Gift-Pilze statt Schwammerl-Glück

Heutiger Fund nahe Albaching - Mit Cäsium belasteter Maronenröhrling

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Der passionierte Schwammerlsucher Helmut Maier fand heute in einem Waldstück in der Nähe von Albaching eine Ansammlung von etwa 30 Fliegenpilzen (siehe unser Foto), den bekannten Gift-Pilzen! Und eine alte Schwammerl-Weisheit sagt: Wo Fliegenpilze stehen, sind Steinpilze nicht weit. Allerdings war dies für unseren Pilze-Experten aktuell eine leere Floskel. Weit und breit kein Steinpilz zu sehen, obwohl die Steinpilz-Zeit noch nicht zu Ende ist.

Allerdings fanden sich in der näheren Umgebung Maronenröhrlinge über Maronenröhrlinge. Auch Perlpilze und Rotfußröhrlinge schießen geradezu aus dem Boden.

Aber, Achtung: Auch mehr als drei Jahrzehnte nach der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl sind einige Pilzarten insbesondere in Bayerns Wäldern noch immer stark radioaktiv verseucht.

Unter anderem sind Braunscheibige und Orangefalbe Schnecklinge, Gemeine Erdritterlinge, Rotbraune Semmelstoppelpilze, Maronenröhrlinge und Braune Scheidenstreiflinge mit Cäsium-137 belastet, wie das Bundesamt für Strahlenschutz erst am vergangenen Dienstag berichtete. Sie könnten noch bis zu einige 1000 Becquerel (Bq) Cäsium-137 pro Kilogramm aufweisen.

Unser Foto zeigt die zur Zeit massenhaft wachsenden, allerdings noch Cäsium belasteten Maronenröhrlinge.

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2 Gedanken zu „Gift-Pilze statt Schwammerl-Glück

  1. Schwammerl Bäda

    Na ja „giftig“, die Menge machts, dad i song, auf am Bier steht jo a ned „giftig“ obwoi da Alkohol streng gnomma a Gift is.

    Anm. d. Red.:
    Frische Fliegenpilze enthalten bis zu ein Prozent der giftigen Ibotensäure. Diese Säure wandelt sich in Muscimol um, den Stoff, der zu Halluzinationen führt, wenn der Pilz getrocknet wird. Auch das Gift Muscarin kommt im Fliegenpilz vor. Fliegenpilz-Vergiftungen können schon zu schweren Gesundheitsstörungen führen, das Nervengift des Pilzes ist vor allem für Menschen mit starken Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefährlich.

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  2. Joa is das jetz wirklich gefährlich, möglicherweise gefährlich oder nur nett zu wissen?
    Kann mit den Mengeneinheiten nichts anfangen 🙁

    Anm. d. Red.:
    Radioaktives Cäsium wird vom Körper mit Kalium verwechselt, das heißt, nach der Aufnahme wird es vom Magen-Darm-Trakt vollständig resorbiert, verdrängt dann das im Körper befindliche Kalium und wird stattdessen von den Körperzellen aufgenommen und wie Kalium eingebaut. Vor allem in Muskel-, Nieren-, Leber- und Knochenzellen, aber auch im Blut reichert sich das gefährliche Cäsium an. Beim Zerfall von Cäsium-134 und Cäsium-137 entstehen sowohl schädliche Beta-, als auch die alles durchdringenden Gammastrahlen. Im Körper zerstört die Strahlung des radioaktiven Stoffs den Energiehaushalt, den Stoffwechsel und die DNA der Zelle.

    Besonders stark war die Belastung von Lebensmitteln mit Radioaktivität 1986 nach dem Unglück im Atomkraftwerk Tschernobyl.

    Frische Fliegenpilze enthalten bis zu ein Prozent der giftigen Ibotensäure. Diese Säure wandelt sich in Muscimol um, den Stoff, der zu Halluzinationen führt, wenn der Pilz getrocknet wird. Auch das Gift Muscarin kommt im Fliegenpilz vor. Fliegenpilz-Vergiftungen können schon zu schweren Gesundheitsstörungen führen, das Nervengift des Pilzes ist vor allem für Menschen mit starken Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefährlich.

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