„Ich rate allen: Bereitet euch jetzt vor!”

Ferien nicht „verschlafen": Virologin fordert an jeder Schule einen eigenen, externen Hygienebeauftragten

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Normaler Regelbetrieb an Bayerns Schulen ab September: Darauf hofft der Kultusminister. Ein Horror-Szenario fürchten dagegen viele Eltern, wenn genau das nicht möglich sein sollte – Schule so wie früher. Die Virologin Ulrike Protzer rät deshalb in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk dringend zu umfassenden Hygienekonzepten für den September – für jede Schule individuell. Die Sommerferien beginnen heute, aber an Entspannung und Spaß ist wohl auch für die Schulleitungen im ganzen Altlandkreis nicht wirklich zu denken …

Denn schon jetzt müssen sie alle das neue Schuljahr planen, das am 8. September beginnen soll: Stundenpläne und die Zusammensetzung der Klassen, aber auch Corona-bedingte Maßnahmen, wie Abstandsregeln oder vermeintlich ganz banal – die richtige Lüftung der Räume.

Die verschiedensten Varianten zwischen Regelbetrieb und digitalem Homeschooling müssen ausgearbeitet werden für die neuen Klassen-Einteilungen. Bestmöglichst für alle Szenarien vorausblickend!

Damit Schüler und Lehrer möglichst sicher den Schulalltag absolvieren können, fordert Ulrike Protzer, Virologin an der Technischen Universität München, dass jede Schule ein Hygienekonzept für September erarbeiten sollte.

„Ich rate allen: Bereitet euch jetzt vor, nutzt die Zeit jetzt”, rät Protzer. Eine Woche vor Schulbeginn sei es zu spät.

Außerdem fordert Ulrike Protzer im BR-Gespräch, in jeder Schule einen eigenen externen Hygienebeauftragten einzusetzen: „Die Lehrer haben schon genug damit zu tun, mit den Schülern das aufzuholen, was seit der Corona-Krise versäumt wurde.” Ein Hygienebeauftragter wäre speziell geschult. Er wüsste, welche Maßnahmen man konkret braucht, wie sie umgesetzt werden, wie er Schülern hilft, mit Eltern kommuniziert und wie er Eltern unterstützen kann, erklärt die Virologin. Der Experte könnte zum Beispiel aus dem öffentlichem Gesundheitsdienst abgestellt werden.

Zum heutigen Ende des wegen der Corona-Pandemie so ungewöhnlichen Schuljahres hat das bayerische Kultusministerium dennoch eine positive Bilanz gezogen. Die ganze Schulgemeinschaft habe in den vergangenen Wochen und Monaten seit den coronabedingten Schulschließungen sehr viel geleistet, sagte Kultusminister Michael Piazolo, meldet der Bayerische Rundfunk. Derzeit gehe das Kultusministerium davon aus, dass zum neuen Schuljahr im September der reguläre Unterrichtsbetrieb mit Hygienemaßnahmen wieder aufgenommen werden könne. Das Infektionsgeschehen verhindere aber leider bislang eine hundertprozentige Planung …

 

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10 Kommentare zu “„Ich rate allen: Bereitet euch jetzt vor!”

  1. Etwas mehr Ruhe, bitte!

    Die Schulen müssen diverse Szenarien für einen Unterrichtsbeginn ab September erarbeiten (Vorgabe des Ministeriums), sie sollen die Bedürfnisse aller Schüler und Eltern berücksichtigen, sollen Hygienekonzepte aufstellen usw. Liebe Leute – für die klassische Bildungsaufgabe der Schulen wird am Ende leider irgendwann gar keine Zeit mehr bleiben!

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  2. Lieber vorzeitig ein Konzept und dafür nicht wieder solange keine Schule.

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  3. Corona bleibt für immer!

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  4. Das wär doch mal ne Aufgabe fürs Kultusministerium, statt immer nur den einfachsten Weg, die Schließung von Schulen, zu gehen – aber ob die dazu in der Lage sind?

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  5. Ich denke nicht, dass wir im September starten. Das ist gerade alles Augenwischerei.

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  6. A Reitmehringer

    Ich finde die Maßnahmen sowieso alle zu lasch. Es müsste ein gescheiter Lockdown her mindestens über ein halbes Jahr, alles zu machen, egal wie viele Betriebe pleite gehen, die Regierung übernimmt alles hat es geheißen. Nur so bekommen wir Corona unter Kontrolle. Was passiert erst im Winter?

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    1. Ist Ihr Kommentar wiklich ernst gemeint? Von was sollte die Regierung das bezahlen?
      Von den Steuereinnahmen, erwirtschaftet von zig Millionen Arbeitslosen und bankrotten Firmen?

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      1. Is doch ganz einfach. Geld drucke und bedingungsloses Einkommen. Die Leute haben dann viel Freizeit, in der sie ihr Grundeinkommen ausgeben können. Und es bleibt weiterhin alles beim Alten. Ein paar Wenige reißen sich den … auf, der große Rest lebt.

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  7. Schwieriges Thema

    …es ist aber auch nicht die Aufgabe der Eltern, die klassische Bildungsarbeit zu stemmen und zu übernehmen! Die müssen nämlich zufällig neben dem Homeschooling und der Kinderbetreuung auch noch arbeiten gehen!!!

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  8. A Reitmehringer

    @ Wimmer Martin. Ja natürlich ist dies ernst gemeint. Glaubst du nicht an das was die Regierung verspricht? Mal im Ernst die Regierung hat sich noch nie an das gehalten was gesagt wurde.

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