Große Trauer um Franz Görlich

Franz Görlich, eine in der Region und international bekannte Unternehmer-Persönlichkeit, ist am 14. September verstorben. Er war Gründer und langjähriger Vorstandsvorsitzender der DENAVA AG. Sein Ruhestand zum Jahresende 2018 war ihm leider nur allzu kurz vergönnt. Er wurde von Pfarrer Hippolyte Ibalayam in einer würdevollen Feier unter Teilnahme einer großen Trauergemeinde in der Jakobskirche in Wasserburg verabschiedet.

Franz Görlich war ein außergewöhnlicher Mensch und ein visionärer Unternehmer.
In 35 Jahren unermüdlicher Arbeit hat er seit 1984 aus seinem Ein-Mann-Startup die international tätige Unternehmensgruppe DENAVA AG geformt und die Tochterfirmen Goerlich Pharma GmbH, GoCaps GmbH und die PG-Naturpharma GmbH aufgebaut.

Heute hat die DENAVA AG über 160 Mitarbeiter und exportiert in über 50 Länder weltweit. Sie ist im Bereich der „Gesundheit“ aktiv und widmet sich der Produktion und dem Handel von Nahrungsergänzungsmitteln sowie artverwandten Produkten.
Besonders stolz war er auf den Preis des Bayerischen Wirtschaftsministeriums im Jahre 2018 als eines der 50 besten bayerischen Unternehmen ausgezeichnet zu werden, einen Erfolg, den er seinen engagierten Mitarbeitern und vor allem auch den langjährigen Kunden und Lieferanten sowie allen unterstützenden Geschäftspartnern zuschrieb.

Görlich war ein außergewöhnlicher Mensch und seine starke Durchsetzungskraft ließ ihn auch schwierigste Situationen in seiner Unternehmerlaufbahn meistern. Er lebte im und für das Unternehmen, seine oberste Maxime war stets die Wertschätzung für seine Mitarbeiter, die er als seine „zweite Familie“ verstand. Er zeigte immer Interesse und große Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Kulturen und bereiste –dienstlich wie privat – praktisch die ganze Welt. Ihm war es sehr wichtig das Zusammenleben der Kulturen zu fördern, so durch die starke finanzielle Unterstützung des Wasserburger Nationenfestes und tagtäglich in seinem Unternehmen mit Mitarbeitern aus über 20 Nationen. Vor allem die Hilfe für Benachteiligte lag ihm am Herzen und so gründete er zusammen mit seiner aus Venezuela gebürtigen Frau Carmen, den Verein „Curari – Jugendhilfe Lateinamerika, um benachteiligten Kindern und Jugendlichen eine Schulbildung zu ermöglichen.

Sein Lebensweg war ihm so sicher nicht vorgezeichnet. Nur durch seine Durchsetzungsstärke, eine seiner herausragendsten Eigenschaften, konnte er aus kleinen Verhältnissen zum international tätigen Unternehmer aufsteigen.

Franz Görlich kam am 18. Januar 1954 in Wasserburg zur Welt. Nachdem er die Volksschule abgeschlossen hatte, machte er als 14-Jähriger eine erste Ausbildung zum Mechaniker, dann eine zweite Ausbildung zum Speditionskaufmann. Ab 1979 arbeitete er für die Speditionsniederlassung der Firma Kühne und Nagel in Boston in Amerika, zuletzt in der Position des stellvertretenden Geschäftsführers.

Drei Jahre später lernte er Carmen kennen, seine zukünftige Ehefrau, mit der er nach Bremen zog und dort Außenwirtschaft studierte. 1984 folgte in Königstein im Taunus der Schritt in die Selbständigkeit mit der Gründung der damaligen Görlich Handels GmbH. Nach zwei Jahren zog es ihn zurück nach Wasserburg, wo im Keller der Reitmehringer Doppelhaushälfte die Produktion anlief. Der Betrieb florierte und die Firma fand in einem umgebauten Bauernhof in Streifl bei Griesstätt neue Räume, wo dann bereits mit ISO-Zertifizierung produziert wurde. In 1996 fand der Umzug in das Gebäude an den heutigen Standort in Edling statt, das in mehreren Bauphasen immer erweitert wurde. Im März dieses Jahres wurde in unmittelbarer Nähe zum bisherigen Gebäude ein neu gebautes, sehr modernes Verwaltungsgebäude bezogen, und Herr Görlich konnte dies noch mit großer Freude miterleben.

Dieses erfüllte und reiche Leben endete nun am 14. September 2019. Im Jahre 2007 wurde erstmals eine Krebserkrankung festgestellt. Sie kehrte zurück und nun schloss der Vater zweier Söhne und Opa eines Enkelkindes, so wie er es sich wünschte, im Kreise der Familie für immer seine Augen.