„Gartler-Herz“ schlägt kräftig in Pfaffing

Lebendiger Verein: Jahresversammlung mit Vortrag über Hausgarten gut besucht

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Referent des Abends war Rainer Steidle, Gärtnermeister der Stiftung Attl, zum Thema: „Der Hausgarten – ein ganz besonderer Ort“. Viele interessierte Besucher konnte jetzt die erste Vorsitzende Christine Glasl dazu (Foto) bei der Jahreshauptversammlung der Pfaffinger Gartler im liebevoll geschmückten Gemeindesaal begrüßen. Auch Pfaffings zweite Bürgermeister Tobias Forstner richtete einige Worte an den Verein. Es sei erfreulich, in der Gemeinde einen so lebendigen und starken Verein zu haben …

… der sich auch zu dem Thema „Insektenschutz“ einbringe und Position beziehe. Man solle ehrlich mit allen Argumenten umgehen und Diskussionen auf Augenhöhe führen – nach dem Motto: „Jeder sollte ein bisschen etwas dazu beitragen“.

Nach dem Jahresrückblick von Christine Glasl und dem anschließenden Kassenbericht von Christine Maier – mit einstimmiger Entlastung der Vorstandschaft – wurde ein Antrag auf eine Mitgliedbeitrags-Erhöhung ab dem Jahr 2020 von acht auf zehn Euro gestellt. Dieser wurde von den Mitgliedern einstimmig angenommen.

Rainer Steidle begann seinen Vortrag mit dem aktuellen Problem durch den „Buchsbaum-Zünsler“. Dieser entwickelt im Jahr etwa zwei bis drei Generationen, die Puppen seien dabei sehr schwer zu sehen – ab etwa Mitte Mai schlüpfe die erste Generation, die in einem Umkreis von etwa drei Kilometern fliege.

Bekämpft werden könne der Zünsler – so Steidle – mit Gesteinsmehl, Algenkalk oder Pflanzenauszügen, aber am besten mit dem Biomittel „Raupenfrei Xentari“. Nach der Behandlung solle es möglichst drei Tage nicht regnen, damit die Mittel wirken können. Natürlich müsse leider jede Generation – also mindestens dreimal jährlich – bekämpft werden.

Weiter ging es in dem Vortrag über den „Hausgarten – ein ganz besonderer Ort“ mit Tipps über Mischkultur, Bodenfruchtbarkeit, Nährstoffkreislauf und Schädlingsregulierung.

Die Besucher erhielten viele Anregungen, wie

  • Den Boden nicht unter acht Grad Bodentemperatur bearbeiten, organisches Material ausbringen – dünn mulchen, da der Boden immer bedeckt und stets feucht sein will.
  • Umgegraben wird gar nicht mehr, um die mühsam aufgebauten Bodenschichten nicht zu zerstören.
  • Der größte Helfer ist der Regenwurm – er sorgt für lockeren, belüfteten Boden, in dem das Wasser gut einsickern kann.
  • Kompost aus dem eigenen Garten mit langer Reife, etwa ein bis zwei Jahre, aber auch Schafwolle und Bokashi ernähren die Pflanzen gut.
  • Laut Gärtnermeister Steidle ist es auch wichtig, möglichst viel in Handarbeit im Garten zu machen, sich Zeit zu nehmen für den Garten, die Hektik herausnehmen und vor allem den Kindern die Natur nahe bringen und sie diese erleben lassen …

Es war ein sehr interessanter, lehrreicher und auch heiterer Vortrag und jeder Zuhörer wartete jetzt schon sehnlichst auf günstiges Wetter, um seinem Tatendrang und dem „Gartler-Herz“ freien Lauf zu lassen.

Christine Glasl dankte abschließend allen Helfern übers Jahr herzlichst – sei es für Blumenbeete gießen, Kräuterbüschl binden, Kuchen backen oder Salatspenden sowie der Feuerwehr Pfaffing für die Benutzung ihrer Räumlichkeiten, wenn Bedarf sei.

Ein herzliches Dankeschön ging auch an die Familien Neudecker und Korbmann für die Bereitstellung von ausgefallenem Dekorationsmaterial.

cp

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