„Für uns ist es eine Katastrophe”

Veranstaltungstechnik: Wegen Corona komplett auf Null zurückgefahren - Am Montag „Night of Light"

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Sie rüsten Volksfeste, Messen und Firmenfeiern aus, helfen bei Großveranstaltungen, verlegen Kabel und stellen Sound- und Lichtsystem für Theaterinszenierungen zur Verfügung – ohne sie geht auf den Bühnen dieser Welt nichts: Veranstaltungstechniker wie die der Firma „Show-Partner” von Michi Kuhn in Edling sind die wichtigen Strippenzieher hinter der Bühne. Doch seit drei Monaten geht bei ihnen nichts mehr. „Wir mussten die Firma von heute auf morgen komplett herunterfahren. Corona ist für uns eine Katastrophe”, so Kuhn (Archivbild, links).

„Wir hätten heuer von der Auftragslage her den besten Start aller Zeiten in ein erstes Halbjahr gehabt. Jetzt gerade wären wir unter anderem für eine Großveranstaltung in Mailand gebucht gewesen. Doch von Anfang März an hagelte es Absage um Absage. Im Juni haben wir normalerweise sechs Veranstaltungen – täglich! Derzeit null.” Leider habe er mittlerweile eine Mitarbeiterin auch schon entlassen müssen, die anderen seien in Kurzarbeit, „räumen unsere Lager auf”.

Mit dem Verkauf eines größeren Fahrzeugs und Krediten halt er derzeit seine Firma über Wasser.

Was die Veranstalter und Veranstaltungstechniker am härtesten trifft: „Die Politik geht den Weg der kleinen Schritte. Kleinteilige Lockerungen bringen uns aber gar nichts.” Dennoch ist sich Kuhn sicher, aus der Krise herauszukommen.

Wie schlimm es um eine ganze Branche steht, darauf vollen Veranstalter und Veranstaltungstechniker am kommenden Montag, 22. Juni, mit ihrer bundesweiten Aktion „Night of Light” hinweisen.

Ziel der Aktion ist es, mit der Politik im Rahmen eines Branchendialogs ins Gespräch darüber zu kommen, wie die extrem heterogene Branche der Veranstaltungswirtschaft vor einer massiven Insolvenzwelle gerettet werden und der Erhalt von bundesweit mehreren hunderttausend Arbeitsplätzen gesichert werden kann.

„Night of Light”  richtet sich an die breite Öffentlichkeit, um auf die dramatische Lage der Veranstaltungswirtschaft aufmerksam zu machen.  „Show-Partner” aus Edling nimmt daran teil. „Wir werden am Samstag das Rathaus in Ebersberg beleuchten und die Inntalhalle in Rosenheim. Vielleicht hilft’s ja was, um die Politik auf unsere Situation aufmerksam zu machen”, hofft Michi Kuhn.

  

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4 Kommentare zu “„Für uns ist es eine Katastrophe”

  1. .. der ganz Max-Josefs-Platz in Rosenheim soll in rotem Licht erstrahlen. Ab ca. 22 Uhr geht’s los.
    Wir freuen uns über viele Besucher.

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  2. Wir in Steinhöring beleuchten unsere Mehrzweckhalle an der 304er. Für uns sind Veranstaltungen viel mehr als wirtschaftliche Interessen. Ohne die Firmen wie Showpartner in Edling hätten wir viel weniger Erfolg und somit ungeahnte Begegnungen, die wir für unsere Bewohner*innen und Fans und Freund“innen aus der Umgebung seit Jahren organisiert haben. Gruß aus Steinhöring Franz Wallner

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    1. Franz, Du hast Recht: für viele in dieser “Kultur-Szene” egal, ob sie damit Geld verdienen oder es nur als Hobby machen, ist der Job mehr als nur Geldverdienen. Es ist eine Passion, eine Leidenschaft. Unter teilweise wirklich heftigen Bedingungen immer das Beste zu geben, dass für die Kunden, besucher, Darbietenden das Event etwas Einzigartiges wird. Es wäre schön, wenn einem diese Leidenschaft auch weiterhin gewährt wird und sie all die Menschen, die von dem Job abhängig sind, weiter ernähren kann!
      Wenn Ihr für Steinhöring noch rotes Scheinwerfer für Montag braucht: melde Dich!

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  3. Auch das Feierwerk in München wird in Rot erstrahlen. Wir als Techniker machen mit! Gruß Micha Ton Frau aus München

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