Gemeinsam gegen den Trickbetrug

Rosenheimer Kripo schult erstmals Servicekräfte der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern-Südost

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Die Betrugsmaschen sind vielfältig und perfide, wobei „Enkeltrick“ und „Falsche Polizeibeamte“ die derzeit gängigsten Formen darstellen, um besonders Seniorinnen und Senioren um ihr Erspartes zu bringen. Mit der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost entstand nun eine Kooperation, um gemeinsam dem Trickbetrug den Kampf anzusagen. Die polizeiliche Schulung von Schalterkräften ist dabei ein zentrales Element.

Fast eine Million Euro erbeuteten sogenannte Callcenterbetrüger durch ihre Machenschaften im Jahr 2018 allein im südlichen Oberbayern und brachten dabei den ein oder anderen Senior um sein gesamtes Erspartes. Die aktuell noch andauernden Auswertungen für das zurückliegende Jahr lassen leider keinen Rückgang erwarten.

Seitens der Polizei gibt es Beratungsprofis, die sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch Firmen und Institutionen rund um das Thema Sicherheit im Alltag und speziell auch zum Thema Legenden- oder Callcenterbetrug beraten: Die Kriminalpolizeilichen Fachberater bei den örtlichen Kripo-Dienststellen.

Mit der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost ist in den letzten Monaten eine enge Kooperation entstanden, bei der die Präventionsprofis der Polizei regelmäßig zum Einsatz kommen. Über 4.000 Personen konnten so bereits bei Kundenversammlungen, das Phänomen Trickbetrug betreffend, informiert und sensibilisiert werden.

Nun folgte der nächste Schritt: Unter dem Bankinternen Titel „Prävention im Legenden- und Trickbetrug: Wie wir unsere Kunden schützen können“  durften Kriminalpolizeiliche Fachberater erstmals Servicekräfte, Beraterinnen und Berater sowie Filialleiter während ihres Fortbildungstages entsprechend schulen und mit Informationen versorgen. Konkret ging es dabei um Möglichkeiten, mit den von den Tätern instruierten und enorm unter Druck gesetzten Opfern ins Gespräch zu kommen und diese davon zu überzeugen, dass ein Betrug im Raum stehen kann. Was keine leichte Aufgabe darstellt, angesichts der Tatsache, dass die Täter den Opfern in oft stundenlangen Telefonaten die Geheimhaltung gegenüber der Hausbank regelrecht einimpfen.

Polizeipräsident Robert Kopp: „Die perfiden Methoden der Tätergruppen im Bereich „Falsche Polizeibeamte“ und „Enkeltrick“ werden ständig angepasst. Hochgradig spezialisiert und äußerst konspirativ arbeiten die Täter zusammen. Begangene Straftaten haben oft existentielle Folgen. Einerseits weil die Opfer hohe Geldbeträge verlieren können. Andererseits sehen sie sich zudem noch den Vorwürfen bzw. dem Unverständnis ihrer Verwandten ausgesetzt. Es ist ein Trugschluss davon auszugehen, dass nur lebensältere und senile Personen von diesem Kriminalitätsphänomen betroffen sind. Fallauswertungen zeigen, dass es sich bei den Opfern auch um agile und geistig rege Personen handelt. Um der alarmierenden Entwicklung entgegenzuwirken, hat das Polizeipräsidium Ober-bayern Süd eine breit angelegte Präventionskampagne ins Leben gerufen. Ziel dieser Kampagne ist es, nicht nur die potentiellen Opfer, sondern auch deren Familien und das soziale Umfeld über den modus operandi der Täter, als auch über präventive Möglichkeiten zur Verhinderung dieser Straftaten aufzuklären. Ich begrüße es sehr, dass die Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost eG unsere Maßnahmen zur Verhinderung dieser Straftaten schnell und unbürokratisch unterstützt.“

 

Kriminalpolizeilicher Fachberater Karl-Heinz Busch: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Banken bilden oftmals die letzte Hürde, die diese Täter überwinden müssen, um an ihre Beute zu kommen. Diesen Umstand möchten wir nutzen, denn die Banken haben das selbe Ziel wie wir: Den Schutz ihrer Kunden. Wir bedanken uns bei der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost eG, dass wir den Servicekräften das Rüstzeug an die Hand geben dürfen, damit potentielle Opfer besser erkannt und geschützt werden können.“

Direktor Josef Frauenlob: „Es kann uns nicht egal sein, wenn unsere Kunden Opfer dieser perfiden Taten werden. Um unsere Servicekräfte noch besser zu sensibilisieren, haben wir sehr gerne das Schulungsangebot der Polizei angenommen. Die Vorträge auf unseren Kundenveranstaltungen haben sicher auch dazu beigetragen, dass unsere Kunden bei solchen Anrufen vorsichtiger sind. Nur gemeinsam kann es uns gelingen, dieses Phänomen einzudämmen und so das Vermögen unserer Kunden zu bewahren.”

Die Kriminalpolizeilichen Fachberater stehen übrigens jedermann kostenlos für Beratungen zur Verfügung. Erreichbar sind sie über die örtlichen Kriminalpolizeidienststellen.

 

Verantwortliche Organisatoren und Referenten (von links): Andreas Guske, Polizei, Direktor Josef Frauenlob, Vorstandsvorsitzender VR-Bank Oberbayern Südost, Herbert Grieser,  Kripo Mühldorf, Karl-Heinz Busch, Kripo Traunstein, Manuela Schröck, Kripo Miesbach, Daniel Schader, VR-Bank.

 

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