Ferdinand Steffan ist jetzt Ehrenmitglied

Eine über 100-jährige erfolgreiche Historie, 400 Mitglieder und ein sattes Polster auf dem Bankkonto – der Heimatverein Wasserburg konnte gestern bei seiner Jahreshauptversammlung im Sparkassensaal eine rundum positive Bilanz ziehen. Bei den Neuwahlen wurde Peter Rink (rechts) einstimmig in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt. Eine besondere Ehre wurde Ferdinand Steffan (links) zu Teil.

Der ehemalige Kreisheimatpfleger, der seit 1973 (!) in der Vorstandschaft des Heimatvereins tätig war, wurde zum Ehrenmitglied ernannt.

Rink überreichte Steffan, der unter anderem Träger der Wasserburger Heiserer-Medaille und des Bundesverdienstkreuzes ist, zum Dank ein Werk des bekannten Wasserburger Künstlers Willi Reichert.

Der Vorsitzende ließ das Wirken des ehemaligen Kreisheimatpflegers Revue passieren und würdigte dessen unermüdlichen Einsatz um die Erforschung der Wasserburger Historie. „Ich nenne nur eine Zahl: Das Archiv umfasst mittlerweile über 1000 Aufsätze von Ferdinand Steffan zur Geschichte Wasserburgs.”

Das neue Ehrenmitglied des Heimatvereins zeigte sich sichtlich gerührt. Er habe der Familie versprochen, jetzt, mit 75 Jahren, etwas kürzer zu treten. Dennoch werde er dem Heimatverein natürlich eng verbunden bleiben, „noch dazu, da ich jetzt als Ehrenmitglied einen  Vorstandsposten auf Lebenszeit habe”, schmunzelte Steffan. Er könne mit seiner Arbeit auch gar nicht ganz aufhören. Wasserburg sei für einen Historiker ein unerschöpfliches Terrain: „Wasserburg ist ohne Ende.”

 

Eine besondere Würdigung erfuhr auch Richard Steinbichler. Der ehemalige Chef der Sparkasse Wasserburg war 19 Jahre lang Schatzmeister des Heimatvereins. „Richard, du bist ein echtes Unikum. Und du bist es gerne, da bin ich mir sicher”, sagte Rink bei seinem Rückblick auf das Wirken Steinbichlers.

Dieser habe während seiner 17-jährigen Amtszeit als Chef der Sparkasse stets ein offenes Ohr für die Kultur in der Stadt gehabt. „Und du warst uns stets ein zuverlässiger Schatzmeister, dessen humorige Berichte ich vermissen werde”, so Rink.

Der Vorsitzende würdigte anschließend auch das Engagement von Dr. Gerald Dobler, der rund neun Jahre lang der Vorstandschaft des Heimatvereins angehört hatte und jetzt ausschied, weil sein Lebensmittelpunkt mittlerweile in München liegt.

Der geschäftsführende Vorsitzende Matthias Haupt hatte zuvor das Vereinsjahr mit zahlreichen Vorträgen, weiteren Veranstaltungen und drei Exkursionen Revue passieren lassen.

Witgar Neumaier (rechts) tat dies wie alle Jahre für die Kellerfreunde, die im vergangenen Jahr 93 Führungen durchgeführt hatten und insgesamt den 25.000. Besucher begrüßen konnten.

Der scheidende Schatzmeister Richard Steinbichler legte erfreuliche Zahlen vor und bestätigte dem Verein eine außergewöhnliche Finanzkraft. „Der Heimatverein nimmt da in Wasserburg sicher eine Spitzenposition ein.” Steinbichler wünschte dem Vorsitzenden und allen Mitgliedern des Vereins für die Zukunft alles Gute. „Und ich werde natürlich weiterhin die eine oder andere Veranstaltung besuchen. Ich freue mich schon darauf.”

Sebastian Weger bestätigte in Vertretung von Inge Hain anschließend der Vorstandschaft und dem Schatzmeister eine einwandfreie Kassenführung. Die Vorstandschaft wurde einstimmig entlastet.

 

Bei den Neuwahlen, die von Bürgermeister Michael Kölbl geleitet wurden, fielen auf  Peter Rink und Matthias Haupt jeweils 100 Prozent aller abgegebenen Stimmen. 

Peter Schwertberger, Direktor der Sparkasse Wasserburg (im Bild rechts mit Bürgermeister Michael Kölbl) übernahm von seinem Vorgänger Richard Steinbichler das Amt des Schatzmeisters. „Dieses Amt geht quasi aufs Haus”, wie Steinbichler feststellte.

Die weiteren Vorstandsmitglieder:

Konrad Doser (Schriftführer), Michael Kölbl, Sonja Fehler, Magdalena März, Otto Zwiefelhofer, Markus Reheis, Inge Löfflad, Witgar Neumaier, Traudl Inninger und Reinhold Schuhbeck.

Peter Rink bedankte sich abschließend für das überragende Votum bei der Wiederwahl. „Ich bin dankbar dafür, diesem Verein vorstehen zu dürfen und freue mich auf die nächsten drei Jahre. Der Heimatverein ist wichtig für Wasserburg.”

 

Eingangs der Jahreshauptversammlung hatte Stadtarchivar Matthias Haupt das neue „Historische Lexikon” für Wasserburg vorgestellt. „Unsere Arbeit bekommt damit eine höhere Sichtbarkeit.” Das Gemeinschaftsprojekt mit der Stadt sei darauf ausgelegt, langsam zu wachsen. „Das verlangt einen langen Atem. Ich schätze mal, dass es in 30 Jahren gut befüllt sein wird.”

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