Harte Ausbildung in fließendem Gewässer

Wasserburger, Bernauer und Rosenheimer absolvierten gemeinsames Training

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Bei der Ortsgruppe Rosenheim der Wasserwacht fand kürzlich ein Lehrgang zum Fließwasserretter statt. Der Lehrgang ist als Zusatzqualifikation für Wasserretter konzipiert und wurde von zwei Ausbildern „Fließwasserrettung“ durchgeführt. Die grundlegende Theorie wurde als E-Learning absolviert, somit konnte der erste Tag bereits voll mit Praxis starten. Mit dabei waren auch Retter aus Wasserburg.

Der Tag begann um acht Uhr morgens Beim BRK Rosenheim. Dort wurde die Ausrüstung gecheckt und die Teilnehmer nochmals von den Lehrgangsleitern eingewiesen und der Ablauf besprochen. Anschließend fuhr man mit den Fahrzeugen an die Saalach bei Unken. Dort wurden das Können der Wasserretter nochmals vertieft. Die Lehrgangsteilnehmer übten die Rettung mit dem Wurfsack, überqueren des Flusses mit und ohne Hilfsmittel und das Schwimmen im Fließgewässer – alles wichtige Übungen für den Einsatz im Fließgewässer aber natürlich auch im Hochwasserfall. Nach den praktischen Übungen bei Tageslicht ging es zum gemeinsamen Abendessen.

 

Bei Einbruch der Dunkelheit ging es wieder an eine andere Stelle an die Saalach, dort rüsteten sich die Teilnehmer zusätzlich zur Wasserrettungsausrüstung (Schwimmweste, Helm, Neoprenanzug) auch mit Knicklichtern, Stirnlampen und anderen Lichtquellen aus. Es galt, eine Vermissten-Suche bei Nacht zu üben. Die Ufersuche war nicht immer möglich, so dass man aufgeteilt auf zwei Teams die Saalach teilweise schwimmend und watend absuchte.

Das Schwimmen in stockdunkler Nacht ist für alle immer eine besondere Herausforderung. Nach der Suche wurden die Fähigkeiten, die bereits bei Tageslicht geübt wurden in Dunkelheit wiederholt. Der Wurfretter und auch die Wasserretter waren je mit einem Knicklicht gekennzeichnet. Die Teilnehmer stellten fest, dass die Treffsicherheit in der Nacht noch wichtiger ist, als am Tag, denn nur der Wurfsack war sichtbar, die Leine nicht. Die Übung wurde dann gegen halb elf beendet, so dass alle erschöpft aber zufrieden um Mitternacht in Rosenheim eintrafen.

Der zweite Tag führte wieder an die Saalach bei Unken. Man begann am Vormittag mit Leinen und Knoten sowie dem zugehörigen Equipment und übte gemeinsam die Knoten, bauten Flaschenzüge und suchten die „schwächsten Punkte“ im System. Gegen Mittag probierte man verschiedene Rettungsszenarien aus. Zusätzlich bauten die Retter ein Raft in die Rettungsübungen ein. Es wurde damit gepaddelt, aber auch eine Seilfähre gebaut. Dabei ging ein Dank an die DLRG Traunstein-Siegsdorf für die Leihgabe des Bootes. Nachdem alle Szenarien abgearbeitet waren, raftete man noch von Unken bis nach Unterjettenberg. Erschöpft und zufrieden ging es wieder nach Rosenheim zurück.

Am dritten Tag man sich in Rosenheim und fuhr zur Wasserwachtstation Happinger Ausee. Dort vertiefte man das Knoten- und Flaschenzugwissen. Nachdem alle die geforderten Aufgaben absolviert hatten, ging es diesmal an den Inn, dem Haupteinsatzgebiet. Dort führte man wieder Rettungsszenarien durch und setzten auch die Siton-Top-Kajaks ein, die für diese Gewässer ideal sind. Nach der praktischen Übungen ging es wieder zum Happinger Ausee, dort galt es die schriftliche Prüfung zu absolvieren. Alle Teilnehmer bestanden diese und sind nun im Besitz der Zusatzqualifikation Fliesswasserrettung. Somit sind zwei weitere Wasserburger, ein Bernauer und zwei Rosenheimer Wasserwachtler bestens für Einsätze an Fließgewässern und im Hochwasser vorbereitet.

Florian Städtler

 

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