Profit zu opfern, ist ein Verbrechen und zeigt nur, wie fern manche Menschen der Natur sind. Derweil sind sie selbst nur Natur. Der Schutz dieser Tiere und ihrer letzten Lebenswelten hat durchaus etwas mit Idealismus zu tun; für mangelndes Verständnis dafür kann ich nur mein tiefes Bedauern zum Ausdruck bringen. Ich freue mich über die Adler im Nationalpark Berchtesgaden, die an guten Tagen bis in‘s Voralpenland gleiten. Und ich freue mich über die Wiederansiedlung der Geier, die der Mensch hier einst ausgerottet hat. Weiter so: Bewahrt die Vielfalt der Schöpfung!

    Antworten
  6. Biber, Otter, Wolf, Bär, was soll noch alles zum Leben erweckt werden?Wenn das so weitergeht haben wir bald die Dinosaurier wieder da. Die Zeiten sind eben für bestimmte Tiere vorbei.
    Da der natürliche Feind für diese Lebewesen nicht mehr vorhanden ist, verursachen diese Tiere nur Ärger und die Population ist ohne Eingriff des Menschen nicht zu kontrollieren. Macht wenig Sinn.

    Antworten
    1. (…) ohne Wölfe und Co, gäbe es keine Hunde oder wie man sonst manche von den Züchtungen benennen will!

      Antworten
    2. Würden Sie wissen, welchen gewaltigen Ärger die Bundesregierung mit der EU-Kommission am EUGH hat, würden Sie wahrscheinlich nicht lachen.

      Sie wissen vlt. nicht, wie extrem teuer so genannte Vertragsverletzungsverfahren enden.
      Vlt. sollten Sie anfangen, danach das WWW zu durchsuchen?

      Antworten
    3. Kennen Sie den natürlichen Feind der Umwelt immer noch nicht?
      Der ist immer noch da. Ach ja, zu dieser Umwelt gehört sogar der Mensch und der hört gerade damit auf, zu lachen.

      Immer mehr Leute merken inzwischen, was wirklich los war und los ist.

      Antworten
  7. Immer wenn ein natürlicher Vorgang für einen oder mehrere Menschen einen mit Geld bewertbaren Verlust verursacht, muss dieser Vorgang “bekämpft” werden. Sind es nicht die Menschen, die an der Natur einen viel größeren Schaden anrichten?

    Antworten
  8. Für zu viele egoistische Menschen, die sich für die Krone der Schöpfung halten, ist die Zeit auch vorbei.

    Ein gesundes Miteinander ist durchaus möglich, wenn man nur will …

    Antworten
  9. 🤔“zigarrettenkippen-aus-dem-auto-werfer“….“müll-im-wald-entsorger“…usw 😉
    (…)
    der mensch richtet den grössten schaden an …

    Antworten
  10. @Conny
    Ist es jetzt üblich den Gegenüber mit dem ersten Satz erstmal zu beleidigen?

    Den ersten Satz hätten Sie sich komplett sparen können.

    Das Argument der Reinigung durch die Wurzel von Weide & Co kann m.W. auf vollkommen frei fließenden Flüssen gebracht werden.
    Der Inn jedoch hat durch Wasserkraftwerke und Kanäle vollkommen an Wumms verloren.
    Ohne diese würde ich sagen: lasst den Biber machen.

    Aber erst müssen diese Hindernisse beseitigt werden.

    Antworten
    1. Ach was – gerade am Inn stören doch die Biber am wenigsten. Kaum gehen sie dagegen in die Nebenbäche, schreien sämtliche Landnutzer Alarm.
      Und genau: der Inn ist vollkommen denaturiert. Die alten Weiden und Erlen sterben ab, weil sie überaltert sind und unter den Unmengen Sedimenten, die die Hochwasser abgelagert haben, kein Wasser mehr bekommen. Bis sie endgültig umfallen leben aber immerhin noch viele Tiere in ihren Höhlen. Dagegen gehen dort neue Weiden und Erlen auf, wo frischer Sand angeschwemmt wird und der Boden noch durchlässig ist. Und dort fressen die Biber besonders gerne, legen ganze Buschlandschaften an und schaffen so neue Ufersäume.
      Und was den Verlust der Bäume angeht: wenn ich sehe was die Innwerke jedes Jahr entlang der Dämme und Ufer alles so abholzen – da können die Biber längst nicht mithalten. Selbst die Urwaldriesen am rechten Ufer auf Höhe der Freihamer Lacken wurden nicht verschont und der Leitdamm rechts vom Katzbach – einst ein grüner Dschungel – ist jetzt nahezu baumfrei. Und das mitten im Naturschutzgebiet!

      Wer die Fische liebt muss für saubere, naturnahe Gewässer samt baumbestandenen Ufersäumen und für viele Bibernsorgen, dann werden auch die “elendigen” Reiher wieder satt und müssen nicht in den Wiesen vor Mauselöchern auf Beute lauern. Ach ja – geht ja nicht. Weil fast alle Gewässer inzwischen als Vorfluter für Kläranlagen und Gülleauffangrinnen herhalten müssen. Und für die Angler werden halt dann die Forellen tonnenweise hineingekippt, damit sie auch mal was fangen.

      Antworten
  11. @Gwendolyn
    meine Rede.
    Nur ist es einfach so, dass der Mensch sich nicht einfach reduzieren lässt. Er ist da.
    Man kann natürlich durch eine strikte 1-Kind-Haltung und keep it simple der echten Natur den berechtigten Platz geben… aber solange diese Voraussetzungen nicht gegeben ist, hat diese Brechstangenmethode, die maximal noch die Landwirte finanziell beschädigt, keinen Sinn.

    Otter, Biber und Co bitte gerne in den Karpaten – aber nicht in Oberbayern…
    Und wer Fische liebt, sollte die elendigen Fischreiher und Wildganshorden reduzieren… und nicht Tiere ansiedeln

    Antworten
    1. Seit wann fressen Wildgänse Fische?

      Antworten
  12. Warum wird immer mehr, was der Ernährung des Menschen dient, verhindert und statt dessen Tiere, die die Ernährung der Menschen schaden, geschützt und gefördert?

    (…)
    Jeder, der seine Lebensmittel selbst erzeugt und nicht nur kauft, verhindert Mitfresser und Schädlinge, wo es nur geht.

    (…)

    Antworten
  13. Man rottet den Otter aus und merkt später, dass sich Seeigel verbreiten – man rottet die Vögel aus und plötzlich gibt es mehr Heuschrecken etc.

    Wenn heutzutage Bäume gerodet werden, um eine Mülldeponie oder eine Straße oder Palmöl-Plantagen oder Soja zu haben oder weil gerade da Stoffe lagern, die man für eine Batterie fürs Elektroauto braucht (Radium etc.) – da regt sich keine S.. auf.

    Lasst endlich den Biber und unsere Natur in Ruhe.

    Antworten
  14. Am Inn etc. haben die Biber sicherlich Platz – aber an kleinen Flüssen macht das doch gar keinen Sinn und führt nur zu Problemen.

    Was helfen einem da ein paar Euro Entschädigung für Bäume, die teilweise 50 Jahre dort stehen, dann angefressen werden, anschließend aufgearbeitet werden müssen und ersetzt werden sollten.

    Selbst nachwachsen kann meistens eh nichts mehr – sieht man an den Gewässern, an denen es bereits eine hohe Biberpopulation gibt.

    Eine gewisse Biberpopulation macht sicherlich Sinn, aber nicht in diesem Ausmaß, wie es schön langsam im Landkreis Rosenheim Form annimmt.

    Es wäre sinnvoll, wenn sich hierzu von den Behörden auch mal jemand Gedanken macht und nicht nur die gelernte Theorie umgesetzt wird!

    Antworten
    1. Sie irren gewaltig, was das Nachwachsen standortgerechter Bäume an UferZonen betrifft. Ich hatte das Thema hier schon unter “KOEVOLUTION” beschrieben und “PHYTOSANIERUNG” geschildert. Nochmal kurz: Biber und Weiden (stellvertretend für weitere typische Ufergehölze, Wasser- und Sumpfpflanzen) haben seit URZEITEN ein “Team” gebildet, welches an JEDES GEWÄSSER gehört. Das hat die Natur so eingerichtet, weil JEDEM Gewässer der Nährstoffüberschuss entfernt werden MUSS. Diese Pflanzen bilden mit ihren im Wasser befindlichen Wurzelgeflecht ein natürliches KLÄRWERK (Pfanzenklärwerk). JEDES Klärwerk muss aber gepflegt werden. In diesem Fall übernehmen Biber diesen “Job”. Die VERJÜNGEN z.B. standortgerechte Bäume zu HECKEN. Warum? Damit die Bäume nicht überaltern und Greise werden. Das Wurzelwerk muss jung bleiben. Dies Pflanzen kommunizieren mit den Tieren durch Enzyme. Sie “sagen” den Bibern, welche Äste er entfernen soll und welche nicht. So entsteht ein natürlicher Ufersaum, der sehr artenreich ist. Biber und Weiden ergänzen sich also zu einer Kläranlage, die der heutige Mensch aber nicht gewöhnt ist. Warum nicht? Ganz einfach durch das Ausrotten der Biber sind viele Baumgreise entstanden, die von Biber gefällt werden müssen, damit NEU, JUNGE Heckensäume entstehen können. Warum funktioniert das aber besondern entlang des Inn eher schlecht? Waran liegt das? Das liegt an der extremen Menge an Inn-Sedimenten (GLETSCHERMILCH), die durch die Anstauungen) angesammelt werden und nahezu gasdichte Schichten bilden. Dieser Vorgang verhindert oft den Wasseraustaucht mit dem Wurzelwerk und es bilden sich anaerobe (sauerstoffarme) Zonen, die aus Biogasanlagen bekannte Folgen tragen. (Methanbildung, toxische Verhältnisse). Dadurch schwinden viele Arten. Was ist also der Biber, asl Schlüsselart? KOSTENLOS arbeitender Klärwärter UND Heckgärtner in Einem. WARUM sollen diese nützlichen Tiere denn wieder verschwinden? Damit die überschüßigen Nährstoffe noch mehr werden? Sind diese nicht längst genugt? Einbruch der Biodiversität und zusätzlich der Klimawandel. Reicht das immer noch nicht? Haben wir die wertvolle Umwelt nicht schon genug zerstört? Hier geht es nicht um Lapalien, sondern um die Zukunft unseres eigenen Lebensraums. Genau das ist DER Grund dafür,. warum die EU nun sehr stark gegen weitere Umweltzerstörungen vorgeht. Deshalb gibt es ja die aktuellen Verfahren am EUGH. 4.606 ! Reicht das immer noch nicht?

      Antworten
      1. Das mag sein, dass dies mit Weiden und manch anderen Baumarten funktioniert – bei Obstbäumen, Linden, Nussbäumen etc. aber sicherlich nicht.

        Die sind Ihrer Meinung nach alle am falschen Standort und teilen dies dem Biber mit, dass sie wegmüssen…

        Ich habe in meinem Kommentar niemals erwähnt, dass der Biber verschwinden soll oder wo lesen Sie das?
        Meine Aussage war, dass die Population meines Erachtens überhand nimmt, da er keine natürlichen Feinde etc. hat.

        Antworten
        1. Erstens bin ich keiner Meinung, sondern weiß halbwegs, wie aquatische Naturprozesse funktionieren. Deshalb habe uch ja von den Ihren genannten Baumarten nichts geschrieben. Sie teilen den Bibern auch nicht mit, das sie weg müssen, sondern sind in Auen und Uferzonen einfach am falschen Standort gelandet. Daran ist weder der Biber schuld, noch die Natur, sondern der Mensch, der Gewässer und Sümpfe für sein Zwecke nutzbar machte. Dieser Vorgang ist ein Wimperschlag in der Evolution. Nicht zuletzt hat diese so genannte Flurbereinigung eine ganz schönen Kahlschlag hinterlassen. Wer z.B. durch Niederbayern fährt, der seiht den Unterschied heute noch überdeutlich von Autofenster oder Zugfenster aus. Aus gropßer Entfernung sieht man Kleingewässer und mäandernde Bachläufe, oft nicht durch ihr Wasser, sondern an den Uferbäumen. Wenn Sie dort reisen, bitte achten Sie mal darauf. Ferner habe ich mit keine Wort geschriebenm das Sie wollen dass die Biber verschwinden sollen, Völlig falsch ist aber das Märchen eine Überpopulation- Die Biberfamilen regulirten sich selbt, WENN man die Tiere in Ruhe leben lässt und die Finger von ihren Verhalten lässt. Seit die ersten Biber hier wieder heimisch wurden, kenne ich diese Tiere und dort wo man sie in Ruhe läßt sind sie in aller Regel unauffällig und machen ihren von der Natur vorgegeben “Job”. Sobald der Mehsch herum gśchfatelt scho beinnen die Problem, die in aller Regel hausgemacht sind. Man zerstört die angestammten Sozialstrukturen, nimmt ihnen das Futter oder/und das baumaterial immer wieder weg. So müssen die Tiere immer und immer neue Bäume ernten bis das Dauergejammer über “Kahlschläge” nicht mehr abreißen wird. Die wenigsten Leute kennen die Biberreviere und die Zahl der Biber wirklich. Die Reviergrößen reichen locker über einen Innstausee und was passiert? Man zählt die selben Biber oft an beiden Uferseiten. So entstehen diese “Bibermärchen”, die stereotyp “wiedergekäut” werden. Oft hört man zu und meint der berühmte Baron zu Münchhausen würde sein “Wahrhheiten” verbreiten. Oft sind die so genannten Schäden nur Ammenmärchen, was nicht heißen soll das es immer schadlos für Menschen abgeht. Aber in sehr vielen Fälle kann man Schäden mit kleinen Massnahmen vorbeugen. Fakt ist die Nützlichkeit der Biber, als Schlüsselart überwiegt bei Weitem. Man sollte sich nur genauer mit den Tieren befassen und erlebt seinen eigenen Aha-Effekt. Die Tiere sind sehr sozial, kaum aggresiv, sehr gelehrig und nach wenigen Dekaden verändern sie die Gewässerlandschaft so zurück wie sie immer schon gehört hatte. Zu eine echten berewicherung ihre Umgebung und deren Artenvielfalt, die weitasu größer ist, als man oberflächlich betrachtet sieht. Alleine die Klärung der angeschlagenen Gewässer ist unbezahlbar. Das mehr der Mensch erst dann, wenn das Wasser weg ist, Dann baut man künstliche Biberdammattrappen, weil die Feldfrüchte vertrocknen oder die Brühe unerträglich geworden ist. Vlt. sollte man die nützlichen Tiere so betrachten, wie und was sie sind. NÜTZLICH!

          Antworten
  15. @Innfischer, danke für den Artikel . Endlich jemand mit Hirn

    Antworten
    1. Ja – man müsste sich eben nur mal mit den Fakten beschäftigen. Eine besonders gute Seite im www ist die von den Emslandbibern. Die kann ich für wirklich Interessierte nur empfehlen! Einfach das Stichwort “Emslandbiber” suchen.

      Antworten