Gleich 15 Fusionen ab Oktober

Landwirtschafts-Verwaltungen sollen effizienter und moderner werden - Aber Rosenheim bleibt selbstständig

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Künftig wird es in Bayern nur mehr 32 Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten geben. 17 Ämter aber bleiben selbstständig – so auch Rosenheim. 30 werden mit einem benachbarten Amt zu künftig 15 neuen und größeren Ämtern zusammengeführt, zum Beispiel Ebersberg/Erding. Auch bei den Schulen (unser Foto zeigt Schüler in Rosenheim) werden aus bislang 27 nun nur mehr 20 Standorte! Die Anforderungen der Landwirte und der Gesellschaft an die Landwirtschafts-Verwaltung haben sich in den letzten Jahren wesentlich geändert. Zukunftsthemen wie Klimawandel, Tierwohl, Ressourcenschutz, Biodiversität und Digitalisierung rücken verstärkt in den Fokus.

Um auf diese Herausforderungen effizienter Antworten geben zu können, wird Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber die entsprechenden Verwaltungen in Bayern neu ausrichten. „Mit den neuen Strukturen wird die Verwaltung nicht nur effizienter und fit für die Zukunft, die Neuaufstellung rückt die Landwirtschaft auch wieder mehr in die Mitte der Gesellschaft – wo sie hingehört. Die Verwaltung wird bayernweit einheitlicher und effektiver, sie bleibt aber weiterhin in der Fläche präsent“, sagte Kaniber.

Es wird aber keiner der bisherigen 47 Ämterstandorte aufgegeben, sie bleiben also für die Landwirte auf kurzem Weg erreichbar.

Durch die neue Struktur, die ab dem 1. Oktober 2020 schrittweise umgesetzt wird, sollen die Ämter schneller und wirtschaftlicher agieren können, so die Regierung.

Zugleich könnten so Personalressourcen für die Kerndienstleistungen Beratung, Bildung und Information für Landwirte und Gesellschaft vor Ort effektiver eingesetzt werden, heißt es.

Kleinteilige überregionale Organisationsstrukturen werden aufgelöst, alle Ämter bedienen künftig alle relevanten Themen. „Dadurch können wir das Verständnis zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft stärken“, so Kaniber.

Die Schulstandorte (Abteilung Landwirtschaft) werden in Zukunft stärker dem Besuch angepasst. Daraus ergeben sich aus momentan 27 künftig 20 Standorte für Landwirtschaftsschulen – Abteilung Landwirtschaft.

Diese Standorte werden jährlich ein erstes Semester eröffnen.

Die Landwirtschaftsschulen – Abteilung Hauswirtschaft – bleiben unverändert an den bisherigen Standorten bestehen, genauso wie die Technikerschulen und Höhere Landbauschulen (HLS). Auch das Bildungsprogramm Landwirt (BiLa) werde weiterhin flächendeckend an den Ämtern angeboten.

Kaniber: Mit der konsequenten Neuordnung der Struktur der Landwirtschaftsverwaltung kann sie schneller auf neue gesellschaftliche Trends reagieren. Damit stehen die Bedürfnisse der Landwirte, der Auszubildenden, der Studierenden und der Bürger noch stärker im Mittelpunkt.

Foto: Landwirtschaftsschule Rosenheim

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Ein Kommentar zu “Gleich 15 Fusionen ab Oktober

  1. Die Schließung des Schulstandortes Töging ist ein Schlag ins Gesicht der ausbildungswilligen Landwirte. Schuld daran sind vor allem die CSU und der Bauernverband. Als wir für den Erhalt der Wasserburger Landwirtschaftsschule gekämpft haben, als deren Auflösung beschlossen wurde und wir für den Erhalt von Amt und Schule gekämpft haben, sind wir in den Landtag bis nach München gefahren. Das einzige was wir erreicht hatten, war der Erhalt des Vermessungsamtes in Wasserburg. Unsere Argumente, dass Wasserburg auf lange Sicht der bessere Standort statt Rosenheim sei, wurde auch vom Bauernverband nicht unterstützt. Wasserburg liegt in der Mitte von zukunftsfähigen Betrieben, wenn man den Einzugskreis zieht. Jetzt können die Mühldorfer nach Traunstein fahren, statt ins weit nähere Wasserburg. Und von Beratung ist eh schon lange nichts mehr übrig, weil das meiste Personal für Kontrollen abgezogen wurde. Die Agrarpolitiker, die das damals verbrochen haben, sollten sich schämen, aber es hat sich ja alles nach Rosenheim orientieren müssen. Und die Kaniber ist keine „Laus” besser.

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