„Fernfahrer-Bomben“ und jede Menge Müll

Zustände an der alten B15 und am Parkplatz bei Kirchreit Thema im Gemeinderat Soyen

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Die alte B15 zwischen der Einfahrt von der B15 nach Rieden und Kirchreit wird von vielen Lkw-Fahrern als Rast- und Ruheplatz genutzt, wenn der eigentliche Parkplatz (Foto) überfüllt ist. Oft stehen nachts über 15 Lkw  verschiedenster europäischer Länder dort. Mülltonnen sowie Toiletten sind nicht vorhanden. Menschliche Hinterlassenschaften sowie Abfall häufen sich in den angrenzenden landwirtschaftlichen Grundstücken. Deshalb war die alte B15 jetzt Thema im Soyener Gemeinderat.

Hans Hinterberger, Kirchreit, ist einer der geschädigten Grundstücksbesitzer. Neben der ärgerlichen bereits genannten Vermüllung macht er sich auch Sorgen als Landwirt, „da die afrikanische Schweinepest über Lkw-Transporte aus dem Osten nach Deutschland kommen könnte“.

 

Die von der Gemeinde aufgestellten Verbotsschilder werden nicht beachtet. Laut Polizei hat die Regelung der Gefahren im Schwerlastverkehr (Lenkzeiten) Vorrang vor einer von der Gemeinde ausgewiesenen Anliegerstraße.

Die Straßenmeisterei Ebersberg hat derweil alle Hände voll mit dem Parkplatz an der B15 zu tun. Ein Mitarbeiter: „Es ist unglaublich, was wir da alles finden. Plastikflaschen voll Urin, so genannte Fernfahrerbomben, sind da noch das Harmloseste. Wir müssen praktisch jeden zweiten Tag dort den Müll entsorgen, sonst wird die Situation unerträglich. An der Inn-Brücke der B304 ist es übrigens genauso.“

Der Soyener Gemeinderat ist sich einig, dass eine kleine Gemeinde nicht die Versäumnisse der Verkehrspolitik der Regierung beheben und auf eigene Kosten Parkplätze für den Schwerlastverkehr zur Verfügung stellen muss – obwohl die Parkplatzproblematik ein großes Problem, nicht nur für die Bevölkerung sondern auch für die Lkw-Fahrer darstellt.

Deshalb wurden jetzt verschiedene Ideen diskutiert. Johann Hinterberger, Altensee, gab zu bedenken, dass eine Sperrung das Problem nur verschiebe, denn die Lkw werden irgendwo parken.

Eine Komplettsperrung, die von Peter Müller angesprochen wurde, ist vom Gemeinderat nicht gewollt. Eine Besserung der Situation könnte die Einführung der Maut an der B15 mit Beginn des kommenden Kalenderjahres bringen.

Martin Krieg nahm die Diskussion zum Anlass, mit Nachdruck auf seinen Antrag auf Straßensanierungen im Gemeindegebiet hinzuweisen. Dieser sei immer noch nicht bearbeitet, was ihn sehr ärgere.

 

Der Gemeinderat Soyen beschloss, am östlichen Bankett der alten B15 bei Kirchreit (ab der Parkbucht Richtung Norden) Steinquader im Abstand von zirka 15 Meter aufzustellen. Auf diese soll mit einer Warnbarke (jeweils Anfang und Ende) hingewiesen werden. Die Straßenbreite wird noch zirka vier Meter betragen. Die Parkbucht bleibt erhalten.

Bürgermeister Fischberger wird das Straßenbauamt auf die Situation hinweisen und das Problem erörtern – zum Beispiel die Aufstellung von Müllbehältern in der Parkbucht. Auch soll für den Parkplatz an der B15 eine Toilette (Dixi-Klo) beantragt werden.

Es gab keine Gegenstimmen.

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Ein Gedanke zu „„Fernfahrer-Bomben“ und jede Menge Müll

  1. Das ist vermutlich die beste Idee: Müllcontainer und Toilette!
    Wer schon mal längere Zeit durch das Land (nicht auf der Autobahn) gefahren ist, und mal auf die Toilette musste, kann sich vorstellen, wie häufig Leute „in die Büsche“ gehen. Als LKW-Fahrer ist auch es auch keine Lösung irgendwo in einem Ort nach einem Klo zu fragen, wenn man dort nicht parken kann. Auf Autobahnen sind Rastplätze ohne Toilette generell ein Witz!

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