„Historie nicht unter Granit verstecken”

Geschichtsverein „Reichsgrafschaft Haag" kritisiert Maßnahme der Gemeinde

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Bei den Ausgrabungen zur Sanierung des Haager Schlosshofes (wir berichteten) wurden gut erhaltene Grundmauern eines mehrstöckige Bauwerks, das früher wohl das Zentrum der Burg gewesen sein dürfte, gefunden. „Leider wird momentan mit Hochdruck die Umgestaltung des Schlosshofes vorangetrieben. Anscheinend ist es wichtiger, für einzelne kulturelle Veranstaltungen schnell einen vorzeigbaren cleanen, modernen Look zu präsentieren, als auf die historischen Wurzeln unserer einzigartigen Geschichte einzugehen”, kritisiert der Geschichtsverein „Reichsgrafschaft Haag” in einem offenen Schreiben die Maßnahme der Gemeinde.

Bei der Neugestaltung sei nämlich kein Wert darauf gelegt worden, dass hier weiterhin ein gemütliches und historisches Ambiente vorherrscht.

Der Geschichtsverein: „Die Pläne der Neugestaltung wurden ohne genaue Erforschung der vorhandenen historischen Bausubstanz geplant. Nachdem die alten Baupläne aus der Zeit des Rückbaus der Burganlage existieren, hätte man hieraus leicht eine grobe Orientierung zur Neugestaltung anwenden können. Nach heutiger Kenntnis könnte man auch meinen, dass die alten Grundmauern einfach ignoriert worden sind. Mit der aktuellen Planung müssten teilweise die alten Grundmauern abgetragen werden beziehungsweise wurden schon an einigen Stellen einfach abgerissen um den neuen Mauern zu weichen.”

Und weiter: „Die eindrucksvolle Burganlage wurde in ihrer gesamten Geschichte zwar öfters nach dem aktuellen Zeitgeschmack modernisiert, allerdings wussten die Baumeister früher wohl eher, was zum bestehenden Baustil passt. Wünschenswert wäre es, wenn die Anträge im Gemeinderat zum Baustopp Beachtung finden würden und wir alle nochmal genau prüfen, wofür wir über eine halbe Million Euro an Baukosten verschwenden. Ob es wirklich passend ist die helle, nüchterne Granitgestaltung dem historischen Ensemble aufzuzwingen. Aktuell fällt der erste Blick, nachdem man die historischen Freitreppe hochgegangen ist und die Tore des Schlosshofes durchschreitet, nämlich auf helle Granitstufen – welche es unmöglich machen, eine schöne historische Atmosphäre aufkommen zu lassen.”

Der Geschichtsverein weiter: „Unser Ziel sollte es sein, das Kulturerbe des Haager Landes zu erhalten und nicht unter modernem Granit zu verstecken.”

 

Fotos: Geschichtsverein

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Ein Kommentar zu “„Historie nicht unter Granit verstecken”

  1. Franz Streibl

    Diese hellen, glatten Granitflächen passen überhaupt nicht in das Ensemble der Haager Burg. Wer das geplant hat, der hatte kein Feingefühl und Verständnis der historischen, Haager Burg!

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