Gibt’s bald mehr Forscher im Landkreis?

Tüfteln ist nicht nur etwas für Jungs! Das lernen die Kinder im Katholischen Pfarrkindergarten St. Katharina in Pfaffing schon von klein auf. Das ist den Erzieherinnen dort auch sehr wichtig, wie sie dem CSU-Landtagsabgeordneten und Bildungspolitiker Otto Lederer (rechts) sowie Pfaffings Bürgermeister Lorenz Ostermaier (links) erst bei ihrem Besuch erklärten. Dahinter steckt ein besonderes Konzept zur frühkindlichen Erziehung, das es im Landkreis Rosenheim bislang nur zweimal in dieser zertifizierten Form gibt.

„Haus der kleinen Forscher“ nennt sich eine Initiative der IHK für München und Oberbayern, die den Katholischen Pfarrkindergarten im vergangenen Jahr bereits das zweite Mal auszeichnen konnte. Damit dieser Titel erhalten werden kann, wird vom Kindergarten jedes Jahr ein neues, wissenschaftliches Projekt angepackt. In diesem Jahr beschäftigen sich die Mädchen und Buben mit dem Weltall und unserem Planetensystem sowie speziell mit unserem Heimatplaneten Erde. Über das Jahr hinweg überlegen sich die Erzieherinnen ganz genau, wie sie die Neugierde der Kinder dafür wecken können. „Dies soll ganz allgemein sehr spielerisch erfolgen“, erklärt Anita Schumann, Kita-Verwaltungsleitung von der Katholischen Kirchenstiftung St. Nikolaus Albaching.

Über die Einzelheiten wissen Gabi Vogl, die Kindergartenleitung, und Evi Berger, Erzieherin im Pfarrkindergarten, Bescheid. Sie sind es, die sich immer wieder neue Projekte für die Kinder ausdenken. „So versuchen wir zum Beispiel den Kindern zu zeigen, wie unser Sonnensystem funktioniert, weshalb es manchmal Tag und manchmal Nacht ist“, erklärt Evi Berger.

Wenn es um den Planeten Erde geht, spielen auch Themen, wie Müll und Nachhaltigkeit, eine ganz große Rolle, sagt Gabi Vogl: „Die Kinder müssen wissen, was es in unserer Umwelt zu schützen gibt. Deshalb gehen wir mit den Kindern auch in den Wald, damit sie dort den Umgang mit den Bäumen, Pflanzen und den Waldbewohnern, wie zum Beispiel Ameisen, Käfer und Spinnen, lernen können.“

Otto Lederer, stellvertretender Vorsitzender im Arbeitskreis Bildung der CSU-Landtagsfraktion, lobte das nicht selbstverständliche Engagement in Pfaffing: „Wir brauchen dringend Nachwuchs für Berufe aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, den sogenannten MINT-Fächern. Ich würde mir deshalb wünschen, dass eine spielerische Förderung der Kinder im MINT-Bereich grundsätzlich schon im Kindergarten beginnt und in allen weiteren Schularten konsequent weitergeführt wird, damit das Interesse nicht abreißt.“ Nur so könne einem Mangel an qualifizierten Fachkräften in den genannten Bereichen entgegen gesteuert werden. „Besonders freut es mich aber“, ergänzt Lederer, „dass es in Pfaffing wohl sehr viele kleine Forscher unter den Mädchen gibt, die mit heller Freude „wissenschaftliche“ Experimente machen!“ Denn Frauen seien im MINT-Bereich immer noch viel zu selten vertreten, so Lederer abschließend.

Neben dem Katholischen Pfarrkindergarten St. Katharina in Pfaffing wurde im vergangenen Jahr lediglich das Rosenheimer Haus für Kinder Villa Kunterbunt ebenfalls als „Haus der kleinen Forscher“ ausgezeichnet. Ohne die zeitaufwändige und qualitativ hochwertige Zertifizierung sind über 70 Einrichtungen in Stadt und Landkreis Rosenheim in der Initiative aktiv.