Für mehr Heimatkunde an Schulen

Bayernbund und Trachtler mit gemeinsamer Initiative

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Der Heimatkunde-Unterricht an den bayerischen Schulen soll gestärkt werden! Das ist eine Gemeinschafts-Initiative vom Bayernbund – mit dem Albachinger Bezirksrat Sebastian Friesinger an der Spitze (rechts) – und vom Trachtenverband in Bayern. Zur Unterstützung dieser Bemühung hatte jetzt die Hanns-Seidl-Stiftung in München im Rahmen der Seminar-Reihe „Kultur und Tradition“ in ihr Konferenzzentrum nach München eingeladen.

Referenten waren der Bayernbund-Ehrenvorsitzende Adolf Dinglreiter, Ministerialrätin Maria Wilhelm vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Monika Kaltner als Kreisheimatpflegerin für den Landkreis Kehlheim, Veronika Söllner als Jugendvertreterin für den Bayerischen Trachtenverband, Gauvorstand Walter Sirch vom Oberen Lechgauverband (und zugleich Vorsitzender vom Sachgebiet Mundart, Brauchtum und Laienspiel beim Bayerischen Trachtenverband) sowie Evi Landinger von der Grund- und Mittelschule Halfing im Landkreis Rosenheim.

Das Thema „Heimat“ sei in den bayerischen Grundschulen fest verankert und das im übrigen in Bayern als einzigem deutschen Bundesland, betonte Maria Wilhelm. „Bereits in der Verfassung ist festgehalten, dass die Kinder mit Herz, Charakter und Liebe zur bayerischen Heimat erzogen werden sollen“, so Frau Wilhelm, die noch anregte, die Vermittlung des Heimat-Gutes nicht nur den Lehrkräften, sondern auch externen Experten anzuvertrauen.

„Die sprachliche und kulturelle Bildung muss ein fächerübergreifendes Bildungs- und Erziehungsziel über die Grundschulen hinaus sein, Inhalte könnten unter anderem sein die Tier- und Pflanzenwelt, die Landschaft, das Brauchtum, die Denkmäler, die Museen, Sagen und Legenden, die Hochsprache Deutsch und die Mundart und die Musik. Die Lehrkräfte haben hier einen Gestaltungsraum und sie sind auch verantwortlich für das Aussuchen von externen Fachleuten“, so die Ministerialrätin weiter.

Bereits gute Erfahrungen hat Evi Landinger als Lehrkraft in mehreren Schulen in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein gemacht und sie sagte in ihrem Referat: „Der Unterricht sollte ganzheitlich, mit allen Sinnen und nicht nur im Klassenzimmer, sondern auch in der freien Natur und in allen Schularten erfolgen. Heimat-Vermittlung ist keine Frage des Alters und sie kann im Rahmen vom Heimat- und Sachkunde-Unterricht, als schulisches Schwerpunkt-Thema, bei Wettbewerben oder mit Projekttagen oder Projektwochen erfolgen“.

Gute, praktische Erfahrungen an verschiedenen Schulen in Mainburg und im Landkreis Kehlheim hat Kreisheimatpflegerin Monika Kaltner gemacht, unter anderem mit dem Projekt „Holledauer Spürnasen“, bei Kirchenführungen, bei Archiv-Arbeiten und bei einem Audio-Guide-Projekt für Rottenburg. Walter Sirch berichtete von positiven Rückmeldungen nach Theater-Projekten sowie nach Veranstaltungen mit Gesang oder Dialekt und auch bei Moorführungen.

Veronika Söllner aus der südlichen Oberpfalz erläuterte ihre gut gemachten Erfahrungen zu den Themen Tradition und Brauchtum mit Schülern der fünften bis zehnten Klasse. „Zum Teil fehlen heute Eltern und Familien als Vermittler von Werten und Erinnerungen, unter anderem machten wir Palmbuschen-Binden, Kartenspiele, Hinterglasbilder zum Thema Namenstag oder mit bei der Kartoffelernte“, so die Fachlehrerin für Handarbeit, Sport und Technisches Zeichnen. Zum Begriff Tradition sagte sie: „Der Dumme hält sich an ihr fest, der Gescheite gibt sie weiter“.

Nachdem eingangs Ehrenvorsitzender Adolf Dinglreiter an die bereits lange Geschichte des Heimatkunde-Unterrichts an bayerischen Schulen seit dem Jahr 1894 und an den Verfassungsauftrag erinnerte, stellten sich Sebastian Friesinger vom Bayernbund und Max Bertl als Landesvorsitzender des Bayerischen Trachtenverbandes einer regen Aussprache.

Dabei erhielten sie viel grundsätzliche Unterstützung, unter anderem von Schulrätin Veronika Käferle vom Staatlichen Schulamt Rosenheim („Gebe die Ideen und Anregungen gerne in der Schulleiter-Konferenz weiter“), von Rosenheims Bayernbund-Kreisvorsitzenden Christian Glas („Stellen gerne und kostenlos das eigens für Schulen erstellte Lesebuch Freude an der Mundart mit vielen praktischen Beispielen zur Verfügung“) und Prof. Dr. Dieter Weiß als Verfasser von Geschichtsbeiträgen in der Weiß-Blauen Rundschau schlug vor, wegen der externen Fachleute an das große Reservoir an Heimatpflegern heranzutreten.

 

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