Hochbehälter 1 in neuem Glanz

Seit 1888 für die Wasserburger Wasserversorgung im Dienst - Sanierung abgeschlossen

image_pdfimage_print

„Das soll jetzt keine Aufforderung zur Wasserverschwendung sein, aber in Wasserburg leben wir tatsächlich in einem Wasser-Paradies.” Bürgermeister Michael Kölbl, der Leiter der Stadtwerke, Marius Regler, und der Betriebsleiter des Wasserwerkes, Josef Mayer, freuten sich heute über die rundum gelungene Sanierung des historischen Hochbehälters 1 am Badria, der seit 131 Jahren die Stadt zuverlässig mit bestem Trinkwasser direkt aus der Quelle versorgt. Und sie zogen gleichzeitig eine rundum positive Bilanz zur Wasservorsorgung Wasserburgs im Allgemeinen.

5000 Kubikmeter Wasser – das verbrauchen die Wasserburger an einem heißen Tag wie heute.

Damit es bei einem zusätzlichen Spitzenverbrauch – zum Beispiel dann, wenn die Feuerwehr einen größeren Brand löschen muss – zu keinem Engpass kommt, gibt es im Stadtgebiet vier sogenannte Hochbehälter. Sie sorgen dafür, dass das Wasser stets mit gleichem Druck aus der Leitung sprudelt.

Der älteste von ihnen ist der Hochbehälter 1, eine technische Anlage mit Denkmal-Charakter, die auch heute noch, 131 Jahre nach ihrer Inbetriebnahme, ihren Dienst mit außerordentlicher Zuverlässigkeit versieht.

Für rund 200.000 Euro wurde die Anlage, sie fasst 250 Kubikmeter Trinkwasser und wird zweimal am Tag komplett neu befüllt, in den vergangenen zwei Jahren innen und außen saniert. „Es ging um Rohrleitungen, Schieber, Elektrotechnik und Drainagen an den Außenanlagen. An sich ist der Hochbehälter technisch in einem tollen Zustand. Kaum zu glauben, wie makellos das alles noch nach über 130 Jahren ist”, so Betriebsleiter Josef Mayer.

„Bei der Wasserversorgung haben wir in Wasserburg wirklich eine ganz herausragende Stellung – nicht zu letzt durch den alten Hochbehälter”, wie Marius Regler bestätigte. Der Behälter am Badria sei damals so konstruiert worden, dass das Wasser aus der Quelle bei Fuchsthal in einem Gefälle von insgesamt sieben Meter ohne Pumpen in die großen Auffangtanks läuft. „Ohne irgendeinen Energieaufwand für die Stadt.”

Sein Wasser bezieht Wasserburg aus verschiedenen Quellen. Der Hochbehälter eins und der modernere und über zehnmal so große mit der Nummer drei (Foto links), die Beide am Badria angesiedelt sind, werden aus den so genannten artesischen Brunnen bei Fuchsthal gespeist. „Artesische Brunnen sind in einer Senke unterhalb des Grundwasserspiegels, in dem Wasser unter Überdruck steht. Dieses hydraulische Potenzial ist so hoch, dass das Wasser von selbst ohne Pumpen bis zur Erdoberfläche aufsteigt. Auch dafür brauchen wir keine Energie.” Der Clou bei den Brunnen in Fuchsthal: „Sie liefern deutlich mehr Wasser, als für die Stadt eigentlich benötigt wird – 1,8 Millionen Kubikmeter im Jahr. Wasserburg braucht derzeit aber zirka nur 1,3 Millionen. Der Rest wird unter anderem in den Schwarzmoosbach in Eiselfing geleitet.”

Marius Regler und Bürgermeister Kölbl beim Blick auf das frische Nass.

Die weiteren Parameter fürs „Wasser-Paradies Wasserburg” liefert die ausgesprochen hohe Qualität des Wassers, das obendrein sehr kalkhaltig ist. „Das Wasser greift also keine Leitungen oder Becken an, sondern lagert auch noch schützenden Kalk ab. „Ein Grund dafür, warum die alten Rohrleitungen aus dem 19. Jahrhundert heute noch wie eine Eins ihren Dienst versehen”, so Mayer.

 

In einem Wasser-Paradies leben im übrigen nicht nur Stadtwerke und Stadtverwaltung, sondern auch die Bürger: „Wir arbeiten kostendeckend, erwirtschaften keine Gewinne und liefern den Wasserburgern bestes Quellwasser für einen Kubikmeterpreis unter einem Euro – inklusive Steuer”, freut sich Bürgermeister Michael Kölbl.

 

Geschichte pur: Diese alte Tür zum Hochbehälter 1 aus dem Jahr 1888 hat nur mehr schmückenden Charakter – dahinter verbirgt sich eine moderne Sicherheitstüre.

 

Das Wasserburger Wasser zum Hören – unser Audiobeitrag …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren

2 Kommentare zu “Hochbehälter 1 in neuem Glanz

  1. Was ist das für 1 Glanz?

    Das ist aber 1 schöner Glanz!

    2

    9
    Antworten
  2. Dann steht ja der Versorgung der Firma Meggle mit dem benötigten Trinkwasser nichts mehr im Wege!
    Wenn so viel Trinkwasser in den Bach geleitet wird.
    Reitmehring Süd und Meggle haben aktuell kein Trinkwasser aus einem Trinkwasserschutzgebiet, was nur eine aktuelle Duldung vom wasserwirtschaftsamt ist.
    Aber der Wasserburger Bürgermeister wehrt sich dagegen!
    Aber warum?

    7

    0
    Antworten