Heizstrahler befristet erlaubt

„Coronabedingte Ausnahme“ zur Förderung der Gastronomie

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Es ist  offensichtlich: Bei angenehmen Temperaturen bleibt kaum ein Tisch auf den Freiflächen der Wasserburger Lokale und Wirtshäuser unbesetzt. Auch, weil die Abstands- und Sicherheitsmaßnahmen drinnen viele Gäste abschrecken. Damit die Gastronomen auch in der kalten Jahreszeit draußen bewirten können, gestattete jetzt der Bauausschuss der Stadt (wie kurz berichtet) ausnahmsweise für den kommenden Winter den Betrieb von Heizstrahlern – die vor knapp einem Jahr auf Antrag der Grünen verbannt worden waren. 

Christian Stadler (Grüne) fand denn auch deutliche Worte: „Das ist ökologisch totaler Wahnsinn.“ Man habe nach wie vor die Klimakrise und wer draußen sitzen wolle, müsse sich eben warm anziehen.

Als „alternativlos“ bezeichnete stattdessen Christoph Klobeck (CSU) das Comeback der Heizstrahler, der mit seiner Fraktion zusammen mit den Freien Wählern-Wasserburger Block beantragt hatte, sofort das Verbot von Heizgeräten rückgängig zu machen. Klobeck: „Neunzig Prozent der Umsätze werden draußen gemacht.“

Für Bürgermeister Michael Kölbl war die beschlossene Verbannung der Strahler im November 2019 ein „Luxusthema“, coronabedingt solle aktuell eine Ausnahme gemacht werden. „Das ist sogar medizinisch notwendig, denn man soll sich ja eher im Freien aufhalten“, so Kölbl.

Zur Seite sprang ihm Christian Peiker (Linke Liste Wasserburg), der zwar die energetisch schlechte Bilanz der Heizgeräte sieht, aber: „Corona ist auch eine Katastrophe.“ So gelte es für die Gastronomie ein Zeichen der Solidarität zu setzen.

Mit der Gegenstimme von Christian Stadler beschloss der Ausschuß schließlich, die Heizstrahler wieder zu erlauben. Dies gilt allerdings nur befristet bis zum 21. März 2021 und ausschließlich für die ortsansässige und bestehende Gastronomie. Eine Ausnahme etwa für Glühwein- oder Süßigkeiten-Standl soll es definitiv nicht geben.

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19 Kommentare zu “Heizstrahler befristet erlaubt

  1. Warum befristet? Ist corona nächstes Jahr vorbei? Wahnsinn oder?

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  2. Ich bin nicht im Bauausschuss, daher hatte ich hier keine Stimme. Aber meine Meinung dazu ist wie die von Christian Stadler, dass der bisherige Beschluss dazu aufgrund des Klimanotstandes nicht ohne Grund vorgenommen wurde. Hier wird sozusagen dieser Beschluss aufgeweicht und damit auch das Thema Klima nicht mehr besonders ernst genommen. Denn die Klimakrise wird wesentlich größere Auswirkungen und zwar weltweit auf uns haben als die jetzige Coronakrise. Ich schlage den Wirten vor, lieber in warme Decken oder Schlafsackdecken zu investieren und eine Aktion daraus zu kreieren wie z. B. Rettet die Wirte und das Klima durch die “Herbst-Biwak-Session”. Wärmflaschen können gestellt werden. 😉 Ein so ein Heizpilz mit Strom betrieben verbraucht ca. 2000 Watt. (Übrigens die mit Gas betrieben verhalten sich auch nicht viel besser.) Die meiste Energie geht in Wärme verloren, die gar nicht beim Körper der Menschen ankommt. Außerdem kann damit nur eine Gruppe von maximal 6 Leuten sinnvoll bestrahlt werden. Bedenkt man, dass Eskimos selbst in ihren Iglus mit ca. +5°C leben bei angepasster Kleidung, kann man auch von Cafébesuchern erwarten, die sich im Freien niederlassen, dass sie sich entsprechend anziehen im Sinne des Events: Rettet die Wirte und das Klima durch die “Herbst-Biwak-Session” vielleicht noch mit etwas Musik draußen. Klimaschutz fängt im Kleinen an.

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    1. Tja, Herr Flemisch.
      Da ist schon was wahres drann! Aaaber, de Eskimos, haben auch keine kneipen, wo sie hingehen und ihr Bier trinken und sonstiges konsumieren, um den Wirten das Überleben zu Garantieren!
      Und Sie glauben nicht, was Die Leute in den Kälteren Regionen, alles verbrenn, um es Warm zu haben!
      Hier wird von einer zeitlich begrenzten Aktion gesprochen! Schauen Sie sich in Unseren Nachbarsländern um, da werden Autoreifen, Altöl und sonstiges Material verbrannt und keiner Regt sich auf!

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  3. Sehr geehrter Herr Flemisch. Lesen sie doch mal bitte meinen letzten Eintrag von “6:1 für die Heizstrahler”. Haben sie Handy und Co? Haben sie akkubetriebene Geräte, oder ein E-Bike? Sind sie für E-Autos? Dann lesen sie bitte mal wie klimaschonend Akkus sind. Wie viel CO2 verbraucht wird bis solche Autos im Laden stehen. Wie viele Menschen unter unwürdigsten Bedingungen arbeiten müssen. Wie viel Wasser benötigt wird. Wie viel Sondermüll entsteht durch Akkus usw. Sein sie mir ned bös, da tragen die Heizstrahler am aller wenigsten zur Klimazerstörung bei. Jeder einzelne von uns trägt zu dieser Zerstörung deutlich mehr bei!

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  4. Immer diese Klimafanatiker, die ihre Ideologie über alles stellen und dann ernsthaft der Meinung sind, die kleine Stadt Wasserburg könne mit dem Verbot von Wärmestrahlern wirklich etwas hinsichtlich dieser Krise erreichen.

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  5. “die Klimakrise wird wesentlich größere Auswirkungen und zwar weltweit auf uns haben als die jetzige Coronakrise. ”

    Wie wahr. Aber weil man immer so bequem mit dem nackten Finger auf Andere zeigen kann tut man einfach gar nichts – bis es irgendwann zu spät ist. Ich habe längst den Glauben an die Vernunft der Menschheit verloren. Fun ist alles was zählt.

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  6. Es geht hier in Wasserburg um Kommunalpolitik und nicht um Weltpolitik. Wenn wir darauf schauen, was andere machen und uns darauf hinausreden, dann fängt niemand an mit konsequentem Klimaschutz. Zur Rettung der Wirte, die natürlich auch erfolgen sollte, habe ich meinen Vorschlag bereits oben beschrieben.

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  7. Super Kommentar! Fangen sie erst mal bei sich privat an. Wie viele Akkus gibt es in ihrem Haushalt? Ich bin auch für die Unterstützung der Wirte. Aber jetzt sollen sie noch in Schlafsäcke und Decken investieren die dann noch desinfiziert werden müssen? Es ist außerdem traurig wenn der Horizont nur für die Kommunalpolitik reicht. Es ist richtig, im kleinen fängt es an. Bei sich selber, privat. Nicht bei den eh schon gebeutelten Gastronomen, die eh schon viel um die Ohren haben. Und ist Klimaschutz nicht Weltpolitik?

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  8. Des ganze Gedöns um den Klimanotstand in Wasserburg is einfach lächerlich und brauch ma ned!

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  9. Sicher ist Klimaschutz Weltpolitik. Hier in Wasserburg betreiben wir aber hauptsächlich Kommunalpolitik. Dass aber mein Horizont nur für Kommunalpolitik reiche, ist rein Ihre Unterstellung. Der einzelne ist genauso verantwortlich für den Klimaschutz wie die Stadt Wasserburg Vorbildwirkung zeigen sollte. Die Decken können ja auch mitgebracht werden. Wo ein Wille, da ein Weg.

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  10. Heizpilze sind nicht nur in Wasserburg verboten, aber nach mir die Sinnflut

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  11. Ein Heizpilz verbraucht an einem Tag etwa die Menge Propangas, die ein Singlehaushalt, der nicht jeden Tag, aber regelmässig mit einem 4-flammigen Gasherd kocht, in einem Jahr benötigt.
    Diese CO2-Schleudern sind ökologischer Wahnsinn. Treffender konnte es Christian Stadler nicht formulieren.
    Der Peter Fichter hat auf seiner Terrasse drei Elektrostrahler, die einen Bruchteil der Energie der Heizpilze benötigen. Die bringen ein bisschen Wärme, den Rest besorgen Decken.
    Man muss nicht bei Minusgraden unterm Heizpilz schwitzen.

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    1. Herr Raser,
      Hier geht’s nicht um den gaaanzen Tag, sondern überwiegend um Abends!
      Und wie Sie so Werbung machen für Herrn Fichter mit Elektrischen Heizstrahlern, ist ja Ihre Sache! AAAber, rechnen Sie mal etwas genauer, denn ein Heizstrahler verbraucht auch ne Menge Energie und wenn Sie dies bei ca. 2000-3000 Watt pro stunde, mal 3 nehmen, ist es am Tag, auch ne Menge Strom!
      des weiteren, hat auch nicht jede Gaststätte, die Baulichen Vorraussetzungen, einen Heizstrahler bestimmungsgemäß anzubringen!
      Essen dürfte man dann ja auch nicht mehr in Einer Gaststätte, wenns nach dem Klimaschutz geht, denn da wird sehr viel mit Gas gekocht! 🙂

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      1. Stimmt Hans Fuchs, um 22 Uhr ist eh Zapfenstreich, also brennen die max 4 Stunden

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  12. Wie wäre es mit Feuerschalen? Hätte auch ein stimmungsvolleres Flair als Heizpilze. Warm anziehen und zwischendurch aufwärmen reicht doch.
    Und dann noch Stockbrot und Würstl am Spieß als Ergänzung zum Bier anbieten, wäre mal was Neues

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    1. Gute Idee Tanja, Nurr sind Feuerschalen in der Nähe von Tischen und Stühlen, etc. wenig sinnvoll und die Verletzungsgefahr, meist Alkohol bedingt, wäre zu groß!
      Gibt halt immer ein paar Kasperle, die dann Unfug machen ! 🙂

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      1. Aber die Kasperle könnten doch unter Alkoholeinfluss auch ein Problem mit Heizstrahlern – oder umgekehrt – bekommen…
        Was sagen denn die Wasserburger Nachbarn zu den abendlichen Umtrieben dieser heizbestrahlten Kasperle auf den Straßen?
        Gut das ich weit, weit außerhalb wohne.

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  13. Wir gehen doch alle davon aus, dass es ab spätestens März wieder wärmer wird und nicht mehr draußen geheizt werden muss. Oder?
    Und wenn sich das Klima weiterhin erwärmt brauchen wir bald keine Heizung mehr. Weder drinnen noch draußen. Also alles tutti!
    Alles ist begrenzt: diese Erlaubnis, unser Gastspiel auf Erden und am allermeisten unser Hirn, mit dem wir Menschen meistens noch nicht einmal in der Lage sind die etwas komplexeren Sachverhalte zu begreifen.

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    1. Sehr gut erklärt ! Endlich mal ne logische Schlussfolgerung 🙂

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