Gipfelblick auf vier Seen

Unsere Serie „Tourentipps" - Teil 12: Herbstwanderung auf die Bodenschneid

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Wandern, Mountainbiken, Klettern, Rodeln, Langlauf – alles, was man in den bayerischen und Tiroler Bergen machen kann – und derzeit unter den Corona-Auflagen auch zum Teil noch darf -, beschreibt der Rosenheimer Autor Reinhard Rolle auf seiner Internetseite und in seinen Wanderführern. Zusammen mit dem Bergexperten präsentieren wir unseren Lesern heute den nächsten Teil der Serie „Tourentipps” – diesmal steht eine wunderschöne Herbstwanderung auf die Bodenschneid auf dem Programm. Dazu Reinhard Rolle …

>>Die Bodenschneid, zwischen Spitzingsee und Tegernsee gelegen, zählt zu den beliebtesten Gipfeln der bayerischen Voralpen. Die bei gutem Wetter fantastische Aussicht reicht von der Zugspitze, dem Karwendel und dem Rofan über die Zillertaler hin zu den Hohen Tauern, dem Kaisergebirge und dem Chiemgau.

In der Nähe entdeckt man blau leuchtend Tegernsee, Schliersee und Spitzingsee sowie das Alpenvorland mit München, Rosenheim und Chiemsee. Nachdem nun die Stümpflingbahn rundum erneuert wurde, wird man an schönen Herbsttagen am Gipfel immer ausreichend Gesellschaft haben. Das einladende Bodenschneidhaus, bei Bergwanderern und Mountainbikern gleichermaßen beliebt, liegt eine knappe Stunde unterhalb des Gipfels und ist ganzjährig geöffnet. Leichter als hier beschrieben könnten wir es auch ab Rottach, Schliersee oder Neuhaus erreichen. Der freundliche Wirt sorgt schnell dafür, dass Bergwanderer und Mountainbiker warme und leckere Mahlzeiten erhalten. Kinder finden in den anliegenden Wiesen ein schönes und ungefährliches Spielgelände. Die Wanderung ist zu Beginn sehr leicht, wird nach den Firstalmen steiler und steiniger und verläuft über den Gipfel, ist aber nie zu schwer. Schwindelfreiheit ist nicht erforderlich.

 

Anfahrt:
Wir verlassen die Autobahn A8 München–Salzburg entweder bei der Ausfahrt Weyarn oder Irschenberg und fahren dann über Miesbach und Schliersee auf den Spitzingsattel. Dort biegen rechts zwei Wege ab. Der linke bringt uns in 10 Min. zum großen Wanderparkplatz beim Münchner Haus.
Öffentliche Verkehrsmittel fahren mit der Bahn bis Schliersee oder Neuhaus, weiter geht es mit dem RVO-Bus Nr. 9562 direkt bis zum Spitzingsattel. Von dort weiter wie oben.

Aufstieg:
Vom Parkplatz wandern wir auf der geräumigen Forststraße des Firstgrabens in einer halben Stunde zur Unteren Firstalm. Wir biegen dort links ab und steigen unterhalb des Schlepplifts in 15 Min. auf dem breiten Bergweg zum Suttenstein, einem Aussichtspunkt mit kleiner Bank am Ende des südöstlichen Grates der Bodenschneid. Nachdem wir die Aussicht auf Schinder, Risserkogel, Rofan, Guffert etc. genossen haben, halten wir uns nordwestlich und wandern auf einem steinigen Weg durch schattiges Waldgebiet auf dem lang auslaufenden Grat der Bodenschneid empor. Zuerst recht steil, später folgt ein kleines baumfreies Flachstück. Den Gipfel erreichen wir ungefähr eine Dreiviertelstunde nach dem Suttenstein. Vom Gipfel benutzen wir den Steig in Richtung Rottach-Egern, biegen aber nach wenigen Metern rechts ab. n einer guten halben Stunde steigen wir auf steinigem und teils steilem Bergsteig bis zum Ende des Nordhangs ab, halten uns unten angekommen bei der Gabelung links und erreichen in wenigen Minuten das gemütliche Bodenschneidhaus.

Abstieg:
Nach der Einkehr gehen wir zurück bis zu der Stelle, wo wir vom Gipfelweg auf den flachen Weg trafen (ca. 10 Minuten). Wir gehen hier geradeaus weiter, insgesamt ca. 50 Höhenmeter meist flach bergauf, bis wir 45 Minuten nach dem Bodenschneidhaus die Obere Firstalm erreichen. Von dieser in 10 Minuten hinunter zur Unteren Firstalm und auf dem bekannten Weg zurück zum Parkplatz.

Variante:
Wer das Bodenschneidhaus noch leichter (nur Forststraße) erreichen will, startet beim Parkplatz an der Hennererstraße bei Breitenbach am Schliersee. Das dauert etwas länger (15 km). Eine genaue Beschreibung gibt es auf www.roBerge.de

 

Schwierigkeit: Leichte und kurzzeitig mittelschwere Wanderung
Weg: zuerst auf gut ausgebauter Forststraße, später ein steilerer Abschnitt auf steinigem Weg, der mehr Kondition erfordert. Für Familien mit größeren Kindern geeignet, sofern diese trittsicher sind. Im Abstieg die ersten fünf Minuten nach dem Gipfel steil.
Gehzeit: ca. 3,5 Std.
Höhendifferenz ca. 600 m
Höchste Höhe: 1669 m
Distanz: 9,5 km

 

Text und Fotos: Reinhard Rolle / www.roberge.de

 

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