Im Gedenken an die Opfer der Kriege

Veteranen-Bezirkstreffen zum 180-jährigen Bestehen der Kameradschaft Prien

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Strahlender Sonnenschein war der Krieger- und Soldatenkameradschaft Prien beschieden, als sie heute zu ihrem 180-jährigen Bestehen das Bezirkstreffen der Veteranenvereine veranstaltete. Kirchenzug, Gottesdienst und Festzug waren feierliches Zeugnis von Erinnerung an die Opfer der Kriege und von Zusammenhalt, um weiter den Frieden zu sichern.

„180 Jahre sind es wert, gemeinsam zu feiern, viel wichtiger aber sind die Gründungsgedanken, die das Helfen und Kümmern zum Ziel hatten, als es aufgrund von Kriegen für die Hinterbliebenen viel Not und Elend gab. Und heute ist es wichtig, dass alle ein Zeichen für den Frieden setzen, denn Frieden und öffentliche Ordnung sind uns zwar geschenkt, aber sie sind nicht selbstverständlich“ – mit diesen Worten zu Beginn des Festgottesdienstes im Priener Eichental bat Bürgermeister Jürgen Seifert vom Markt Prien, Schirmherr des heurigen Veteranenvereins-Jubiläums, die Anwesenden, auch in Zukunft um gegenseitige Verständigung und um ein gutes Miteinander bemüht zu sein.

„In Treue fest“ – dieses Motto des Festvereins mit Vorsitzendem Georg Fischer junior und mit Ehrenvorsitzenden Michael Anner senior war für Pfarrer Klaus Hofstetter am Dreifaltigkeitssonntag das Predigt-Thema. „In unzerbrüchlicher Treue zueinander stehen und Gott danken für all das Gute, das in den 180 Jahren in Prien und im Bezirk geschehen ist, das möge für uns Richtschnur für unser weiteres Leben sein“, so der Geistliche.

Pfarrer Hofstetter beendete seine Predigt mit den Worten „Gehen wir wieder mehr aufeinander zu, auch auf jene, denen wir das Kraut ausgeschüttet oder die wir verletzt haben, damit es uns gut geht in einem Land, das uns Gott geschenkt hat.“

Der Gottesdienst mit Volksgesang wurde musikalisch von der Festmusikkapelle Prien unter der Leitung von Sebastian Strohmayer gestaltet. Die Idylle des Festplatzes im Großen Kurgarten im Eichental war geprägt von fleißigen Kuckucks-Rufen und vom ständigen Rauschen des Prien-Wassers. Unterbrochen wurde die Idylle nur durch den Kanonensalut bei der Wandlung und durch den abschließenden Ehrensalut der Priener Gebirgsschützen.

Wie Pius Graf aus Zaisering als erster Obmann der Interessengemeinschaft der Krieger- und Veteranenvereine sowie der Soldatenkameradschaften im Landkreis Rosenheim im Beisein seiner Stellvertreter Sebastian Fodermeyer aus Babensham und Josef Beer aus Bruckmühl in seinem Grußwort sagte, gelte es, weiter am Frieden zu bauen und an den Gedenkstätten für die verstorbenen Kameraden festzuhalten. In diesem Sinne übergab er einen Scheck in Höhe von 2.500 Euro an Heinrich Rehberg, dem Vorstand des Bezirks Oberbayern innerhalb des Vereins Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Rehberg dankte dafür mit den Worten: „Mit diesen 2.500 Euro können 50 Gräber renoviert oder 250 Gräber bepflanzt werden. Zudem können Arbeitseinsätze und Schulklassen-Aufenthalte bezuschusst werden. Bayern allein sammelt die Hälfte des deutschen Spendenaufkommens und in Bayern kommt die Hälfte aus Oberbayern.“

Unter den zahlreichen Ehrengästen konnten von Erstem Vorstand Georg Fischer unter anderem die Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner und Otto Lederer, die Bezirksräte Sebastian Friesinger aus Albaching und Sepp Hofer, stellvertretender Landrat Josef Huber aus Babensham sowie Bayernbund-Ehrenvorsitzender Adolf Dinglreiter begrüßt werden.

Der Festzug durch den durch einen großen Antikmarkt eh schon stark belebten Ort war geprägt von vier Zügen, von zwei Festkutschen, von den Blaskapellen Prien, Wildenwart und Pang, vom Spielmannszug der Priener Gebirgsschützen sowie von rund 90 Fahnenabordnungen der Veteranen- und Ortsvereine, die zum Teil auch mit einer großen Anzahl von Mitgliedern teilnahmen. Den Ausklang des Festtages bildete ein gemütliches Beisammensein mit Mittagessen im mit rund 1.800 Plätzen vollbesetzten Festzelt.

 

Fotos: Hötzelsperger – Samerberger Nachrichten

 

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