Gesund und vernetzt im Landkreis

Vertreter von Ärzteschaft, Pflegediensten, Politik und Verwaltung tauschten sich aus

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Möglichkeiten und Risiken der Digitalisierung im Gesundheitswesen – darum drehte sich jetzt eine Fachtagung unter dem Titel „Region 4.0 – gesund und vernetzt im Landkreis Rosenheim“. Vertreter von Ärzteschaft, Pflegediensten, Politik und Verwaltung tauschten sich auf Einladung der Gesundheitsregionplus aus. Landrat Wolfgang Berthaler machte in seiner Begrüßung an Beispielen – wie dem Rückgang von Belegärzten – deutlich, dass ein Strukturwandel im Gesundheitswesen auch in unserer Region bereits spürbar sei …

Unser Foto zeigt von links Bürgermeister Stefan Lederwascher (Flintsbach), Monika Kaiser-Fehling (Christliches Sozialwerk Brannenburg, Degerndorf, Flintsbach), Jörg Eberhardt und Katharina Rosenhuber (Hospiz- und Palliativversorgung für Stadt und Landkreis Rosenheim), Dr. Gitte Händel (Gesundheitsregionplus Landkreis Rosenheim), Dr. Christoph Goetz (Kassenärztliche Vereinigung Bayerns), Dr. Felix Bonke (Hausärztliche Praxisgemeinschaft Dres. Bonke, Ärztenetz Rosenheim) und Landrat Wolfgang Berthaler

Vernetzung sei daher sehr wichtig, betonte Flintsbachs Bürgermeister Stefan Lederwascher als ‚Hausherr‘ des Veranstaltungsortes, der „Alten Post“, und fügte an, „aber das Netzwerk muss auch passen, im Kleinen in der Gemeinde wie im größeren Rahmen, also zum Beispiel dem Landkreis“.

Welche Bedeutung Vernetzung und Digitalisierung für die Ärzte haben, beleuchteten Dr. Christoph Goetz, Leiter Gesundheitstelematik der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns und Dr. Felix Bonke, Hausarzt, Facharzt für Innere Medizin und ärztlicher Leiter des Ärztenetzes Rosenheim.

„Die Digitalisierung wirkt unausweichlich und verändernd“, so Goetz. Sie sei ein Innovationstreiber, der eine Strukturwandel erzwinge: Telemedizinische Dienste, Apps als Therapieunterstützung, Telerobotik seien Beispiele dafür. Der Weg in die Regelversorgung sei bei vielen Angeboten aber noch sehr weit. Und es gelte wachsam zu sein, um die Datensicherheit zu gewährleisten.

Felix Bonke konzentrierte sich in seinem Beitrag auf die Auswirkungen der Digitalisierung in der hausärztlichen Praxis. „Die Digitalisierung wird die Arbeit und Kommunikation von Ärzten in den nächsten Jahren radikal verändern“, ist sich Dr. Bonke sicher. „Man sollte daher die aktuellen Entwicklungen intensiv verfolgen, um diesem Umbruch nicht hilflos ausgeliefert zu sein.“

Doch auch in der Pflege sei eine digitale Vernetzung unausweichlich, um den Herausforderungen des demographischen Wandels begegnen zu können. Monika Kaiser-Fehling, Geschäftsführende Pflegedienstleitung des Christlichen Sozialwerk Brannenburg, Degerndorf, Flintsbach zeigte nachdrücklich auf, wie verwirrend aus Sicht von Patienten und Angehörigen die Zuständigkeiten heute sind.

„Pflege aus einer Hand“ wäre ihr Wunsch. Dass Digitalisierung dazu tatsächlich einen Beitrag leisten könnte, ist sich Evi Faltner, ebenfalls vom Christlichen Sozialwerk sicher. Doch auch die Pflegedienste, die schon heute unter Personalmangel leiden, könnten von Digitalisierung profitieren. Faltners Vorschläge reichen von einer effektiveren Gestaltung von Touren über eine Teilung von Kapazitäten, um Spitzen abzudecken bis zu einem digitalen Stellenportal.

Den Wunsch nach Vernetzung machten zum Schluss der Tagung auch Katharina Rosenhuber und Jörg Eberhardt vom Palliative Care Team der Hospiz- und Palliativversorgung für Stadt und Landkreis Rosenheim deutlich. Sie beginnen, ein Hospizbegleitungs- und Palliativnetzwerk in Stadt und Landkreis Rosenheim aufzubauen. Ziele sind unter anderem die flächendeckende Versorgung mit Palliative Care Angeboten und eine effizientere Versorgung der Patienten.

Für Gitte Händel, Leiterin der Geschäftsstelle der Gesundheitsregionplus, zeigten die angeregten Gespräche zwischen den Teilnehmern in den Pausen, dass ein wesentliches Ziel erreicht wurde: „Es sind neue Kontakte entstanden und das Netzwerk der regionalen Akteure wurde wieder ein Stück dichter geknüpft. Eine gute Voraussetzung, um dem anstehenden Strukturwandel im Gesundheitswesen begegnen zu können.“

 

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