Festtag in Albaching: Es geht los!

Und hoch die Schaufeln: Am Nachmittag war der Spatenstich zur Ortsumgehung

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Hoch die Schaufeln, da lachte selbst die Sonne hinter den Wolken hervor: Strahlende Gesichter, durch die kalte Winterluft wirbelnde Erde! Das fast 30 Jahre lange Warten hat seit heute Nachmittag für die Gemeinde Albaching ein Ende. Der Bau zur Ortsumgehung beginnt, heuer im November soll die neue Straßen-Führung schon eingeweiht werden! Ein 3,8 Millionen-Euro-Projekt, zu dem der Spatenstich stattfand …

Fotos: Renate Drax

… hinter dem Sportplatz am künftigen Kreisverkehr-Bereich vor dem Ortsteil Berg!  Landrat Wolfgang Berthaler und Albachings Bürgermeister Franz Sanftl hatten zuvor die Festgäste herzlichst begrüßt.

Ganz besonders im Mittelpunkt der Dankesworte: Albachings Altbürgermeister August Seidinger (unser Foto). Kein Weg sei ihm zu weit gewesen, nie seien ihm die Mühen zu groß gewesen für diese Ortsumgehung zu kämpfen, sagte sein Nachfolger. Ein ergreifender Augenblick!

‚Das ist für uns wie eine Gold-Medaille‘, so das Gemeindeoberhaupt Sanftl, er freue sich sehr. Auch Bezirksrat Wast Friesinger wurde von ihm für seinen jahrelangen, unermüdlichen Einsatz gelobt.

Mehr Verkehrssicherheit, weniger Lärm – kurzum mehr Lebensqualität in der Ortsmitte, darauf dürfe sich nun ganz Albaching freuen, sagte der Landrat, der an der Spitze des Landkreises der Bauherr ist, weil die Ortsdurchfahrt von Albaching Teil der Kreisstraße RO 42 ist.

Mei, dass es so lang gedauert habe – manche würden Flughäfen no länger planen und die würden nia in Betrieb gehn, meinte Berthaler schmunzelnd.

Festansprache für einen historischen Moment, der in die Geschichte Albachings eingehen wird: Bürgermeister Franz Sanftl.

Ihre Hausaufgaben hatte die Gemeinde Albaching stets erledigt. Im Zuge des Dorferneuerungsverfahrens hatte sie sich die notwendigen Grundstücke auch für die Ausgleichsflächen gesichert.

Zudem wurden die baurechtlichen Voraussetzungen geschaffen. Die beiden Bauleitverfahren „Flächennutzungsplanänderung“ und „Bebauungsplan Umgehungsstraße Albaching“ wurden durchgeführt. Klagen dagegen gab es nicht.

Landrat Wolfgang Berthaler heute beim Albachinger Festtag …

Die neue Straße wird 2,5 Kilometer lang werden, 6,50 Meter breit sein und in einem Abstand von 160 bis 360 Meter nördlich an Albaching vorbeiführen. Die Trasse verläuft durch landwirtschaftlich genutzte Flächen. Ein Schutzgebiet ist nicht betroffen. Für zwei Anwesen entlang der Neubaustrecke ist eine Lärmschutzwand vorgesehen.

Zwischen Albaching und dem Ortsteil Berg trifft die Umgehungsstraße auf die bestehende Kreisstraße RO 41. Hier wird ein Kreisverkehr gebaut.

Ein zweiter Kreisverkehr entsteht nördlich von Albaching, dort kreuzt die neue Straße die Gemeindeverbindungsstraße in den Ortsteil Stetten. Hierum kümmert sich aber die Gemeinde, weil es ihr Wunsch war.

Die Ortsumgehung: Der grüne Punkt rechts in der Straßenführung zwischen Albaching (Siedlung unten Mitte) und dem Weiler Berg (Siedlung ganz rechts) – er deutet den Kreisverkehr nahe des Sportgeländes an. Dort fand der Spatenstich heute statt.

Der Bogen nordöstlich im Plan deutet die Brücke über den Nasenbach an, die Kreuzungs-Situation im Norden des Plans (oben Mitte) zeigt hier den noch nicht eingezeichneten, zweiten Kreisverkehr der Umgehung im Kreuzungsbereich Richtung Stetten.

Nach Abschluss der Straßenbauarbeiten wird die Umgehungsstraße Teil der Kreisstraße RO 42. Der nordwestlich von Albaching gelegene Teil der dann „alten“ RO 42 wird vollständig zurückgebaut.

Der südwestliche Rest der „alten“ Kreisstraße wird zu einem Geh- und Radweg umgebaut.

Männer, die heute zur Tat schritten – so gefroren konnte der Boden gar nicht sein …

Die Kreisstraße RO 42 ist eine der wichtigen Verkehrsverbindungen zwischen der Bundesstraße 12 im Norden bei Hohenlinden und der Bundesstraße 304 im Süden bei Wasserburg.

Die Verkehrsbelastung in der Ortsdurchfahrt liegt zwischen 3.300 und 4.200 Fahrzeugen in 24 Stunden. Der Anteil des Schwerlastverkehrs beträgt zwischen zehn und 15 Prozent. Für eine Kreisstraße ist das überdurchschnittlich hoch. Normalerweise beträgt der Anteil des Schwerlastverkehrs um die sechs Prozent, sagte Gerhard Kippes, er ist im Landratsamt Rosenheim für den Hoch- und Tiefbau verantwortlich.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Ortsdurchfahrt im Bereich der Albachinger Kirche St. Nikolaus mit 5,20 Meter so eng ist, dass ein Begegnungsverkehr zwischen Lkw und Pkw gar nicht möglich ist.

Nun wird es nur mehr bis zum Herbst dauern – dann wird das Verkehrsaufkommen in der Albachinger Ortschaft um bis zu 80 Prozent zurückgehen, so die Prognosen. Im November soll die Einweihung der Ortsumgehung schon sein, sagte der Landrat zuversichtlich.

Und im Fall der Fälle ein paar Wochen hin oder her – es wird dann auch egal sein, denn seit Anfang der 1990er Jahre hatte sich die Gemeinde Albaching um eine Ortsumfahrung bemüht. Dieser unermüdliche, fast drei Jahrzehnte lange Kampf, er hat sich gelohnt – Gold für Albaching!

Renate Drax

Unser Foto zeigt von links Josef Hogger (Bauunternehmen), Sepp Hofer und Sebastian Friesinger (Bezirksräte), Landrat Wolfgang Berthaler, Bürgermeister Franz Xaver Sanftl, Werner Weyerer (Regierung von Oberbayern), Georg Schotterer (Ingenieurbüro), Georg Liedl (Amt für ländliche Entwicklung) und Albachings Altbürgermeister August Seidinger.

 

 

 

 

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