Feldstraße ist ein heißes Thema

Rott: Infoveranstaltung zum Ausbau von Meiling nach Arbing stieß auf großes Interesse

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Das Vorhaben, die Gemeindeverbindungsstrasse von Meiling über Farrach nach Arbing auszubauen, hat in der Rotter Bevölkerung einige Gegner auf den Plan gerufen. Es sollen Unterschriftslisten herum gehen und sogar von einem Demonstrationsmarsch war die Rede. Der Bürgerverein „Bürger für Rott“ lud jetzt zu einem Infoabend ein, um allen eine Möglichkeit, sich zu informieren und die eigene Meinung zu äussern.

Das Angebot nahmen die Rotter voll an, das Nebenzimmer im Landgasthoft Stechl war mit geschätzt 80 Personen bis auf den letzten Platz besetzt.

Den Anfang machte Franz Riedl als derzeitiger Vorsitzender der „Bürger für Rott” und berichtete über den Anfang aller Planungen, die schon ziemlich weit zurück liegen. Der Auslöser war ein Förderprogramm zum Staubfreimachen von ungeteerten Strecken. Doch das hätte eine Breite von 5,50 Meter verlangt und einen Aushub von 50 Zentimetern. Das hätte mehr als eine halbe Million verschlungen, wovon die Hälfe zu Lasten der Gemeindekasse gegangen wäre. Dies erschien dem Gemeinderat nicht unbedingt nötig. So konnten sich Gemeinderäte und Anlieger auf eine Breite von 3,50 Meter mit jeweils 50 Zentimetter Bankette einigen. Gerechnet wird mit rund 200.000 Euro. Seit Jahren ist dieses Vorhaben im Haushaltsplan veranschlagt, doch gab es immer wieder Wichtigeres. Die Gemeinde Rott steht jetzt vor der gewaltigen Aufgabe, ein Schulhaus zu bauen, doch konnten bei der Planungen soviele Einsparungen erreicht werden, dass jetzt dieses Vorhaben möglich wird.

Bürgermeister Marin Schaber (Foto) berichtete über den Aufwand für den Bauhof, den die Kiesstrassen erforderten. Die derzeitigen insgesamt 13 Kilometer langen Kieswege erforderten jährlich rund 800 Tonnen Kies zum Ausbessern. Der Strassenerhalt liege bei rund 20.000 Euro. „Alles bisher aufgebrachte Material verstreut sich weit in die Wiesen und Äcker der Landwirte.” Schaber wunderte sich auch über die Aufregung über dieses Vorhaben. Eine Straße von 3,50 Meter-Breite sei nicht sehr viel mehr als ein Radweg und keiner habe sich bisher entrüstet über den Geh- und Radweg nach Arbing oder nach nach Meiling oder über den neuen über Saurein Richtung Lehen.

Die Diskussionsrunde eröffnete Gemeinderat Sepp Riedl, wobei er betonte, jeder könne frei seine Meinung sagen. Die Gegenargumente kamen vorallem von den Spaziergängern, die diese Wege rund um den Forst nutzen, um die Natur zu genießen. Andere erklärten, dass ihre Kinder beim Radlfahren auf dem Feldweg gestürzt seien oder wie gefährlich es sei, wenn Fahrzeuge vorbei fahren und der Kiesel nach allen Seiten spritzt. Andere Befürchtungen wurden laut, dass eine geteerte Verbindungsstrasse mehr Verkehr anziehe, vorallem wenn der neue Discounter in Meiling eröffnet worden ist.

Einige Stimmen fragten, wem die Straße eigentlich nutze. Unter der Gürtellinie fandes es beide Gemeinderäte, die jeweils am Ende der geplanten Strecke wohnten, de Unterstellung, dass sie eine Teerstrasse auf Kosten der Gemeinde bekommen sollten.

Wolfgang Maschke vom Bund Naturschutz wies darauf hin, dass  eine geteerte Strasse immer einen Zerschneidungseffekt habe, was bedeute Käfer und Kleinlebewesen überqueren den Teerweg nicht mehr. Auch bräuchten Vögel oft den Kiesweg, um Mineralien aufzunehmen.

Nach zwei Stunden war alles gesagt und alle waren sich einig, wie sinnvoll so ein Infoabend ist. Im Juni oder Juli soll das Vorhaben in den Gemeinderat zur Abstimmung kommen. RH

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