„Freue mich extrem, dass es losgeht”

Aktuelles Interview mit dem Abteilungsleiter der Wasserburger Bayernliga-Fußballer

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Endlich wieder (Amateur-)Fußball. Nach über sechs Monaten Pause gehen an diesem Wochenende auch die Ligen unterhalb der dritten Liga in den Re-Start.
Wir haben kurz vor der ersten Partie der Wasserburger Löwen Kevin Klammer, den Abteilungsleiter Fußball vom TSV 1880 Wasserburg, um ein Interview gebeten:

Kevin, erinnerst Du Dich noch an den 7. März 2020?

Klar, trotz Kälte und Regen hatten wir über 300 Zuschauer im Stadion. Das Spiel war das Debüt von Niki Wiedmann und Michael Kokocinski als Cheftrainer und endete 1:1.

 

Seitdem ist eine lange Zeit vergangen, wie habt ihr als Abteilung die Mannschaft zusammengehalten in der fußballlosen Zeit?

Im März und April hatten wir unseren Fahrservice, um die Bürger der Stadt bei Einkäufe und anderen Erledigungen zu unterstützen. Hier waren nicht nur die Spieler der Ersten, sondern auch Spieler der Zweiten Mannschaft, Jugendtrainer und andere Helfer und Sponsoren des Vereins dabei. Alle zusammen. Danach boten die Trainer ein wöchentliches Training auf freiwilligen Basis an, bei welchem trotzdem fast alle Jungs immer da waren.

 

Nun ist es endlich so weit, am Samstag spielt ihr das erste Spiel auswärts gegen Jahn Regensburg II. Wie ist Deine persönliche Einschätzung zu diesem Spiel?

Ich freue mich extrem, dass es endlich wieder losgeht. Die Jungs sind heiß und wir alle wollen dieses Spiel gewinnen.

 

Und eine Woche später, am Freitag, 25. September, das ersten Heimspiel im Verbandspokal gegen SpVgg Hankofen-Hailing. Freust Du Dich darauf wieder zurück an die Landwehrstraße zu dürfen? Und diesmal mit Zuschauern…

Ja, ganz klar! Heimspiele sind immer etwas besonderes. Die Atmosphäre bei Abendspielen in der Altstadt sind einzigartig. Unsere Statistik spricht für sich. Die Spiele die hier in den letzten Jahren verloren wurden, kann man an einer Hand abzählen – und hierbei haben die Zuschauer einen großen Anteil. Allgemein sind Zuschauer und Fans enorm wichtig für den Fußball, die letzten Wochen, als wir ohne Zuschauer spielen musste, haben das nochmal unterstrichen.

 

Eigentlich sollten es ja 400 Zuschauer sein, jetzt sind es nur noch 200. Wieso das?

Zuerst ging man von einer 200 Sitzplatz plus 200 Stehplatz Regelung aus. Nun ist es so, dass bei mehr als 200 Zuschauern, alle zugewiesene Sitzplätze benötigen. Die 200 plus 200 Regelung hätten wir umsetzen können. Für 400 Sitzplätze mit jeweils 1,50m Abstand reicht die Kapazität leider nicht aus. Das Badria wird derzeit umgebaut und kommt als Ausweichstätte nicht in Frage. 200 Zuschauer ist natürlich besser als gar keine, jedoch haben wir relativ viele Jahreskartenbesitzer, weshalb jetzt nicht mehr all zu viele „normale“ Tickets zur Verfügung stehen.

 

Das bedeutet also, die Eintrittskarten sind bei Wasserburg ein seltenes und begehrtes Gut? Daher auch das neue Registrierungssystem von der ortsansässigen Bauer Rieger Develoment GmbH, oder? Wie kam es dazu?

Sofort als wir die Nachricht bekommen haben, dass der Re-Start kommt, haben wir uns Gedanken gemacht wie wir das mit den Zuschauern regeln. Uns war klar, dass wir das nicht alles direkt vor dem Spiel abwickeln können, die Schlangen, die sich hier bilden würden und der Aufwand für unsere Kassiere wäre schlichtweg zu groß. Einer der Geschäftsführer der BRD GmbH, Alexander Rieger, ist ja selber glühender Löwenanhänger und nebenbei noch ehrenamtlich unser Webmaster. Noch am selben Tag haben wir ihn angerufen, um eine Lösung zu erarbeiten. Ich wusste, dass wir uns auf ihn verlassen können, da er ja ähnliches bereits für die Gastro und vor Corona für die Bierzelte erarbeitet hat. Alex hat dann, gemeinsam mit Fabian Worm von unserer Abteilung, über Nacht eine Lösung erarbeitet. Das war schon erstaunlich und ich bin den beiden sehr dankbar dafür!

 

Aber der Bayerische Fußballverband empfiehlt doch andere Systeme, warum nehmt ihr keins von denen?

Also zunächst mal muss man sagen, als die Empfehlung vom BFV kam, war unsere System schon seit vier Tagen am Start. Zum anderen muss man sagen, im Vergleich sind die anderen beiden Systeme nicht wirklich auf den Ablauf eines Fußballspiels ausgelegt. Das sind Systeme z. B. aus der Gastronomie, die funktionieren gut, wenn die Leute peu a peu ankommen, aber nicht 200 oder 400 Leute in einem engen Zeitrahmen zu einem Fußballspiel. Unser System entzerrt das durch die Möglichkeit der Vorregistrierung, sodass sich im Idealfall die Zeit beim Einlass nur minimal verlängert gegenüber vor Corona. Die klassische Registrierung vor Ort mittels QR Code ist bei uns natürlich auch noch möglich, insofern wir überhaupt noch Karten verkaufen können. Wir werden auf jeden Fall regelmäßig informieren, ob und wie viele Plätze noch verfügbar sind. Umso wichtig wird sein, dass man sich eben registriert und auch per Mail wieder abmeldet, sollte man doch nicht zum Spiel kommen können.

 

Zurück zum Spiel gegen Hankofen: Das ist das erste Spiel im diesjährigen Toto-Pokal. Kannst Du uns diesen Wettbewerb kurz erläutern?

Der Totopokal ist einer von drei Wettbewerben, welche wir bestreiten. Meisterschaft in der Bayernliga-Süd, Totopokal und der neu eingeführte Ligapokal. Den Totopokal haben wir auch bereits letzte Saison mitgespielt. Hier sind wir leider nach einem leidenschaftlichen Fight gegen den Regionalligisten FC Memmingen ausgeschieden. Über den Totopokal bekommen Amateurvereine die Chance sich für den DFB-Pokal zu qualifizieren. Zudem haben die Pokalspiele aufgrund des KO-Systems immer eine ganz besondere Spannung. Ich hoffe, dass wir hier auch wieder die ersten Runden überstehen und wenn es dann schließlich gegen höherklassige Gegner geht, dieses mal auch das nötige Glück auf unserer Seite haben werden.

 

Kevin, vielen Dank für Deine Zeit und Deine Antworten! Wir drücken natürlich den Wasserburger Löwen die Daumen und hoffen auf einen erfolgreichen Re-Start. Zum Abschluss noch Deine Tipps: Wie gehen diese beiden Spiele aus?

Vielen Dank! Wir wollen und werden beide Spiele gewinnen!

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