Ilse Aigner hielt die Festrede

Viel Prominenz gestern zu Gast: Neues Bürogebäude des Landratsamtes eingeweiht

image_pdfimage_print

Für die Mitarbeiter des Rosenheimer Landratsamtes war gestern ein großer Feiertag. Das neue Bürogebäude wurde eingeweiht. Mehr als 100 werden in den kommenden Wochen dorthin umziehen. Noch ist der Schreibtisch leer: Beim Rundgang durch das neue Bürogebäude präsentierte Landrat Wolfgang Berthaler der stellvertretenden Ministerpräsidentin Ilse Aigner und auch dem Bezirkstagspräsidenten Josef Mederer sein eigenes Büro. Brot und Salz überreichte einem alten Brauch gemäß auf unserem Foto unten …

… der Vorsitzende des Kreisverbands Bayerischer Gemeindetag, August Voit, Bürgermeister aus Amerang, an Landrat Wolfgang Berthaler, Amtsleiter Ulrich Sedlbauer und dem Leiter Büro Landrat, Oliver Winter aus Wasserburg (ganz links).

In der kommenden Woche werden die ersten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die neuen Büros im Erweiterungsbau des Rosenheimer Landratsamtes beziehen. Das Gebäude erhielt den kirchlichen Segen und Architekt Professor Jörg Aldinger übergab dem stolzen Hausherrn, Landrat Wolfgang Berthaler, symbolisch die Schlüssel. Die Festrede hielt Bayerns stellvertretende Ministerpräsidentin Ilse Aigner.

Aigner beschrieb das neue Gebäude als luftig und sehr hell: „Es steht für das Sinnbild einer Verwaltung. Es ist offen und transparent und Menschen werden gerne hineingehen.“

Sie erinnerte sich daran, 1990 erstmals als Kreisrätin in das Landratsamt gekommen zu sein. „Ich hätte damals nicht gewagt mir vorzustellen, 28 Jahre später als stellvertretende Ministerpräsidentin den Neubau einweihen zu dürfen.“ Aigner brach eine Lanze für eine gut funktionierende Verwaltung, „denn ohne sie würde unser Staat nicht funktionieren.“

Zudem bezog sie in der aktuellen Debatte um das Kreuz in öffentlichen Gebäuden Stellung: „Das ist für mich ganz klar ein Bekenntnis. Das war mir auch in Berlin wichtig, schon dort habe ich ein Kreuz aufgehängt.“ Aigner lobte auch die kirchliche Segnung des neuen Bürogebäudes: „Eine Segnung erinnert uns Politiker daran, dass wir Verantwortung haben und für die Bürgerinnen und Bürger da sind.“

Landrat Wolfgang Berthaler begründete in seiner Rede die Notwendigkeit des Neubaus. Zu seinem Amtsantritt 2014 waren die Herausforderungen die zahlreichen Asylbewerber, die ins Land kamen, die zu geringe Personaldecke, die Raumnot, die fehlenden Schulungsräume und Besprechungszimmer.

2015 beauftragte Berthaler einen Architekten im Landratsamt, eine Erweiterung zu prüfen. Letztlich vergingen von der Planung bis zur Fertigstellung lediglich drei Jahre. Die Bauarbeiten „gingen einher mit einer Verschlankung der Organisationsstruktur des Landratsamtes“, sagte der Landrat.

Er bedankte sich beim Rosenheimer Kreistag, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Landratsamt, dem Büro Aldinger Architekten in Stuttgart, den Ingenieuren, den Handwerkern, bei allen beteiligten Künstlerinnen und Künstlern und vergaß am Ende auch nicht den Hausmeister mit seinem Team.

Bezirkstagspräsident Josef Mederer sagte: „Wir brauchen solche Verwaltungsgebäude, weil wir Servicestelle sind für unsere Bürgerinnen und Bürger und weil niemand glauben darf, dass die Arbeit weniger wird.“

Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer meinte, „ich schwanke zwischen Bewunderung und Neid. Das Gebäude zeigt, was mit 46 Gemeinden in einem Landkreis möglich ist.“ Abschließend meinte die Oberbürgermeisterin: „Wenn die Entscheidungen so eine Qualität haben wie diese Fassade, dann können wir einer glücklichen Zukunft entgegensehen.“

Der Vorsitzende des Kreisverbands des Bayerischen Gemeindetags, Amerangs Bürgermeister August Voit, überreichte dem Landrat, Amtsleiter Ulrich Sedlbauer und dem Leiter des Büro Landrat Oliver Winter Brot und Salz (siehe oben). „Das ist ein alter Brauch“, sagte Voit. „Brot steht symbolisch dafür, dass es euch immer gut gehen soll und das Salz soll für gute innovative Ideen und Einstellungen stehen.“

Viel Lob bekam Berthaler von der Vorsitzenden des Personalrates Luise Bauer: „Mit Amtsantritt im Mai 2014 sah Landrat Berthaler die Not und packte an. Nicht nur wir Bürgerinnen und Bürger werden profitieren, sondern auch wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Bevor die zahlreichen Ehrengäste, darunter die amtierende Regierungspräsidentin Maria Els, ihre Amtsvorgängerin Brigitta Brunner, die Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner und Otto Lederer, Bezirks- und Kreisräte, zahlreiche Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Behördenvertreter, den Erweiterungsbau besichtigen konnten, erteilten Dekanin Hanna Wirth und Pfarrer Sebastian Heindl den kirchlichen Segen.

Wirth sagte: „Segen heißt, der Wunsch mit Gott in Einklang zu leben, auch in Frieden zu leben, möchte ich anfügen.“ Heindl ergänzte, „es geht um nie endende Kommunikation zwischen den Menschen die hier arbeiten und den Bürgerinnen und Bürgern. Ihr werdet einander ein Segen sein.“ Als Geschenk brachten sie Landrat Berthaler ein Kreuz mit. „Wir wollen es nicht verordnen, wir wollen es schenken“, sagte Dekanin Wirth.

Eigens ein neuer Landkreis-Marsch

Musikalisch umrahmt wurde die Einweihungsfeier vom Chor der Bürgermeister sowie den Musikkapellen aus Kiefersfelden, Bernau, Vagen und Wasserburg.

Unter der Leitung von Michaela Haindl präsentierten sie erstmals überhaupt einen von Haindl komponierten Landkreis-Marsch. Das Premierenpublikum applaudierte begeistert.

In dem neuen Bürogebäude entstanden im Erdgeschoss und fünf Obergeschossen auf einer Nutzfläche von etwa 2.150 Quadratmetern gut 100 Arbeitsplätze. In unmittelbarer Nähe zum großen Sitzungssaal im Altbau liegt der neue kleine Sitzungssaal mit einer Grundfläche von etwa 120 Quadratmetern. Im ersten bis vierten Obergeschoss ordnen sich die Büroräume entlang der Außenfassade an. Im Dachgeschoss wurde neben Technik- und wenigen Büroräumen vor allem Platz für Besprechungen, Seminare und Schulungen geschaffen.

Das neue, etwa 21 Meter hohe Gebäude wird mit Fernwärme und Fernkälte versorgt. Zudem wurde auf der Dachfläche eine Photovoltaikanlage errichtet. Der Erweiterungsbau und der Innenhof sind komplett unterkellert. In der Tiefgarage dort können 42 Pkw abgestellt werden. Im Kreuzungsbereich Wittelsbacherstraße – Aventinstraße entstand ein kleiner Platz mit Bäumen und Sitzplätzen.

Der Innenhof vor dem Haupteingang des Landratsamtes ist mit flach geneigten Rampen barrierefrei erschlossen sowie mit Hochbeeten und einem Brunnen belebt, den der Kiefersfeldener Steinbildhauer Toni Stegmayer entworfen hatte.

Besonders freute Landrat Berthaler, dass die Baukosten in Höhe von 17,3 Millionen Euro rund 200.000 Euro unter der ursprünglichen Kostenschätzung blieben. Wenn alle Umzüge in das neue Bürogebäude abgeschlossen sind, werden im Anschluss die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des benachbarten Kreisjugendamtes in den „Altbau“ übersiedeln.

Noch im Juli oder August sollen die Bauarbeiten für die Generalsanierung und Erweiterung des Kreisjugendamts-Gebäudes beginnen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren