Gelungene Beispiele für Landschaftspflege

Landschaftspflegeverband Rosenheim stellt sich heimischen Landwirten vor

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Der im November 2017 neue gegründete Landschaftspflegeverband Rosenheim hat sich jetzt interessierten Landwirten im Landkreis Rosenheim vorgestellt. Über 30 Personen waren der Einladung des Vorsitzenden Sebastian Forstner und von Biologin Gabriele Müggenburg nach Söchtenau gefolgt.

Zunächst stellte Forstner den Vorstand des Verbandes vor. Der besteht aus neun Personen. Dazu gehören neben dem Landrat, zwei Bürgermeister und je drei Vertreter aus dem Naturschutz sowie aus der Land- und Forstwirtschaft. Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes Rosenheim ist seit 1. Mai dieses Jahres Dr. Markus Höper. Unterstützt wird er von Biologin Gabriele Müggenburg. „Zudem ist geplant eine weitere Fachkraft für die Verwaltung einzustellen“, sagte Forstner.

 

Wie Höper nach seiner Vorstellung sagte, werde der Landschaftspflegeverband bei Pflegearbeiten hauptsächlich Landwirte beauftragen. Da die Trägerschaft für Landschaftspflegemaßnahmen vom Landkreis Rosenheim auf den Verband übergegangen ist, könne der Verband Landwirte nun direkt beauftragen und die Arbeiten müssten nicht mehr ausgeschrieben werden. „Das ist ein großer Vorteil“, so Höper.

 

Aktuell haben sich 29 der 46 Landkreisgemeinden dem Landschaftspflegeverband angeschlossen. Höper hofft, dass in den nächsten Jahren weitere Kommunen folgen. Auch Einzelpersonen, Verbände oder Vereine können Mitglied im Landschaftspflegeverband werden, sagte er.

 

Nach der Einführung ging es von der Theorie in die Praxis. Biologin Müggenburg präsentierte bei einer Exkursion zwei Beispiele für gelungene Landschaftspflege. Das Stucksdorfer Moor war ab 2006 renaturiert worden. Statt eines Moorkiefernwaldes wachsen hier wieder das selten gewordene Scheidige Wollgras und Torfmoose. Letztere sorgen mit ihrem Wachstum für einen Höhenzuwachs des Hochmoors von rund einem Millimeter pro Jahr. Wie Müggenburg erklärte, leisten Hochmoore einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Sie sind Lagerstätten für pflanzengebundenen Kohlenstoff. Etwa 15 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid können so pro Hektar und Jahr der Atmosphäre entzogen werden. Darüber hinaus speichert der Torf im Moor etwa 90 Prozent des Niederschlags und ist damit ein wichtiger Faktor bei der Speicherung und Reinigung von Wasser.

 

Als zweites Beispiel schauten sich die Interessierten das Schwaberinger Moos an. Streuwiesen werden einmal im Jahr im Herbst gemäht und bieten Lebensraum für rund 60, auf diesen Lebensraum spezialisierte Pflanzenarten, 14 Tagfalter- und zahlreiche Heuschreckenarten. Ohne Mahd würden Streuwiesen schnell verbuschen und auf längere Sicht den Tieren und Pflanzen keinen Lebensraum mehr bieten.

 

Viele der anwesenden Landwirte engagieren sich bereits seit vielen Jahren in der Landschaftspflege und wollten dies auch weiterhin, nun gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband Rosenheim, tun, so der Tenor am Ende der Veranstaltung.

 

Zu den Aufgaben des Landschaftspflegeverbandes Rosenheim gehören unter anderem die Pflege von Streuwiesen, wertvollen Biotopen sowie die Erhaltung der Kulturlandschaft, zum Beispiel durch Maßnahmen zur Entbuschung oder Schwendaktionen auf Almflächen. Außerdem steht der Verband Gemeinden beratend zur Seite, wenn es darum geht, neue Biotope anzulegen oder bei der Konzipierung von Ökokonto- und Ausgleichsflächen.

 

 

Biologin Gabriele Müggenburg (rechts) erklärte die Flora und Fauna auf einer Streuwiese im Schwabinger Moos.

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