Flüchtlingsunterkunft wird abgebaut

Container am Krankenhaus in Wasserburg seit November nicht mehr belegt

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Da fliegen sie durch die Luft, die Container am Wasserburger Krankenhaus, in denen bis November jugendliche, unbegleitet Flüchtlinge untergebracht waren. „Die Zahl der jungen Asylbewerber ist drastisch zurückgegangen”, sagte auf Anfrage Michael Fischer, Pressesprecher des Landratsamtes Rosenheim. „Wir hatten im gesamten vergangenen Jahr genau 42 Jugendliche zu betreuen. Die konnten wir in andere Obhut übergeben. So viele waren es übrigens zu Hochzeiten an einem einzigen Tag.” Foto: NM

Aufgestellt wurden die Container übrigens im Sommer 2014. Unser Bericht von damals:

An der Krankenhausstraße in der Burgau werden demnächst Wohncontainer für 28 Einzelzimmer sowie Küchen- und Gemeinschaftsräume aufgestellt. Das beschloss der Wasserburger Bauausschuss einstimmig bei seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause. Die Stadt kommt damit einem Antrag des Landkreises Rosenheim nach, der nach wie vor Unterkünfte für minderjährige Flüchtlinge benötigt. Warum ausgerechnet Rosenheim besonders mit der Flut an jungen Flüchtlingen zu kämpfen hat, …

…. weiß der Sprecher des Landratsamtes, Michael Fischer: „Für Asylbewerber gibt es in Bayern zwei zentrale Auffangeinrichtungen, von wo aus die Menschen dann weiter geleitet werden. Für Jugendliche gilt da eine andere Reglung. Die müssen zunächst von dem Landkreis betreut werden, in dem sie aufgegriffen werden.“ Für Rosenheim treffe dies überdurchschnittlich oft zu: „Wir haben die Schleierfahnder auf den Durchgangs-Autobahnen nach Salzburg und zum Brenner und wichtige Bahnlinien, auf denen die Bundespolizei erfolgreich arbeiten.“ Deshalb sei die Zahl der aufgegriffenen jugendlichen Flüchtlinge besonders hoch.

Und deshalb suche der Landkreis immer noch Unterbringungsmöglichkeiten für so genannte Clearing-Häuser. „Das ist der Ort, an dem die minderjährigen Flüchtlinge als erstes untergebracht und versorgt werden. Dort werden sie dann nach ihrem Namen, ihrem Herkunftsland, ihrer Geschichte befragt und gesundheitlich durchgecheckt.“ Das übernehmen oft Mitarbeiter der Diakonie oder der Caritas. „Die Jungen Menschen werden dort rund um die Uhr betreut, bis sie von anderen Institutionen aufgefangen werden“, so Fischer.

Wann die Container in der Krankenhausstraße aufgestellt werden, ist noch nicht ganz klar. „Das Gelände ist nicht ganz einfach, muss erst vorbereitet werden“, so Helmut Schmid vom städtischen Bauamt. Zunächst müssten Bodenplatten für die zweigeschossigen Containerbauten betoniert werden.

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