„Froh, dabei gewesen zu sein“

Zum zweiten Mal fand am Luitpold-Gymnasium Wasserburg ein Kleinkunstabend statt

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„Die Kleinkunst ist ein Genre der darstellenden Künste, insbesondere des Theaters und der Musik, das seinen Namen aufgrund seines begrenzten personellen, räumlichen und materiellen Aufwands erhalten hat“, heißt es bei Wikipedi. Personell begrenzt bedeutete, dass zwölf Kleinkünstler – räumlich begrenzt durch das Treppenhaus des Altbaus – einen Abend am Luitpold-Gymnasium zu einem ganz besonderen machten.

Ihr Material waren ihre Stimmen und ihre Gedanken, ihre Instrumente und Talente, ihre Kreativität und Spontaneität, ihr Alltagsleben und ihre Leidenschaft.

 

Zum bereits zweiten Mal fand am Luitpold-Gymnasium Wasserburg der Kleinkunstabend unter der Leitung der Oberstufenschülerin Lorenza Bauer und der Verbindungslehrerin Christina Zovko statt. Wenige Lichtquellen wie Kerzen und Spotlights sorgten für ein atmosphärisches Ambiente, in dem die Künstler eben nicht ihre kleinen, sondern großen Talente zum Besten gaben.

 

Den Abend eröffnete der Lehrer Christian Haindl, indem er das Publikum mit seiner selbstgebauten Drehorgel überraschte. Obwohl er zunächst hinsichtlich seiner Künste tiefgestapelt hatte, erntete er nach wenigen Sekunden Zwischenapplaus. Viele der darauf folgenden Beiträge wurden von ehemaligen Schülern des LGW gestaltet, die ihrer alten Wirkungsstätte die Ehre erwiesen, indem sie kabarettistisch wie Lukas Bauer auf die Herausforderungen des postabiturientischen Alltags eingingen oder sich nachdenklich-beindruckend wie Miriam Schmid als stille Rebellen positionierten oder unplugged das Publikum verzauberten wie Alina Schachner und Dominik Hartmann. Aber auch die aktuelle Schülerschaft brachte das Publikum zum Staunen, die engelsgleichen Stimmen von Alina Neukam, Nina Rad und Katharina Nick sorgten für den Gänsehautfaktor.

 

Kleinkunst lebt auch immer von Kreativität und Spontaneität. Einerseits von der Kreativität, die Studienrat Oliver Schernhammer scheinbar während seiner Heimfahrten verspürt. Er machte das bloße Konjugieren eines französischen Verbs zu einer Performance. Anderseits von der Spontaneität, die Lea Friese zu einem Gesangsauftritt nach der Pause bewegte. Diese nutzten einige Schüler der Oberstufe, um das bis dahin fasziniert-begeisterte Publikum mit Getränken und einem kleinen Buffet zu versorgen. Nicht um das leibliche Wohl, sondern das akustische, kümmerte sich während des ganzen Abends das Ton-Team, bestehend aus Josef Schönberger, Marco Klein und Tim Pätzig. Den Abend komplettierten die beiden Poeten Lorenza Bauer und Philipp Drubel, die mit ihren sehr persönlichen Texten die Zuhörer berührten und zum Nachdenken brachten.

 

Am Ende spiegelte der Titel des letzten Songs „Froh, dabei zu sein“ die zauberhafte Stimmung dieses besonderen Abends wider. Trotz des auf den ersten Blick begrenzten Aufwandes von Kleinkunst waren wohl alle Zuschauer bzw. Zuhörer mehr als froh, dabei gewesen zu sein.

CZ

 

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