„Gefahr ist in Verzug”

Zahlreiche Eschen am Köbingerberg krank - Stadt Wasserburg plant große Fällaktion

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Im sogenannten „Stadtwalddistrikt Burgauholz“ ist eine große Anzahl an Eschen vom Eschentriebsterben betroffen. „Aus Sicherheitsgründen müssen an der Köbingerbergstraße zahlreiche schadhafte Bäume leider zeitnah gefällt werden. Gefahr ist in Verzug”, sagte heute bei einem Ortstermin Förster Ludwig Krug vom Staatlichen Forstamt. In dessen Obhut hat die Stadt Wasserburg den Wald übergeben. „Auch wenn es sich zum Teil um über 100 Jahre alte Bäume handelt, uns bleibt keine andere Wahl”, bestätigte Bürgermeister Michael Kölbl. „Es kann jederzeit etwas passieren, so marode sind die Bäume.”

Die betroffenen Eschen sind vom sogenannten Stengelbecherpilz befallen. „Da ist nichts mehr zu retten. Der Pilz dringt durch die Blätter ein und zerstört den Baum”, so Krug. Das Eschensterben habe sich mittlerweile auf den ganzen Landkreis ausgedehnt und sich zu einem echten Problem ausgewachsen. Besonders hart sind die Eschen deshalb betroffen, weil sich der Pilz von oben an den Stamm heranmacht, gleichzeitig unten eine Fäulnis beginnt. „Gesunde Bäume können binnen eines einzigen Jahre so zur echten Gefahr werden”, sagte Krug.

 

Besonders gefährlich ist die Situation an der Köbingerbergstraße oberhalb der Häuser an der Einmündung zur Münchener Straße (Foto ganz oben). „Dort müssen wir eine spezielle Fällung anwenden. Der von uns beauftragte Experte, in diesem Fall Willi Ziegler aus Wasserburg, lässt sich von einem Kran in die Krone des Baumes befördern, sichert den Baum, ehe dieser unten abgeschnitten wird. Dann wird der Baum mit dem Kran über die Häuser abtransportiert”, so der Förster.

 

Los geht’s voraussichtlich am Dienstag, 12. Februar. Dann wird die Köbingerbergstraße komplett gesperrt. Die Serpentinen bleiben aber während der gesamten Arbeiten frei befahrbar. Die Baumfällaktion wird eine Woche dauern. Dass anschließend der Hang an der „Schanze” abrutschen könnte, befürchten die Experten übrigens nicht.

 

„Zum Glück ist bereits Jungholz nachgewachsen, dass jetzt kräftig anschieben wird, wenn es mehr Licht bekommt”, so Ludwig Krug. Außerdem habe man an dieser Stelle einen gesunden Mischwald. Auf dem Areal seien andere Bäume wie Ahorn, Buchen, Linden und Birken aufzufinden. „Von denen kommen wirklich nur die weg, die nach oder wegen der Maßnahme klar sturzgefährdet sind.”

Das anfallende Holz wird übrigens regional verwertet. „Alles, was zu gebrauchen ist, wird an heimische Holzverarbeiter verkauft, der Rest wird zu Hackschnitzeln für das Heizkraftwerk in Gabersee.”

 

Ein klares Zeichen, dass der Baum nicht überleben kann: Ausgedünnte Äste, abgestorbene Triebe.

 

Alle mit einem gelben Ring gekennzeichneten Bäume müssen weg. Dieser hier hatte zusätzlich zur Krankheit noch einen massive Schadstelle, die nichts mit dem Pilzbefall zu tun hatte.

 

Bei der Ortsbesichtigung waren heute auch neben Ludwig Krug, auch Liegenschaftsverwalter Robert Mayerhofer und der Umweltreferent der Stadt, Lorenz Huber, sowie Bürgermeister Kölbl (von links) mit dabei.

 

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