„Für alle Herausforderungen gut gerüstet”

Sparkasse Wasserburg zieht Jahresbilanz - Struktur der Geschäftsstellen wird optimiert

image_pdfimage_print

Mit einem Wachstum von 3,8 Prozent und durchweg guten bis sehr guten Zahlen in allen Geschäftsbereichen blieb die Sparkasse Wasserburg auch im Geschäftsjahr 2019 weiter auf Erfolgskurs – und das trotz dauerhaft niedriger Zinsen. „Wir konnten erneut ein solides Geschäftsergebnis erzielen, das unsere Leistungsfähigkeit weiter sichert”, sagte heute Vorstandsvorsitzender Peter Schwertberger. Und auch die Corona-Krise wird daran vorerst nichts ändern. „Bis jetzt sind wir da ohne größere Probleme durchgekommen.” Schwertberger legte die Bilanz zusammen mit Bürgermeister Michael Kölbl (Aufsichtsrat) und den beiden stellvertretenden Vorständen Andreas Bonholzer und Christian Fuchsbüchler (von links) vor.

In Sachen Corona befürchtet Schwertberger, dass man den Gipfel der Krise noch nicht erreicht habe. „Wir agieren mit unserem Personal nach wie vor sehr vorsichtig, halten acht der 20 Geschäftsstellen aus Sicherheitsgründen geschlossen.” Fuchsbüchler ergänzte: „Wir tun alles dafür, dass wir jederzeit handlungsfähig sind.” Allgemein habe man alle Hebel in Bewegung gesetzt, den heimischen Unternehmen in der Krise zu helfen – unbürokratisch und schnell. Insgesamt habe man aber mit deutlich mehr Kredit-Anfragen gerechnet. Der Sparkasse lägen im Firmenkundenbereich zirka 50 Anträge mit einem Volumen von 15 Millionen Euro vor.

„In der aktuellen Krise konnten wir anfragenden Unternehmen vielfach bereits im Rahmen einer sparkasseneigenen Soforthilfe und ohne Inanspruchnahme staatlicher Programme helfen. Wir machen das schnell und unbürokratisch.” Dazu Peter Schwertberger: „Die Sparkasse ist wie ein Regenschirm. Den spannt man auf, wenn es notwendig ist. Und den brauchen jetzt unsere Kunden.”

Der Vorstandsvorsitzende zur Corona-Krise allgemein: „Das war natürlich auch für uns ganz was Neues. In der Krise zeigen sich Schwächen und Stärken einer Firma. Letztere haben bei uns ganz stark überwogen. Es war toll, wie unsere Mitarbeiter vom ersten Tag an mitgezogen und auf alle Schwierigkeiten schnell und angemessen reagiert haben. Da ging viel auf Zuruf.”

Im Übrigen seien die Bargeldversorgung und der Zahlungsverkehr immer sichergestellt gewesen, ergänzte Christian Fuchsbüchler. „Alles lief in normalen und geordneten Bahnen weiter. Wir hatten während der gesamten Krise bisher keine Minute lang irgendwelche Ausfälle oder unüberbrückbare Engpässe.”

Und so soll es auch bleiben. Deshalb setzt die Sparkasse auch weiterhin darauf, das Personal räumlich zu trennen. Fuchsbüchler „Wir nutzen dafür unter anderem die geschlossenen Geschäftsstellen.”

Um deren flächendeckendes Netz ging es heute auch bei der Jahresbilanz. Peter Schwertberger dazu: „Wir spüren nicht erst seit der Corona-Krise deutlich, dass sich die Bedürfnisse unserer Kunden ändern. Heute geht man einmal im Jahr persönlich in die Geschäftsstelle, 130 Mal nimmt man hingegen per Internet Kontakt mit der Sparkasse auf.” Man habe als eine der kleinsten Sparkassen in Bayern sicher eines der dichtesten Geschäftsstellen-Netze. „Besonders deutlich wird das in und rund um Wasserburg, wo wir im drei Kilometer-Radius fünf Zweigstellen haben.”

Die Sparkasse Wasserburg habe in den vergangenen Jahrzehnten an der Geschäftsstellen-Struktur nichts geändert. Diese Stamme noch aus der Zeit vor dem Geldautomaten. „Die neuen digitalen Gewohnheiten verändern die Ansprüche unserer Kunden. Das hat zu einem starken Rückgang an Kundenfrequenz in den klassischen Geschäftsstelle geführt”, so der Vorstandsvorsitzende. „Unter den geänderten Rahmenbedingungen ist die hohe Geschäfststellendichte nicht mehr zeitgemäß und für unsere Sparkasse auch nicht mehr zukunftsfähig. Deshalb ist eine Optimierung unumgänglich.”

Und diese Optimierung stellte heute Andreas Bonholzer, stellvertretendes Vorstandsmitglied, vor.  Unter seiner Leitung befasst sich eine Arbeitsgruppe seit Monaten mit einer zukunftsfähigen Neuausrichtung – in enger Zusammenarbeit mit dem Personalrat. „Um unseren Beratern den nötigen Freiraum für ihre qualifizierte Kundenbetreuung zu schaffen, werden Filialen in SB-Standorte umgewandelt, Öffnungszeiten angepasst und die Standorte in Wasserburg in einem neuen Beratunsgzentrum gebündelt.”

 

Das heißt konkret:

  • Die Öffnungszeiten der Geschäftsstelle im Burgerfeld werden auf zwei Tage reduziert
  • Die Geschäftsstelle in der Burgau sowie die in Reitmehring werden in SB-Standorte umgewandelt.
  • Für den Kundenservice wird weiterhin in vollem Umfang die Geschäftsstelle im Rathaus zur Verfügung stehen.
  • In der Rosenheimer Straße 1 (Hauptgebäude) entsteht das neue Beratungszentrum für Privatkunden
  • In Eiselfing werden die Öffnungszeiten auf zwei Tage pro Woche reduziert
  • Babensham hat künftig an einem Tag in der Woche geöffnet
  • Die Filialen in Albaching, Griesstätt, Soyen werden zu SB-Standorten umgebaut.
  • In Amerang, Edling, Gars, Haag, Halfing, Hohenlinden, Isen, Pfaffing, Rott, St. Wolfgang und Schnaitsee bleibt alles unverändert.
  • Alle Geschäftsstellen werden technisch und optisch zeitgemäß neu ausgestattet. Die Sanierung startet in Edling.

 

Bonholzer dazu: „Unsere Öffnungszeiten haben nichts mit den Beratungszeiten zu tun. Die kann man jederzeit telefonisch vereinbaren. Die Umsetzung aller Maßnahmen ist für Anfang Juli geplant – wenn Corona das zulässt.” Zeitgleich zur Optimierung der Geschäftsstellen werde man ein Kunden-Service-Center einrichten, wo man den Kunden von 8 bis 18 Uhr eine telefonische Erreichbarkeit anbieten kann. „Und das ist kein Call-Center eines Fremdanbieters, sondern da melden sich Mitarbeiter der Sparkasse Wasserburg.”

Peter Schwertberger erklärte zur Optimierung des Geschäftsstellen-Netzes: „Das ist ein notwendiger Schritt. Und er wird komplett ohne Reduzierung der Zahl der Mitarbeiter über die Bühne gehen. Wir brauchen jeden Mann und jede Frau für Service und Beratung. Das Wichtigste ist: Nahezu jeder Kunde behält seinen persönlichen Berater.”  Die Rahmenbedingungen hätten sich in den letzten Jahren drastisch verändert. „Darauf müssen wir reagieren.”

 

Über den Geschäftsbericht der Sparkasse berichten wir gesondert.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren

Ein Kommentar zu “„Für alle Herausforderungen gut gerüstet”

  1. Herzlichen Glückwunsch an die Sparkasse Wasserburg zum Erfolg mit dem Wachstum von 3,8% und den guten Zahlen im Geschäftsjahr 2019.

    Was ich jedoch nicht verstehen kann, dass man bei diesem Erfolg Filialen wie in Albaching, Griesstätt, Soyen, Burgau und Reitmehring zu SB Standorten umwandelt.

    Diese Standorte sind teilweise weit abgelegen von der Zentrale und haben teilweise ein sehr großes Einzugsgebiet an Kunden, die wie in anderen Filialen einen Ansprechpartner in einem persönlichen Gespräch suchen und benötigen. Vor allem älteren Kunden wird ein Gang zur Sparkasse erschwert, die auch nicht die Möglichkeit des Online Banking haben. Viele Sparkassen Kunden haben auch ein Schließfach, welches dann ebenfalls wegfällt.
    Wäre es der Sparkasse Wasserburg nicht möglich, wenigsten an einem oder zwei Tagen der Woche wie in Eiselfing und Babensham die Öffnungszeiten einzuführen, damit der persönliche Kontakt vor allem für ältere Kunden zum Sparkassen Personal nicht verloren geht.

    Antworten