Historisch niedrig für einen Juli

Arbeitsmarkt: Aber viele junge Leute wurden nach Ausbildung nicht übernommen

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Eine historisch niedrige Prozentzahl für einen Juli: „Wir freuen uns, dass die Anzahl der Arbeitslosen von Juni auf Juli nur leicht angestiegen ist. Denn in dem Zeitraum enden in Bayern viele schulische und berufliche Ausbildungen, und obwohl die Unternehmen über Fachkräftemangel klagen, können nicht alle frisch ausgelernten, jungen Menschen von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen werden“, sagt Dr. Nicole Cujai, die Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur. Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote im Juli bei 2,1 Prozent – im Juni lag sie bei 2,0 Prozent …

Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis beträgt 2 951. Hier sind 1 791 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 152 mehr als im Vormonat. Beim Jobcenter Landkreis Rosenheim sind 1 160 arbeitslose SGB II-Kunden registriert, 98 weniger als im Juni. Insgesamt betreut das Jobcenter 3 422 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2 717 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Cujai: „Zum Stichtag am 12. Juli waren in unserem Agenturbezirk, der Stadt und Landkreis Rosenheim sowie die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen umfasst, 6 830 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 180 Betroffene mehr als im Vormonat, aber 600 weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres.

Die Arbeitslosenzahl der unter 25-Jährigen ist im Betrachtungszeitraum vom 13. Juni bis 12. Juli um 190 auf 770 angestiegen.

Bei den über 55-Jährigen (minus 20 auf 1 790 Betroffene) und den Langzeitarbeitslosen (minus 40 auf 1 460 Gemeldete) war dagegen jeweils ein Rückgang der Arbeitslosenzahl zu verzeichnen. Das zeigt, dass der regionale Arbeitsmarkt weiterhin aufnahmefähig und dynamisch ist.“

Die Arbeitslosenquote liegt mit 2,3 Prozent auf einem historisch niedrigen Niveau für einen Monat Juli, das zuletzt in den achtziger und Anfang der neunziger Jahre erreicht wurde. Die Quote liegt um 0,1 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats und unterschreitet den Vergleichswert des Vorjahres um 0,2 Prozentpunkte.

Cujai sagt weiter mit Blick auf die jungen Menschen, die nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung nicht von ihrem Lehrbetrieb übernommen worden sind: „Jugendarbeitslosigkeit ist und bleibt ein wichtiges Thema. Wir suchen für diese frisch ausgebildeten Fachkräfte Arbeitgeber, die bereit sind, ihnen in der Praxis eine Chance zu geben. Ich bin mir sicher, dass neue und Arbeitskräfte, die schon länger bei den Unternehmen beschäftigt sind, schnell gut zusammenarbeiten werden.

Sprechen Sie unsere Fachkräfte vom Arbeitgeberservice gerne persönlich oder unter der kostenlosen Servicenummer 0800 5555 20 an, welche Unterstützungsmöglichkeiten es bei der Einarbeitung gibt!“

Ein Blick auf den Ausbildungsmarkt: Im Juli waren im Agenturbezirk noch 810 junge Menschen als Bewerber für Ausbildungsplätze gemeldet. Cujai dazu: „Jugendliche, die mobil und in ihrem Berufswunsch flexibel sind, finden noch ein Angebot an unbesetzten Ausbildungsstellen. Es ist bewiesen, dass Fachkräfte viermal seltener arbeitslos werden als Hilfskräfte. Sie haben in der Regel ein höheres Einkommen, finden schneller eine neue Stelle und haben deutlich häufiger ein unbefristetes und längerfristiges Arbeitsverhältnis.“

An die Jugendlichen gerichtet sagt sie: „Vereinbaren Sie unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 00 einen Termin mit der Berufsberatung, oder schicken Sie eine E-Mail an Rosenheim.berufsberatung@arbeitsagentur.de. Die Berufsberater helfen Ihnen gerne bei der Bewerbung und Ausbildungsplatzsuche. Und melden Sie sich schon jetzt bei uns, wenn Sie für 2019 eine Lehrstelle suchen!“

Dem gegenüber standen im Betrachtungszeitraum noch 1 430 unbesetzte Ausbildungsstellen.

Die meisten Angebote gab es noch im Verkauf ohne Produktspezialisierung (210), im Fachverkauf (170), im Handel (wie Kaufleute Groß- und Außenhandel – 80), für Arzt- und Praxishilfen (80), in der Lebensmittel-, Genussmittelherstellung (Bäcker, Metzger – (70), für Köche (70) und Hotelfachleute (70).

Die Agenturleiterin appelliert an die Unternehmen: „Geben Sie auch vermeintlich schwächeren Bewerbern eine Chance, denn diese können in der Praxis oft durch ihren Lernwillen und ihre Teamfähigkeit überzeugen. Und sollte es mit dem Berufsschulstoff einmal nicht klappen, bietet die Arbeitsagentur mit den ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) quasi Nachhilfeunterricht während der Ausbildung an,“ und weiter: „Melden Sie der Arbeitsagentur schon jetzt die Ausbildungsstellen, die Sie 2019 besetzen wollen!“

Ein Blick auf den Stellenmarkt:

Im Betrachtungszeitraum haben Betriebe bei der Arbeitsagentur 1 220 vakante Arbeitsplätze neu gemeldet, 1 170 davon sozialversicherungspflichtig. Die Anzahl der offenen Stellen hat sich um 130 auf nun 5 320 (5 050 davon sozialversicherungspflichtig) erhöht und ist so hoch wie noch nie. Die meisten Angebote gab es im Verkauf (610), in den Medizinischen Gesundheitsberufen (u.a. Medizinische Fachangestellte, Medizinisch-technische Berufe, Gesundheits- und Krankenpflege) (460) und in Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufen (320).

Ein Blick auf die Bewegungsdaten beweist, dass die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt keinen Stillstand bedeutet: Im Berichtszeitraum haben sich 2 610 Personen neu oder erneut bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern arbeitslos gemeldet. Dem gegenüber gab es in dem Zeitraum 2 440 Abmeldungen.

Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

Ø  Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent (Vormonat: 3,8; Juli 2017: 4,3 Prozent). Derzeit sind 1 368 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, erhöhte sich die Arbeitslosenzahl um 52 auf 618. Für 750 arbeitslose SGB II-Kunden, fünf weniger als im Juni, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 335 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 832 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Ø  Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im Juli mit 2,0 Prozent (Vormonat: 1,9; Juli 2017: 2,2 Prozent) die niedrigste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk auf. Das entspricht 1 369 beschäftigungslosen Bürgern. Davon sind 892 Männer und Frauen, 64 mehr als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 477 Betroffene, 27 weniger als im Juni, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 023 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 600 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Ø  Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1 144 Bürger arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 2,1 Prozent (Vormonat: 2,0; Juli 2017: 2,3 Prozent) entspricht. Davon sind 714 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 31 mehr als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als „zugelassener kommunaler Träger“ (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 430 Arbeitslose, acht mehr als im Juni, gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1 124 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 901 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

 

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